Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

1.2.2010

Kurzmeldungen – Welt

Israel: Irreguläre Arbeitsmigration

Die rechtskonservative israelische Regierung hat Ende Januar 2010 einen Gesetzentwurf verabschiedet, mit dessen Hilfe die Zahl der irregulären Arbeitsmigranten gesenkt werden soll. Der Entwurf sieht hohe Geldstrafen für Arbeitgeber vor, die Migranten ohne Arbeits- bzw. Aufenthaltserlaubnis beschäftigen. Zugleich sollen diejenigen Arbeitgeber mit Steuererleichterungen bedacht werden, die Arbeitsplätze für israelische Staatsbürger schaffen. So sollen im kommenden Jahr zwischen 30-50.000 Arbeitsplätze für Israelis geschaffen werden, kündigte Finanzminister Yuval Steinitz (Likud) an.
Medienberichten zufolge lebten im Dezember 2009 etwa 255.000 ausländische Arbeitskräfte in Israel, 125.000 von ihnen ohne einen regulären Aufenthaltsstatus.

USA: Deutsche Christen erhalten Asyl

Ein Einwanderungsgericht in Tennessee hat am 26. Januar einer deutschen Familie politisches Asyl in den USA zugesprochen. Aus religiösen Gründen wollte die Familie ihre fünf Kinder zu Hause unterrichten. In Deutschland gilt jedoch die Schulpflicht. Deshalb verließ die strenggläubige, evangelikal-freikirchliche Familie im Januar 2008 die Bundesrepublik. Richter Lawrence O. Burman begründete sein Urteil so: "Menschen, die ihre Kinder zu Hause unterrichten wollen, sind eine besondere soziale Gruppe, die die deutsche Regierung zu unterdrücken versucht." Daher habe die Familie "eine begründete Furcht vor Verfolgung" und könne in Tennessee bleiben. Das Auswärtige Amt teilte mit, dass es eine Stellungnahme abgeben werde, wenn das Urteil offiziell vorliege.
www.justice.gov/eoir/sibpages/mem/memmain.htm

USA: Haftanstalten in Mexiko



Der Gouverneur des US-Bundesstaats Kalifornien Arnold Schwarzenegger (Republikaner) hat Anfang Februar vorgeschlagen, den Bau und Betrieb von Haftanstalten in Mexiko zu finanzieren, um dort undokumentierte Migranten aus kalifornischen Gefängnissen unterzubringen. Dadurch könne aufgrund geringerer Bau- und Personalkosten rund 1 Mrd. US-Dollar pro Jahr eingespart werden, so Schwarzenegger.
Insgesamt gibt Kalifornien jährlich etwa 8 Mrd. US-Dollar für den Betrieb eigener Haftanstalten aus. Von den derzeit 171.000 Insassen kalifornischer Gefängnisse sind etwa 19.000 Migranten ohne legalen Aufenthaltsstatus, davon mehr als 70% Mexikaner.
Menschenrechtsorganisationen und Vertreter der demokratischen Opposition in Kalifornien sprachen sich vehement gegen den Vorschlag Schwarzeneggers aus. Hohe Verwaltungsmitarbeiter erklärten bereits, dass eine Realisierung kaum möglich sei.

Haiti: Berichte über Kinderhandel nach Erdbeben

Einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben warnen die haitianischen Behörden vor verstärktem Kinderhandel. Nach Berichten der für Adoptionen zuständigen Behörde hätten zahlreiche Kinder das Land ohne entsprechende Genehmigungen verlassen. In Folge des Bebens sind viele Kinder verwaist, genaue Zahlen liegen jedoch nicht vor. Anfang Februar wurde an der haitianisch-dominikanischen Grenze eine Gruppe von zehn US-Amerikanern wegen des Verdachts auf Kindesraub festgenommen. Die Vertreter einer christlichen Organisation hatten versucht, 33 Kinder außer Landes zu bringen. Nach eigenen Angaben wollten sie in der Dominikanischen Republik ein Waisenhaus für die Kinder errichten.

Südkorea: Einwanderung gegen sinkende Geburtenraten

Der wissenschaftliche Dienst des südkoreanischen Parlaments (National Assembly Research Service, NARS) hat Ende Januar vorgeschlagen, die niedrige Kinderzahl pro Frau durch verstärkte Einwanderung hoch qualifizierter Arbeitskräfte auszugleichen. Bisher ist Einwanderung nach Südkorea stark auf kurzfristige Migration beschränkt und dient v. a. dem Ausgleich von Arbeitskräftemangel in der Industrie. Mit durchschnittlich 1,13 Geburten pro Frau hat Südkorea die niedrigste Geburtenrate aller OECD-Staaten. NARS wies darauf hin, dass in Europa Mutterschaftszeiten, Elterngeld und andere finanzielle Anreize nicht zu einem Anstieg der Geburtenraten geführt hätten und deshalb auch für Südkorea keine Lösung seien.