Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

1.5.2009

Deutschland: Weniger Ausländer im Jahr 2008

2008 ging statistisch betrachtet die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer erneut zurück. Die meisten von ihnen waren türkischer Herkunft. Der größte Zuwachs wurde bei der Gruppe der Ausländer aus den EU-Mitgliedstaaten registriert.

Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wies das Ausländerzentralregister (AZR) Ende 2008 rund 6,73 Mio. Personen in Deutschland auf, die ausschließlich eine ausländische oder keine Staatsbürgerschaft besaßen (2007: 6,74 Mio.; 2006: 6,75 Mio.). Dies entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 %.

Während 2008 rund 403.000 Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft nach Deutschland gezogen sind, haben etwa 308.000 die Bundesrepublik verlassen. Rund 113.000 Ausländer sind aus anderen Gründen, beispielsweise wegen Einbürgerung, aus dem Register ausgeschieden.

5,36 Mio. der Ende 2008 in Deutschland lebenden Ausländer (80 %) besaßen den Pass eines europäischen Staates. 0,8 Mio. Ausländer kamen aus Asien (12 %), 0,25 Mio. aus Afrika (4 %) und 0,2 Mio. aus Nord- und Südamerika (3 %). 1 % aller Ausländer hatte keine oder eine ungeklärte Staatsbürgerschaft. Die größte Gruppe der in Deutschland lebenden Ausländer stellten Ende 2008 Türken dar (1.688.370 bzw. 25 %), gefolgt von Italienern (523.162 bzw. 8 %) und Polen (393.848 bzw. 6 %, siehe Tabelle). Zugleich hat die Zahl der Ausländer mit türkischer Staatsbürgerschaft am stärksten abgenommen (-25.181). Dies entsprach einem Rückgang von etwa 1,5 % im Vergleich zum Vorjahr, der zum großen Teil auf Einbürgerungen zurückzuführen ist.

Wichtigste HerkunftsstaatenWichtigste Herkunftsstaaten
In ähnlicher Größenordnung konnte für die Staatsbürger der EU-Mitgliedstaaten ein Zuwachs verzeichnet werden (+ 24.225). Verantwortlich für diesen Anstieg war hauptsächlich die zunehmende Zuwanderung der Ausländer mit rumänischer, polnischer oder bulgarischer Staatsbürgerschaft. Etwa jeder fünfte Ausländer in Deutschland wurde bereits in der Bundesrepublik geboren (1,33 Mio.). Den höchsten Anteil an den hierzulande Geborenen hatten mit 33 % die türkeistämmigen Ausländer, gefolgt von Italienern (31 %) und Griechen (28 %).

Das AZR erfasst nur Ausländer, die sich mindestens drei Monate in Deutschland aufhalten. Es weist deshalb bei Bestandszahlen und Veränderungen in der Regel niedrigere Werte aus als Datenquellen ohne eine solche Einschränkung. So liegt die Zahl der 2007 in Deutschland lebenden Ausländer in der Bevölkerungsfortschreibung mit 7,26 Mio. um eine halbe Million höher als die im AZR (2007: 6,74 Mio.). Gleiches gilt für die Wanderungsstatistik, deren Angaben zu den Zu- und Fortzügen von Ausländern deutlich über denen des Ausländerzentralregisters liegen.