Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

Migration und Bevölkerung Ausgabe 3/2015

Deutschland ist dringend auf Einwanderung angewiesen. Das hat die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung gezeigt, die das Statistische Bundesamt am 28. April vorstellte. Der Grund: die Bevölkerung Deutschlands wird in den kommenden Jahrzehnten stark altern und selbst bei anhaltender Zuwanderung abnehmen. Diese Entwicklungen stellen Wirtschaft und Sozialstaat vor enorme Herausforderungen.

Einwanderung soll dabei entsprechend der Bedürfnisse des Arbeitsmarkts gesteuert werden. Das neue Jahresgutachten des Sachverständigenrats für Integration und Migration vergleicht Modelle der Migrationssteuerung und ihre jeweiligen gesetzlichen Instrumente in Kanada, Schweden, Österreich und Deutschland. Dabei wird deutlich, dass es keinen Königsweg gibt, sondern die "richtigen" Instrumente sinnvoll kombiniert werden müssen.

Dazu gehört auch, das unausgeschöpfte Arbeitskräftepotenzial zu aktivieren. Dazu zählen neben Frauen auch, Migranten und Asylsuchende. Dass es noch eine Menge zu tun gibt, um ihre Arbeitsmarktintegration zu verbessern, belegen der Ausbildungsbericht 2015 und die Arbeitsmarktprognose 2030. Allerdings erleben Asylsuchende zunehmend Anfeindungen. In Zeiten steigender Flüchtlingszahlen in ganz Europa steigt die Zahl der Demonstrationen gegen Not- und Aufnahmeunterkünfte. Zugleich solidarisieren sich aber auch viele Deutsche mit den Schutzsuchenden und machen sich für sie stark. Eine aktuelle Studie untersucht die Strukturen und Motive des ehrenamtlichen Engagements für Flüchtlinge.

Hilfe kann aber nur den Schutzsuchenden zuteil werden, die es sicher nach Europa schaffen. Die riskanten Versuche, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen, nehmen aktuell aufgrund des milden Frühlingswetters wieder zu. Tausende in Seenot geratene Schutzsuchende wurden in den vergangenen Wochen auf hoher See aufgegriffen. Im April starben jedoch erneut hunderte Migranten, als ein Schiff vor der libyschen Küste kenterte. Die EU-Staatschefs beschlossen wieder zahlreiche politische Maßnahmen, die vom Europäischen Parlament, den Vereinten Nationen sowie von Flüchtlingsorganisationen als zu stark auf die Abwehr von Migranten fokussiert kritisiert werden. Die Abwehr von Migranten hält Australiens Premier Tony Abbott als das einzig sinnvolle Mittel, um weitere Flüchtlingskatastrophen zu verhindern. Nun hat er der EU seine Expertise angeboten. Was eine Übernahme der australischen Abschreckungspolitik an Europas Außengrenzen bedeuten würde, erklärt der australische Flüchtlingsexperte Dr. Graham Thom von Amnesty International .

Derweil erreichen immer mehr Flüchtlinge die griechische Küste. Regierungssprecher Gavriil Sakellaridis sorgte für Aufsehen, als er ankündigte, irreguläre Migranten würden mit den nötigen Papieren zur Weiterreise in andere EU-Staaten ausgestattet. Die griechische Migrationsforscherin Anna Triandafyllidou vom European University Institute in Florenz überrascht das nicht. Sie erklärt, warum Europa Griechenland dringend helfen muss.

Nicht mehr helfen will Kenia, nachdem bei einem islamistischen Anschlag auf das University College in Garissa Anfang April über einhundert Menschen getötet worden sind. Die Regierung vermutet, dass sich die Islamisten unter den 350.000 somalischen Flüchtlingen in Dadaab verstecken, und kündigte an, dieses größte Flüchtlingslager der Welt zu schließen. Die Vereinten Nationen kritisierten Kenias Vorhaben deutlich.

Migration und Bevölkerung Ausgabe 03/2015

Zwischen Fremdenfeindlichkeit und Solidarität: Einstellungen in der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen

In Zeiten steigender Flüchtlingszahlen in Europa und Deutschland nehmen Demonstrationen gegen Not- und Aufnahmeunterkünfte zu, zum Teil kommt es auch verstärkt zu rechtsextremen Angriffen. Statt von einer Wiederkehr der Pogrome der 1990er Jahre sprechen Experten von einer stark polarisierten Gesellschaft und heben das zivilgesellschaftliche Engagement und die weit verbreitete Solidarität gegenüber Flüchtlingen hervor.

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Migration und Bevölkerung Ausgabe 03/2015

Nationale Modelle zur Steuerung von Arbeitsmigration im Vergleich: Von der Schwierigkeit, die "richtigen" Instrumente zu kombinieren

Die Steuerung von Migration orientiert sich vor allem an den Bedürfnissen der jeweiligen Arbeitsmärkte. Auch in der Europäischen Union dominieren überwiegend nationale Modelle zur Migrationssteuerung. Ausnahme ist hier die EU-weite Regelung zur Blue Card. Das neue Jahresgutachten des Sachverständigenrats für Integration und Migration vergleicht die Modelle der Migrationssteuerung und ihre jeweiligen gesetzlichen Instrumente in Kanada, Schweden, Österreich und Deutschland. Demnach werden reine Formen von humankapital- oder arbeitsmarktorientierten Steuerungsverfahren tendenziell durch neue Mischformen ersetzt.

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Auswirkungen der Nettozuwanderung auf die prognostizierte Bevölkerung im Jahr 2060

Migration und Bevölkerung Ausgabe 03/2015

Deutsche Bevölkerung schrumpft und altert trotz Zuwanderung

Die Bevölkerung Deutschlands wird in den kommenden Jahrzehnten stark altern und selbst bei anhaltender Zuwanderung abnehmen. Dies geht aus der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung hervor, die das Statistische Bundesamt am 28. April vorstellte. Die Zahlen bestätigen einmal mehr, dass Deutschland künftig noch mehr Zuwanderung benötigt, um den Arbeitskräftebedarf und das Sozialstaatsprinzip zu sichern.

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Migration und Bevölkerung Ausgabe 03/2015

Europäische Union: Flüchtlingstragödie löst neue Debatte aus

Im April starben erneut zahlreiche Migranten bei dem Versuch, über das Mittelmeer nach Europa einzureisen. Die EU-Staatschefs reagierten darauf mit umfangreichen Beschlüssen. Das Europäische Parlament, die Vereinten Nationen sowie zahlreiche Flüchtlingsorganisationen halten diese allerdings für zu stark auf die Abwehr von Migranten fokussiert.

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Migration und Bevölkerung Ausgabe 03/2015

"Kein Land kann die Flüchtlingsproblematik alleine lösen"

Das jüngste Flüchtlingsunglück hat Bestürzung und politische Entschlossenheit sowie Kritik an der Grenzschutzpolitik der Europä­ischen Union hervorgerufen. Wir dokumentieren die wichtigsten Reaktionen.

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Migration und Bevölkerung Ausgabe 03/2015

Widersprüchliche Signale aus Griechenland in Flüchtlingsfragen

Immer mehr Flüchtlinge erreichen die grie­chische Küste. Vor dem Hintergrund der finanziell angespannten Situation kündigte Regierungssprecher Gavriil Sakellaridis an, irreguläre Migranten würden mit den nötigen Papieren zur Weiterreise innerhalb der EU ausgestattet. Anlass zur Nachfrage bei der griechischen Migrationsforscherin Anna Triandafyllidou vom European University Institute in Florenz.

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Migration und Bevölkerung Ausgabe 03/2015

Europäische Asylpolitik nach dem australischen Modell?

Als Reaktion auf die jüngste Flüchtlingstragödie im Mittelmeer hat der australische Regierungschef Tony Abbott Europa zu einem Ausbau des Grenzschutzes geraten und seine Expertise angeboten. Die konservative Regierung Australiens setzt seit ihrem Wahlsieg im September 2013 auf einen harten Abschreckungskurs.

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Migration und Bevölkerung Ausgabe 03/2015

Kenia: Weltweit größtes Flüchtlingslager vor dem Aus?

Nach dem Anschlag auf das University College in Garissa am 2. April mit 147 Toten hat die Regierung in Nairobi angekündigt, das weltweit größte Flüchtlingslager in Dadaab zu schließen. Davon betroffen wären circa 350.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland Somalia.

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Migration und Bevölkerung Ausgabe 3/2015

Kurzmeldungen – Deutschland

Das Thema Migration wird in Schulbüchern vorwiegend problematisiert und eher selten als Normalfall dargestellt. Integration wird für unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt erklärt, ohne dass der Begriff konkretisiert, differenziert oder als Schlagwort im gesellschaftlichen Diskurs kritisch diskutiert wird. Die diesjährige Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen widmete sich dem Themenkomplex "Gesundheit und Pflege in der Einwanderungsgesellschaft". Staatsministerin Aydan Özoğuz diskutierte mit den Integrationsbeauftragten der Länder und Kommunen.

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Europa

Migration und Bevölkerung Ausgabe 3/2015

Kurzmeldungen – Europa

Die Zuwanderung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen nach Schweden ist auch 2014 weiter angestiegen. Nach Angaben des schwedischen Statistikamtes haben im vergangenen Jahr rund 7.000 unbegleitete Minderjährige einen Asylantrag gestellt. Zwei Entscheidungen europäischer Instanzen zeigen, dass nationale Regelungen zum Umgang mit undokumentierten Migranten nicht angewandt werden können, wenn sie europäischen Vorgaben widersprechen.

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Südafrika

Migration und Bevölkerung Ausgabe 3/2015

Kurzmeldungen – Welt

Vier Jahre nach dem Ausbruch des Krieges in Syrien verschlechtert sich die Lage für die Flüchtlinge in der Region und im Land zunehmend. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) haben inzwischen vier Mio. Flüchtlinge in den Nachbarländern Zuflucht gesucht, weitere acht Mio. seien innerhalb Syriens auf der Flucht. Bei den stärksten Ausschreitungen mit fremdenfeindlicher Gewalt seit 2008 sind Mitte April sechs Menschen getötet worden, mehr als 5.000 wurden nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) vertrieben und haben in Notunterkünften Schutz gesucht.

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