Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

20.4.2011

Kurzmeldungen – Deutschland

Die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund in Kindertageseinrichtungen ist 2010 leicht gestiegen, die Bundesregierung will die Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse und Qualifikationen erleichtern und in Berlin hat jeder fünfte Azubi einen Migrationshintergrund.

Mehr Einwandererkinder in Kitas

Die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund in Kindertageseinrichtungen ist 2010 leicht gestiegen. 48,9% der noch nicht schulpflichtigen Kinder aus Familien mit ausländischen Wurzeln ging zum Stichtag 1. März 2010 in eine Kita oder zu Tageseltern (+2,2% im Vergleich zu 2009), wie das Statistische Bundesamt Ende März mitteilte. Der Anteil der Kitakinder ohne Migrationshintergrund lag bei 61,7% (+0,6%). Besonders groß ist der Unterschied bei Kindern bis zwei Jahre: Mit 27,7% gingen mehr als doppelt so viele Kinder ohne Migrationshintergrund (+2,9%) in eine Kita als Einwandererkinder (12,2%, +1,7%). Bei den 3- bis 5-Jährigen ist der Unterschied weniger groß: 85,7% zu 94,9%. Wegen der Vorteile beim Spracherwerb forderte die Bundesregierung Migranten in der Vergangenheit wiederholt auf, ihre Kinder frühzeitig in den Kindergarten zu schicken. Bildungsforscher unterstützen diese Forderung.
www.destatis.de

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Die Bundesregierung hat Ende März den Entwurf des so genannten Anerkennungsgesetzes verabschiedet, das die Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse und Qualifikationen erheblich erleichtern soll. Als wichtigste Neuerung wird ein Anspruch auf individuelle Prüfung der Qualifikation für Ausländer aus allen Herkunftsländern eingeführt. Bisher hatten nur EU-Bürger darauf ein gesetzlich garantiertes Recht. Über die Bewertung der Qualifikation muss zukünftig innerhalb von drei Monaten entschieden werden. Allerdings gilt das Gesetz nur für vom Bund geregelt Berufe. Ingenieurs-, Architektur- und Erziehungsberufe werden beispielsweise von den Ländern geregelt. Diese haben aber zugesichert, in Kürze ebenfalls Vereinfachungen einzuführen. Die Bundesregierung schätzt, dass bis zu 300.000 Personen von der Neuregelung Gebrauch machen könnten. Bundestag und Bundesrat müssen der Gesetzesregelung noch zustimmen.
www.bundesregierung.de

Berlin: Jeder fünfte Azubi hat Migrationshintergrund

20% der 2010 neu eingestellten Auszubildenden der Berliner Verwaltung haben ausländische Wurzeln. Das teilte Integrationssenatorin Carola Bluhm (Die Linke) Anfang April mit. Bei den Landesunternehmen liege die Quote jedoch erst bei 13%. "Bis 2013 sollen 25% der Auszubildenden in der Verwaltung und bei den landeseigenen Betrieben aus einer Einwandererfamilie stammen", formulierte Bluhm das Ziel. Die Bezirksämter Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln haben sogar einen Migrantenanteil von 37,5%. Insgesamt hat Berlin im vergangenen Jahr 1.785 Auszubildende neu eingestellt.
www.berlin.de/verwaltungsfuehrer