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Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

1.12.2010

Kurzmeldungen – Europa

Eine aktuelle Studie widerlegt das Vorurteil, wonach in Migrantenfamilien in Österreich kein Deutsch gesprochen wird, Einwanderer aus Drittstaaten müssen seit Anfang Dezember einen Sprachtest bestehen, um eine langfristige Aufenthaltsgenehmigung in Italien zu erhalten und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat eine einstweilige Anordnung erlassen, dass die Niederlande vorerst keine Iraker abschieben dürfen.

Österreich: Migranten sprechen Deutsch

Eine aktuelle Studie widerlegt das Vorurteil, wonach in Migrantenfamilien in Österreich kein Deutsch gesprochen wird. Nur 11 % der Kinder mit Migrationshintergrund in Österreich sprechen demnach zu Hause kein Deutsch. Für die Studie befragte die Akademie der Wissenschaften von März bis Juni 2009 im Rahmen des Projekts "Multilingual Cities" knapp 20.000 Dritt- und Viertklässler in Wien, überwiegend mit Migrationshintergrund. 80 % bezeichneten Deutsch als jene Sprache, die sie am besten beherrschen.
www.oeaw.ac.at

Italien: Sprachtest für Nicht-EU-Ausländer

Einwanderer aus Drittstaaten müssen seit Anfang Dezember einen Sprachtest bestehen, um eine langfristige Aufenthaltsgenehmigung in Italien zu erhalten. Dies betrifft rund 60.000 bis 80.000 Personen, die nach einem Aufenthalt von mindestens fünf Jahren eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung beantragen können. Um den Test erfolgreich zu bestehen, muss die Fähigkeit zur Verständigung über Alltagsthemen in Wort und Schrift nachgewiesen werden. Der Test kann wiederholt werden. Personen, die anerkannte Sprachzeugnisse haben, in Führungspositionen oder der Wissenschaft arbeiten, müssen ihn nicht machen. Chronisch Kranke und Behinderte sind ebenfalls vom Sprachtest befreit.
www.interno.it

Niederlande: Keine Abschiebung

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat am 24. November eine einstweilige Anordnung erlassen (Rule 39), dass die Niederlande vorerst keine Iraker abschieben dürfen. Stattdessen wird das Gericht in den nächsten Monaten in zahlreichen Einzelfällen über die Rückführung von Flüchtlingen aus den Niederlanden entscheiden. Die Niederlande hatten am 3. November in Erwartung des Urteils geplante Abschiebungen ausgesetzt. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hatte bereits Ende Oktober die EU-Staaten dazu aufgefordert, keine Flüchtlinge in den Irak abzuschieben, da die Situation v. a. im Zentralirak zu gefährlich sei. In den letzten Monaten hatten Dänemark, Großbritannien, Schweden, Norwegen und die Niederlande abgelehnte Asylbewerber dennoch in den Irak abgeschoben. Das Bayerische Verwaltungsgericht hatte Ende März 2010 entschieden, dass Abschiebungen aus Deutschland in weniger gefährliche Landesteile grundsätzlich wieder möglich seien.
www.echr.coe.int
www.unhcr.org