Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

18.5.2011

UN: Weltbevölkerungsbericht

Die Weltbevölkerung wächst schneller als bisher angenommen. Gleichzeitig werden die globalen Migrationströme in Zukunft vermutlich abnehmen. Das geht aus dem Weltbevölkerungsbericht 2010 der Vereinten Nationen hervor, der Anfang Mai in New York veröffentlicht wurde.

Die Weltbevölkerung wächst schneller als bisher angenommen. Gleichzeitig werden die globalen Migrationströme in Zukunft vermutlich abnehmen. Das geht aus dem Weltbevölkerungsbericht 2010 der Vereinten Nationen hervor, der Anfang Mai in New York veröffentlicht wurde.

Ab Oktober 2011 werden nach Berechnungen der Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen (UN Population Division) rund 7 Mrd. Menschen auf der Erde leben. Die UN-Bevölkerungsabteilung rechnet in der aktuellen Ausgabe ihrer Weltbevölkerungsprognosen mit verschiedenen Szenarien, denen unterschiedliche Annahmen zugrunde liegen. Die Weltbevölkerung wird nach dem mittleren Szenario bis Mitte des Jahrhunderts auf 9,3 Mrd. und bis 2100 auf 10,1 Mrd. Menschen ansteigen. Die UN korrigierte damit ihre Prognosen von vor zwei Jahren nach oben. Kleine Abweichungen bei den Annahmen zur Entwicklung der Kinderzahlen, etwa in Folge veränderter Bevölkerungspolitik oder der Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln, können auf lange Sicht große Auswirkungen auf die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung haben. Diese möglichen Änderungen wurden in den anderen Szenarien berücksichtigt. Daher geht das höhere Szenario von 10,6 Mrd. Menschen im Jahre 2050 und von 15,8 Mrd. Menschen im Jahr 2100 aus. Das niedrige Szenario dagegen errechnet eine Weltbevölkerung von 8,1 Mrd. Menschen im Jahr 2050 und eine Abnahme auf 6,2 Mrd. im Jahr 2100.

Fertilität

Die UNO geht davon aus, dass sich die Gesamtfruchtbarkeitsraten weltweit angleichen werden. Gründe hierfür seien eine positive wirtschaftliche Entwicklung in Entwicklungsländern, die zu mehr Wohlstand führen werde, sowie ein besserer Zugang zu Familienplanung. Stark vereinfacht beschreibt die Gesamtfruchtbarkeitsrate die durchschnittliche Kinderzahl, die Frauen im Laufe ihres Lebens zur Welt bringen.

In den letzten Jahren bekamen Frauen in Ländern mit hoher Fertilität im Durchschnitt 4,9 Kinder im Laufe ihres Lebens. Darunter sind 39 afrikanische, neun asiatische, sechs ozeanische und vier lateinamerikanische Staaten. Nach dem mittleren Szenario würde diese Zahl auf 2,8 Kinder im Jahr 2050 und auf 2,1 Kinder im Jahr 2100 sinken.

In den Ländern mit mittleren Gesamtfruchtbarkeitsraten lag die Kinderzahl pro Frau zuletzt bei 2,6 Kindern, 2050 könnte sie laut UN-Berechnungen auf 1,8 Kinder sinken und bis 2100 wieder auf 1,9 Kinder pro Frau steigen. In den Ländern mit niedrigen Gesamtfruchtbarkeitsraten bekommt jede Frau derzeit durchschnittlich 1,6 Kinder in ihrem Leben. Dieser Wert würde bis 2050 auf 1,8 Kinder steigen, 2100 dann auf 2,0. Lässt man die Migration unberücksichtigt, so geht man davon aus, dass bei 2,1 Kindern pro Frau die Bevölkerungsgröße langfristig konstant bleibt.

Lebenserwartung

Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung hat auch die Lebenserwartung. In den Staaten mit hoher Gesamtfruchtbarkeitsrate ist die Lebenserwartung derzeit mit durchschnittlich 56 Jahren relativ niedrig, vor allem weil dort Krankheiten wie HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose noch immer viele Menschenleben fordern. Im Zuge besserer Behandlungsmöglichkeiten dieser Krankheiten würde die Lebenserwartung nach dem mittleren Szenario allerdings bis 2050 auf 69 und bis 2100 auf 77 Jahre ansteigen. In den Staaten mit mittlerer Gesamtfruchtbarkeitsrate liegt die Lebenserwartung derzeit bei 68 Jahren und würde 2050 auf 77 Jahre und 2100 auf 82 Jahre steigen. Auch bei den Staaten mit niedriger Gesamtfruchtbarkeitsrate steigt die Lebenserwartung von derzeit 74 Jahren auf 80 Jahre im Jahr 2050 bzw. auf 86 Jahre im Jahr 2100.

Migration

Obwohl die Bevölkerung in den ärmeren Ländern stark anwachsen und in den Industrieländern schrumpfen wird, geht die UN-Bevölkerungsabteilung davon aus, dass die weltweiten Migrationsströme von den weniger entwickelten in die besser entwickelten Länder abnehmen werden.

In den besser entwickelten Ländern gab es von 1985 bis 2005 einen deutlichen Anstieg der Zuwanderung aus den weniger entwickelten Ländern. Kamen 1985 bis 1990 noch 7,4 Mio. Menschen, steigerte sich diese Zahl auf 17,6 Mio. Menschen zwischen 2000 bis 2005. Aus Afrika wanderten in dieser Zeit etwa 3,1 Mio. Menschen in die besser entwickelten Länder aus, aus den asiatischen Ländern 8,1 Mio. Menschen und aus Lateinamerika rund 6 Mio. Menschen. In den Jahren 2005 bis 2010 sank der globale Wanderungssaldo bereits auf 16,6. Mio. Dieser Trend wird sich laut UN-Berechnungen in den nächsten Jahren kontinuierlich fortsetzen. Für den Zeitraum 2010 bis 2015 geht die UN von 12,5. Mio Migranten aus weniger entwickelten Ländern aus, in den Jahren 2045 bis 2050 werden es noch 9,5 Mio. Menschen sein. Der Leiter der UN-Bevölkerungsabteilung Thomas Büttner wies allerdings darauf hin, dass man diese "hochgradig ungenauen und unsicheren Zahlen" nicht als Realität missverstehen dürfe.