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Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

1.2.2009

Umfrage: Migranten leben gern in Deutschland

Migranten in Deutschland fühlen sich überwiegend wohl und nicht ausgegrenzt. Ihr Wille zu Leistung und Aufstieg ist größer als bei Deutschen ohne Migrationshintergrund. Dies ist das Ergebnis der neuen Sinus-Milieustudie, erstellt im Auftrag u. a. des Bundesfamilienministeriums, des Deutschen Caritasverbands, des Südwestrundfunks, der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Dresdner Bank.

Für die Studie "Lebenswelten von Migranten" hat das Heidelberger Institut Sinus Sociovision 2.072 in Deutschland lebende Ausländer, Zuwanderer (u. a. Spätaussiedler, Eingebürgerte) und ihre Kinder zu ihren Ansichten, Werten und Lebensweisen befragt. Der Umfrage waren 100 Tiefeninterviews vorausgegangen. Die Ergebnisse sind – anders als in der Vorgängerstudie – erstmalig repräsentativ (vgl. MuB 9/07).

Integration

87 % der Befragten sagten, dass es alles in allem richtig war, nach Deutschland zu kommen. Über Diskriminierung und Ausgrenzung beklagte sich etwa ein Viertel der Befragten – insbesondere Angehörige aus dem so genannten religiös-verwurzelten Milieu.

Leistungsbereitschaft

Die meisten Migranten sind überzeugt, ihre Lebensumstände positiv beeinflussen zu können. Dem Satz "Jeder, der sich anstrengt, kann sich hocharbeiten" stimmten 69 % zu. Demgegenüber waren nur 57 % in der deutschen Gesamtbevölkerung dieser Ansicht.

Religion

Drei Viertel der Befragten lehnten fundamentalistische Einstellungen ab. 84 % der Befragten sehen Religion als reine Privatsache. Lediglich in Migrantenfamilien mit einem starken ländlich-traditionellen Hintergrund spielt die meist islamische Religion eine wichtige Rolle im Alltag.

Sprache

85 % der Befragten sagten: "Ohne deutsche Sprache kann man als Einwanderer in Deutschland keinen Erfolg haben." 82 % gaben an, Deutsch auch im Freundes- und Bekanntenkreis zu sprechen.

Fazit

Beim Vorstellen der Studie im Dezember in Berlin betonte Hermann Kues (CDU), Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, die Verschiedenheit der in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund: "Es gibt zwar Zuwanderer, die dem weit verbreiteten Klischee vom nicht integrationswilligen Einwanderer entsprechen. Aber diese Gruppen spielen demografisch wie kulturell keine große Rolle."