Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

Kurzmeldungen – Welt


11.5.2015

Syrien: Lage von Flüchtlingen verschlechtert sich



Vier Jahre nach dem Ausbruch des Krieges in Syrien verschlechtert sich die Lage für die Flüchtlinge in der Region und im Land zunehmend. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) haben inzwischen vier Mio. Flüchtlinge in den Nachbarländern Zuflucht gesucht, weitere acht Mio. seien innerhalb Syriens auf der Flucht. Wie das UNHCR mitteilte, seien die Nachbarländer nicht mehr in der Lage, alle Flüchtlinge angemessen mit Unterkunft, Nahrung, Arbeit oder Bildung zu versorgen (vgl. Ausgaben 8/14, 4/14). Die Flüchtlingskrise treffe vor allem die Schwächsten. Während Syrien vor dem Krieg eine Alphabetisierungsrate von 95 % aufwies, sei die Einschulungsrate im Land inzwischen weltweit mit am niedrigsten. Auch in den Nachbarländern würde fast die Hälfte der über zwei Mio. syrischen Flüchtlingskinder nicht zur Schule gehen können. Zudem verschärft sich die Bedrohungssituation im Land aufgrund des Vormarschs der extremistischen IS-Milizen und ihrer kämpferischen Auseinandersetzungen mit anderen bewaffneten oppositionellen Gruppen, mit Regierungstruppen sowie mit der kurdisch-jesidischen Minderheit. Inzwischen sind laut UNHCR-Angaben fast alle Teile des Landes in Kämpfe verwickelt, was Frontenverschiebungen und Mehrfachvertreibungen von Zivilisten zur Folge hat.

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Südafrika: Erneut fremdenfeindliche Gewalt



Südafrika - Infografik
Bei den stärksten Ausschreitungen mit fremdenfeindlicher Gewalt seit 2008 (vgl. Ausgabe 5/08) sind Mitte April sechs Menschen getötet worden, mehr als 5.000 wurden nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) vertrieben und haben in Notunterkünften Schutz gesucht. Die meisten gewaltsamen Übergriffe auf als Ausländer wahrgenommene Menschen ereigneten sich in und um die Stadt Durban an der Ostküste Südafrikas. Erst im Januar dieses Jahres waren bei Angriffen auf von Ausländern geführte Läden in Johannesburg vier Menschen ums Leben gekommen. Präsident Jacob Zuma (Afrikanischer Nationalkongress, ANC) verurteilte die Gewalt und beauftragte mehrere Minister sowie lokale Behörden, Strategien zur Eindämmung der Gewalt auszuarbeiten. Er betonte, dass die Regierung alles unternehme, Ausländer zu schützen. Gleichzeitig bekräftigte er, dass Flüchtlinge und Asylsuchende in Einklang mit internationalem Recht und in Zusammenarbeit mit dem UNHCR unterstützt würden. Die Nelson Mandela Stiftung und die Ahmed Kathrada Stiftung, die sich im Andenken an ihre Namensgeber für Demokratie und Menschenrechte einsetzen, verurteilen die ausländerfeindliche Gewalt in einer gemeinsamen Erklärung ebenfalls und mahnten an, dass südafrikanische Regierungen es viel zu lange versäumt hätten, etwas gegen fremdenfeindliche Einstellungen in der Bevölkerung zu unternehmen. Die zwischen drei und fünf Mio. im Land lebenden Migranten, die überwiegend aus benachbarten Staaten stammen, werden von vielen Südafrikanern als Konkurrenten um Arbeitsplätze wahrgenommen und sind regelmäßig starken Anfeindungen ausgesetzt (vgl. Ausgabe 2/15).

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