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Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

1.12.2010

Kurzmeldungen – Welt

Südkorea hat Mitte mehrere Bestimmungen zum flexibleren Einsatz von Arbeitsmigranten erlassen, die israelische Regierung beschloss die Errichtung eines Auffanglagers für afrikanische Migranten und Indonesien beschließt einen teilweisen Entsendestopp für Arbeitsmigranten nach Saudi-Arabien.

Südkorea: Erleichterungen für Migranten

Die Regierung hat Mitte November mehrere Bestimmungen zum flexibleren Einsatz von Arbeitsmigranten erlassen. Bislang mussten Arbeitgeber bei jedem Arbeitsplatzwechsel ihrer ausländischen Arbeitskräfte zunächst eine Genehmigung des Justizministeriums einholen. Diese entfällt nun u. a. in den Bereichen Wissenschaft und Lehre, Sprachschulen, Technologietransfer sowie Kunst und Kultur. Eine weitere Neuregelung betrifft Migranten, die sich länger als drei Monate in Südkorea aufhalten. Bislang mussten diese vor jeder Ausreise zunächst ein Rückkehrvisum beantragen. Seit dem 1. Dezember sind Auslandsreisen von bis zu einem Jahr ohne Einschränkungen möglich. Etwa 900.000 Personen werden davon voraussichtlich profitieren. Asylanträge sollen künftig innerhalb von maximal sechs Monaten nach Antragstellung geprüft werden.
www.moj.go.kr/HP/IMM80/index.do

Israel: Auffanglager geplant

Die israelische Regierung hat Ende November die Errichtung eines Auffanglagers für afrikanische Migranten in den nächsten sechs Monaten beschlossen. Bis zu 10.000 irreguläre Migranten sollen hier untergebracht und humanitär versorgt werden können, bevor sie zurückgeführt oder in einen Drittstaat überstellt werden. Die rechtskonservative Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (Likud, konservativ) hatte in diesem Jahr bereits die Errichtung eines Grenzzauns an der israelisch-ägyptischen Grenze sowie härtere Strafen für Arbeitgeber beschlossen, die irreguläre Einwanderer beschäftigen. Mit der Errichtung des Grenzzauns hat Israel im November begonnen. Neben den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla (vgl. MuB 9/05) ist Israel das einzige nicht-afrikanische Land, in das Migranten aus Afrika auf dem Landweg einreisen können. Regierungsangaben zufolge sind seit 2006 mehr als 30.000 Migranten irregulär nach Israel eingewandert. Zudem leben schätzungsweise 100.000 Personen in Israel, deren Aufenthaltsgenehmigungen abgelaufen sind.

Indonesien: Teilweiser Entsendestopp



Nachdem einem indonesischen Hausmädchen in Saudi-Arabien schwere Verletzungen durch ihren Arbeitgeber zugefügt wurden, ist in Indonesien eine Debatte um die Arbeitsbedingungen von indonesischen Migranten im Ausland entbrannt. Zainul Majdi (PBB, islamisch), Gouverneur der Provinz West-Nusa Tenggara, aus der die 23-jährige Frau stammt, kündigte Ende November ein Moratorium an. Demnach sollen vorerst keine Arbeitsmigranten aus dieser Region im Rahmen bestehender Migrationsabkommen nach Saudi-Arabien entsandt werden. Vorschläge zu einer Ausweitung des Entsendestopps auf ganz Indonesien fanden bislang keine Mehrheit. Ähnliche Moratorien in Kuwait, Jordanien und Malaysia seien wirkungslos geblieben. In Saudi-Arabien leben schätzungsweise zwischen 850.000 und 1 Mio. indonesische Arbeitsmigranten. Dabei handelt es sich nahezu ausschließlich um Frauen, die als Haushaltshilfen arbeiten. Die indonesische Regierung kündigte nun die Entsendung von Unterstützungskomitees in jene Länder an, in denen besonders viele indonesische Arbeitsmigranten leben.
www.indonesia.go.id/en/index.php