Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

14.3.2012

Kurzmeldungen – Welt

Laut einer Ende Januar veröffentlichten Prognose des japanischen Gesundheits- und Sozialministeriums wird die japanische Bevölkerung in den näcshten 40 Jahren deutlich schrumpfen, im westafrikanischen Mali sind seit Anfang Februar mehr als hunderttausend Menschen auf der Flucht und in Brasilien steigt die Zahl der ausländischen Beschäftigten.

Flüchtlingstragödie in der Karibik

Bei einem Bootsunglück sind Anfang Februar vor der dominikanischen Küste mindestens 54 Migranten ums Leben gekommen. Das mit etwa 70 Personen überfüllte Boot war von der Dominikanischen Republik in Richtung Puerto Rico aufgebrochen, kenterte jedoch aufgrund hohen Wellengangs. 13 Menschen überlebten das Unglück. Vermutlich waren alle Bootsinsassen dominikanische Staatsangehörige. Jährlich versuchen tausende Dominikaner, Haitianer und Kubaner auf dem gefährlichen Seeweg das je nach Route etwa 110 bis 200 km entfernte Puerto Rico zu erreichen. Dabei kommt es immer wieder zu Bootsunglücken auf hoher See. Im Vergleich zu den anderen Staaten der Großen Antillen ist Puerto Rico relativ wohlhabend. Das Land ist in Form eines Freistaats mit den USA assoziiert. Laut Zensus lebten 2010 etwa 68.000 Dominikaner in Puerto Rico.

Japan: Bevölkerungsrückgang

Laut einer Ende Januar veröffentlichten Prognose des japanischen Gesundheits- und Sozialministeriums wird die japanische Bevölkerung von derzeit 128 Mio. Einwohner auf 87 Mio. im Jahr 2060 schrumpfen (-30 %). Während der Bevölkerungsanteil der über 65-Jährigen etwa 40 % betragen werde (2010: 23 %), sinke der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren von derzeit 64 % auf voraussichtlich 50 %. Die niedrige Geburtenrate von 1,39 Kindern pro Paar gehe demnach in den nächsten 50 Jahren auf 1,35 zurück. Die durchschnittliche Lebenserwartung werde um vier Jahre ansteigen (Männer: 84 Jahre, Frauen: 91 Jahre). Das japanische Sozialsystem ist bereits jetzt einem hohen demographischen Druck ausgesetzt. Japan gilt als das Industrieland mit der restriktivsten Einwanderungspolitik. Seit einigen Jahren gibt es eine Debatte über die vorsichtige Öffnung, vor allem im Bereich der Pflegekräfte (vgl. MuB 2/09, 4/03). www.mhlw.go.jp/english/index.html/ ...
www.berlin-institut.org/ ...

Mali: Massive Fluchtbewegungen

Im westafrikanischen Mali sind seit Anfang Februar mehr als hunderttausend Menschen auf der Flucht. Hintergrund sind Kämpfe zwischen Regierungstruppen und einer Rebellenarmee der Tuareg-Nomaden (Nationale Befreiungsbewegung Azawad, MNLA). Die Rebellen der MNLA wollen einen unabhängigen Tuareg-Staat in der Grenzregion zwischen Mali, Algerien und dem Niger errichten. Bereits in den Jahren 2006 und 2009 war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Mitte Januar sind diese erneut ausgebrochen. Dabei spielen Presseberichten zufolge Tuareg-Kämpfer eine zentrale Rolle, die zuvor an der Seite des ehemaligen libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi gekämpft hatten. Nach Angaben der Vereinten Nationen von Ende Februar sind etwa 65.000 Menschen in die Nachbarländer Mauretanien, Niger, Burkina Faso und Algerien geflohen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz spricht zudem von rund 60.000 Binnenflüchtlingen in Mali infolge der Auseinandersetzungen. www.unhcr.org/ ...

Brasilien: Anstieg der Arbeitsmigration

In Brasilien steigt die Zahl der ausländischen Beschäftigten. Grund hierfür ist die erfolgreiche ökonomische Entwicklung des Landes, das zuletzt ein Wirtschaftswachstum von über 4 % jährlich verzeichnete und das Vereinigte Königreich als sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt abgelöst hat. 2010 lebten rund 961.000 ausländische "Arbeitsmigranten“ in Brasilien, 2011 stieg die Zahl auf 1,5 Mio. Die Vergabe von Arbeitsvisa stieg im Vergleich mit dem Vorjahr um 32 % an. US-Amerikaner waren mit 7.550 Personen die am stärksten vertretene Einwanderergruppe. Laut der von der portugiesischen Regierung neu gegründeten Beobachtungsstelle für Wanderungsbewegungen beantragten 2009 und 2010 zusammen rund 60.000 Portugiesen ein Arbeitsvisum für Brasilien. Vor allem junge, gut ausgebildete Menschen zieht es nach Brasilien, Wissenschaftler sprechen schon von einem kleinen Braindrain aus Europa und den USA. Gleichzeitig kehrten 2 Mio. Brasilianer zurück, die seit 2005 das Land verlassen hatten (vgl. MuB 10/11). www.ibge.gov.br/brasil_em_sintese/default.htm