Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

20.4.2011

Kurzmeldungen – Welt

Die Gewalt in Mexiko zwingt immer mehr Mexikaner zur Auswanderung, Kanada startet ein Pilotprojekt für homosexuelle Flüchtlinge und in China und Indien droht ein massiver Frauenmangel.

Mexiko: Flucht vor Gewalt der Drogenkartelle

Die anhaltende Gewalt in den nördlichen Bundesstaaten Mexikos zwingt immer mehr Mexikaner, ihre Heimatregion zu verlassen. Dies geht aus einem Bericht des in Genf ansässigen "Internal Displacement Monitoring Center" (IDMC) hervor, demzufolge rund 230.000 Mexikaner aufgrund der gewalttätigen Auseinandersetzungen ihre Wohnorte verlassen haben. Etwa die Hälfte von ihnen hat sich in den benachbarten USA angesiedelt, die andere Hälfte sucht Schutz in anderen Regionen Mexikos. Besonders betroffen von der Abwanderung sind die nördlichen Bundesstaaten, aber auch Regionen im Westen und Süden des Landes. Hintergrund der Gewalt ist der von Präsident Felipe Calderón (PAN) ausgerufene "Krieg gegen die Drogenmafia", in dem Polizei und Militär gegen die Kartelle vorgehen, aber auch die Kartelle untereinander um die Vorherrschaft in bestimmten Gebieten kämpfen. Zunehmend werden auch Zivilisten Opfer der Gewalt. Allein im Jahr 2010 starben mehr als 15.000 Menschen im so genannten Drogenkrieg.
www.icem.org

USA: Mehr Amerikaner hispanischer Abstammung

Die hispanische Bevölkerung der USA ist mit 50,5 Mio. Personen größer als erwartet. Dies geht aus den Daten des Zensus 2010 hervor, dessen Teilergebnisse Ende März vorgestellt wurden. Demnach trugen Hispanoamerikaner zwischen 2000 und 2010 zu mehr als der Hälfte des Bevölkerungswachstums in den USA bei (15,2 Mio. von 27,3 Mio.). Inzwischen ist etwa jeder sechste US-Amerikaner hispanischer Herkunft. Außerdem hat etwa jedes vierte Kind hispanoamerikanische Wurzeln. In 40 von 50 Bundesstaaten übertraf der Anstieg der hispanoamerikanischen Bevölkerung die bisherigen Vorausschätzungen des Census Bureau. Besonders stark war der Anstieg in den Südstaaten, so etwa in Alabama, Louisiana und North Carolina. Diese Staaten galten bislang nicht als Siedlungsgebiete von Hispanoamerikanern.
www.census.gov

Kanada: Pilotprojekt für homosexuelle Flüchtlinge

Der kanadische Einwanderungsminister Jason Kenney (Konservative) hat Ende März ein Pilotprojekt für Flüchtlinge angekündigt, die wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden. Das Ministerium stellt dafür umgerechnet rund 72.000 Euro zur Verfügung. Damit sollen die Aufenthaltskosten der Flüchtlinge während der ersten drei Monate beglichen werden. Projektpartner ist die gemeinnützige Organisation "Rainbow Refugee Committee", die den Flüchtlingen Starthilfen anbietet (u. a. Orientierungskurse, Unterkunft und Verpflegung). Ferner sollen sich im Rahmen eines privaten Sponsorenprogramms Menschenrechtsgruppen verpflichten, einzelne Flüchtlinge während des ersten Jahrs in Kanada finanziell zu unterstützen. Helen Kennedy, Geschäftsführerin der Menschenrechtsorganisation "Egale Canada", begrüßte das Pilotprojekt angesichts der "77 Länder auf der Welt, die Homosexualität immer noch kriminalisieren".
www.cic.gc.ca

China/Indien: Frauenmangel

In China und Indien droht ein massiver Frauenmangel. Chinesische und indische Familien wünschen sich in der Regel Söhne, weibliche Föten werden laut verschiedenen Studien der vergangenen Jahre oft abgetrieben. Dadurch wird es in 20 Jahren in weiten Teilen Chinas und Indiens bis zu 20 % mehr Männer als Frauen geben. Dies macht eine Studie deutlich, die in der kanadischen Fachzeitschrift "Canadian Medical Journal" am 14. März vorgestellt wurde. Die Studie "The consequences of son preference and sex-selective abortion in China and other Asian countries" warnt vor den gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung, da viele Männer deshalb nicht heiraten und keine Nachkommen haben werden.
http://discovery.ucl.ac.uk/1301744/