"Willkommen auf Deutsch" Titelbild

Unterrichtsvorschläge


19.2.2016
Büro des Bereichsleiters Rainer KaminskiBüro des Bereichsleiters Rainer Kaminski (© Pier53)

Vor dem Kinobesuch



Welche Assoziationen weckt der Titel "Willkommen auf Deutsch"?
Wie stellen Sie sich die Situation vor, wenn Flüchtlinge in Deutschland ankommen?

Nach dem Kinobesuch

  • Fluchtursachen Warum würden Sie aus ihrer Heimat fliehen?

  • Weil Krieg herrscht

  • Weil ich selbst oder ein Mitglied meiner Familie bedroht wird

  • Weil ich politisch verfolgt werde

  • Damit meine Kinder in die Schule gehen können

  • Damit ich meiner Familie eine Leben in Sicherheit bieten kann
Vergleichen Sie nun, welche Voraussetzungen für die Anerkennung eines Asylgesuchs oder des Flüchtlingsstatus in Deutschland gelten.

Integration
Was versteht man unter dem Begriff Integration? Sammeln Sie verschiedene Definitionen und vergleichen sie sie miteinander! Entscheiden Sie sich für eine Definition und begründen Sie Ihre Meinung.

Thema Kommentar
Sichten Sie die Beispielszenen mit Larisa und Ingeborg Neupert. Wählen Sie eine Szene aus und verfassen sie einen möglichen Kommentar dazu.
Die 21-jährige Larisa ist mit ihrer Mutter und ihren fünf kleineren Brüdern aus Tschetschenien geflohen. Nun lebt die Familie in dem niedersächsischen Ort Tespe. Auf der einen Seite fühlt sie sich in der "schönen, großen Wohnung" wohl und hilft ihrer Mutter im Haushalt. Auf der anderen Seite nimmt sie auch die Ressentiments einiger Nachbarn und Bürger des Ortes gegenüber Flüchtlingen wahr. (© 2014 Brown Sugar Films)

Präsentieren Sie den Text Ihren Mitschüler/innen, indem Sie ihn direkt zu den Bildern einsprechen. Inwiefern verändert der Kommentar die Wirkung der Szenen?

Die Menschen ins Bild setzen
Sichten Sie die Beispielszenen mit Ingeborg Neupert und Herbert Prahm und vergleichen Sie, wie Ingeborg Neupert und Hartmut Prahm dargestellt werden. Welche Wirkungen erzielt der Film durch den Einsatz filmischer Mittel wie der Filmmusik, der Kameraeinstellung und der Montage?

Beispielszenen siehe:
Herbert Prahm ist einer der Mitbegründer der Bürgerinitiative gegen das geplante Asylbewerberheim in dem niedersächsischen Dorf Appel. Er sagt, die Menschen in Appel wären im Großen und Ganzen offen für Fremde, aber 53 Asylbewerber seien "nicht sozial verträglich" für den kleinen 400 Seelen-Ort. Mütter des Ortes, die sich der Initiative angeschlossen haben, sind um die Sicherheit ihrer Töchter besorgt. (© 2014 Brown Sugar Films)

Die 80-jährige Ingeborg Neupert aus Tespe kümmert sich ehrenamtlich um Larisas Familie, die aus Tschetschenien geflohen ist, und lernt mit den Kindern Deutsch. Seit Larisas Mutter krank geworden ist, muss sich die 21-jährige Larisa alleine um ihre fünf jüngeren Brüder und den Haushalt der Familie kümmern. (© 2014 Brown Sugar Films)


Thema Unterbringung
Wo und wie sollten Ihrer Meinung nach Flüchtlinge in Deutschland untergebracht werden? Eher in einer Großstadt oder in einem Dorf? Lieber in einer Gemeinschaftsunterkunft oder in einer eigenen Wohnung? Sammeln Sie Argumente für oder gegen die unterschiedlichen Möglichkeiten. Vergleichen Sie Ihre Argumente mit den Ergebnissen der Umfrage der DOK Spotters Schülerredaktion!
http://dok-spotters.de/?p=2954

Interview mit Hauke Wendler
Im Video-Interview äußert sich der Regisseur Hauke Wendler dazu, welche Art von Willkommenskultur er sich wünscht. Wie lauten seine Vorschläge?
Carsten Rau und Hauke Wendler sind die Regisseure der Dokumentation "Willkommen auf Deutsch". Im Interview berichten sie von ihrer Arbeit an dem Film und sprechen darüber, inwieweit er einen konstruktiven Beitrag zu der aktuellen Debatte um Flucht und Migration leisten kann. (© 2014 Brown Sugar Films)



Filmrezension
Schreiben Sie eine Filmrezension über "Willkommen auf Deutsch". Teilen Sie sich dazu in zwei Gruppen auf – während die eine Gruppe bei der Formulierung ihres Textes genauen Vorgaben folgt, kann die zweite Gruppe den Text frei gestalten. Vergleichen Sie gruppenintern Ihre Texte und wählen Sie jeweils zwei Beispiele aus, die Sie der anderen Gruppe präsentieren.

Die Vorgaben für Gruppe 1:
  1. Worum geht es in dem Film? (ca. 300 Zeichen)

  2. Wie hat der Filmemacher das Thema umgesetzt? (ca. 300 Zeichen)

  3. Wie hat Ihnen der Film gefallen? Bewerten Sie den Film! (ca. 300 Zeichen)


Wohncontainer für FlüchtlingeWohncontainer für Flüchtlinge (© Pier53)



Zum Thema "Willkommenskultur"



Beschreiben Sie die Hauptpersonen im Film und ihre Beziehungen zueinander!
  • Wie beschreibt Herr Prahm sein Heimatdorf Appel? Wie nehmen Sie selbst Appel wahr?

  • Die Bürgerinitiative in Appel will laut eigener Aussage den Menschen helfen. Dennoch sind sie gegen die Aufnahme von 53 Asylbewerbern in ihrem Dorf.
    Wie begründen sie ihren Widerstand?

  • Welche Gründe haben die Menschen im Film, nach Deutschland zu ziehen?
    Auf welche Probleme und Grenzen stoßen sie?

  • Im Mittelpunkt des Films steht das Thema Migrationspolitik.
    Welche verschiedenen Meinungen dazu sind zu hören? Wie werden die verschiedenen Positionen dargestellt?

  • Wovor haben die Mitwirkenden Angst?
    Denken Sie dabei an alle im Film dargestellten Menschen. Können Sie als Zuschauer/innen beurteilen, welche Ängste "berechtigt" sind und welche nicht?

  • Was motiviert Ingeborg Neupert dazu, die die tschetschenische Familie im Dorf zu unterstützen?
    Was tut sie konkret?

  • Warum droht Larisa die Abschiebung nach Polen?
    Und woran liegt es, dass sie letztlich doch in Tespe bei ihrer Familie bleiben kann?

  • Malik und Abida suchen sofort nach ihrer Ankunft den Kontakt zu den Deutschen.
    Auf welche kulturellen Unterschiede treffen sie und in welchen Szenen wird dies deutlich?

  • Welche Vorurteile gegenüber Ausländern werden im Film angesprochen?
    Welche Vorurteile über Deutsche werden artikuliert?

  • Hartmut Prahm unterscheidet zwischen Flüchtlingen, die "aus politischen Gründen um ihr Leben fürchten müssen" und anderen, die aufgrund von wirtschaftlichen Gesichtspunkten fliehen. Seiner Meinung nach sollte nur die erste Gruppe in Deutschland aufgenommen werden.
    Wie bewerten Sie diese Unterscheidung?

  • Hat sich Ihre Sicht auf das Thema Zuwanderung durch den Film verändert?
    In welcher Hinsicht hat eine Veränderung stattgefunden?
Internationales Café Winsen/LuheInternationales Café Winsen/Luhe (© Pier53)

Zur Filmsprache

  • Vermitteln die Filmemacher Ihrer Meinung nach eher ein objektives oder ein subjektives Bild über die Problematik von Zuwanderung und Integration? Begründen Sie Ihre Meinung.

  • In welcher Umgebung werden die Protagonisten gefilmt? Was sagt die Umgebung über sie aus?

  • Inwiefern unterteilt der Film die Mitwirkenden in Täter und Opfer?

  • Wie werden der Landkreis Harburg und die Orte Appel und Tespe im Film dargestellt?

  • Der Film verzichtet auf einen Kommentar. Hat Ihnen ein Kommentar gefehlt? Wenn ja, warum?

  • Wir wirkt die Filmmusik auf Sie? In welchen Szenen ist Ihnen die Musik besonders aufgefallen?

  • Verschiedene illustrative Aufnahmen dienen der Regie als Bindeglieder zwischen den verschiedenen Geschichten und Schauplätzen. An welche Bilder erinnern Sie sich?


Creative Commons License Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

 

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