Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

11.5.2015 | Von:
Fatma Rebeggiani

Kurzmeldungen – Deutschland

Schulbuchstudie zur Darstellung von "Migration und Integration"

Das Thema Migration wird in Schulbüchern vorwiegend problematisiert und eher selten als Normalfall dargestellt. Integration wird für unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt erklärt, ohne dass der Begriff konkretisiert, differenziert oder als Schlagwort im gesellschaftlichen Diskurs kritisch diskutiert wird. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Aydan Özoğuz (SPD), die das Georg-Eckert-Institut (GEI) in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Bildungsintegration an der Universität Hildesheim zur Darstellung von Migration in Schulbüchern durchgeführt hat. Dafür wurden 61 Schulbücher der Fächer Sozialkunde/Politik, Geschichte und Geographie an Gymnasien und Realschulen untersucht. Bei der Vorstellung der Studie Mitte März hob die Staatsministerin positiv hervor, dass die betrachteten Sozialkundebücher Deutschland explizit als Einwanderungsland darstellen, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft ihre Heimat haben. Wichtig sei es, mit Vielfalt reflektiert und positiv umzugehen. "Klischees oder gar diskriminierende Darstellungen haben in Schulbüchern nichts zu suchen", sagte Özoğuz. Die Autoren der Studie empfehlen die Entwicklung diversitätssensibler Schulbücher und anderer Bildungsmedien, die Vielfalt als Normalität darstellen und deren Chancen hervorheben (vgl. Ausgabe 2/15).

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Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten: Kultursensible Pflege ausbauen

Die diesjährige Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen am 27./28. April widmete sich dem Themenkomplex "Gesundheit und Pflege in der Einwanderungsgesellschaft“. Staatsministerin Aydan Özoğuz diskutierte mit den Integrationsbeauftragten der Länder und Kommunen über Herausforderungen und Entwicklungspotenziale in der kultursensiblen Pflege sowie Perspektiven der interkulturellen Öffnung von Krankenhäusern, Arztpraxen und ambulanten Diensten (vgl. Ausgabe 10/08). Diese sei notwendig, um zu gewährleisten, dass alle Menschen in Deutschland "gleichermaßen vom hohen Standard unseres Gesundheits- und Pflegewesens profitieren“, sagte die Ministerin zum Auftakt der Veranstaltung. Özoğuz forderte eine Verbesserung bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen (vgl. Ausgabe 9/14) und sprach sich diesbezüglich für die bundesweite Einführung einer Chipkarte für Asylsuchende nach dem Bremer Modell aus. In Bremen können Flüchtlinge mit ihrer Karte direkt einen Arzt aufsuchen, ohne den Arztbesuch vorab bei den Behörden beantragen zu müssen.

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