Dossierbild "Hotel California"
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28.3.2017 | Von:
Andrea Keller

Hotel California: Arbeitsblatt und Unterrichtsvorschläge

Die Aufgaben und Inputs zum Film "Hotel California" behandeln Themen wie Alltagsrassismus, Flüchtlingspolitik, Gleichberechtigung, Inklusion und Zivilcourage. Sie eignen sich sowohl für den schulischen Unterricht als auch für außerschulische Bildungsveranstaltungen.
Film-Still aus dem Kurzspielfilm "Hotel California"Film-Still aus dem Kurzspielfilm "Hotel California" Lizenz: cc by-sa/4.0/deed.de (ABC Bildungs- und Tagungszentrum e.V., DirectorsCut)

Der Kurzspielfilm "Hotel California" erzählt vom Zusammenleben junger Menschen mit und ohne Fluchterfahrung. Vor der Kamera standen 24 Jugendliche – die Hälfte von ihnen ist in den letzten Jahren nach Deutschland geflüchtet. Hinter der Kamera haben professionelle Filmemacher die Geschichte in Szene gesetzt. Regisseur Patrick Merz hat das Drehbuch gemeinsam mit den jungen Schauspielerinnen und Schauspielern erarbeitet. Diese Vorarbeit fand im Rahmen von Workshops des ABC Bildungs- und Tagungszentrums im niedersächsischen Drochtersen-Hüll statt, dessen Arbeitsschwerpunkt die politische Bildung mit Medien ist.

Der Film basiert auf wahren Geschichten. Die Beteiligten spielen aber auch mit Vorurteilen und verwenden bewusst Klischees, um Diskussionen über Alltagsrassismus, Flüchtlingspolitik, Gleichberechtigung, Inklusion und Zivilcourage anzuregen. "Hotel California" bietet, insbesondere auch für Schulklassen und Jugendgruppen mit heterogenen Sprachkenntnissen, einen guten Einstieg in diese Themenfelder. Die folgenden Aufgaben und Inputs richten sich an Jugendliche ab 14 Jahren. Sie eignen sich sowohl für den schulischen Unterricht als auch für außerschulische Bildungsveranstaltungen.

In Kürze stellen wir das Arbeitsblatt auch als PDF-Dokument und als ODT-Datei zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung.


Aufgabe 1: (Mixed) Migration

„Da muss man was tun!“ (Linda) – Ausschnitt aus dem Kurzspielfilm "Hotel California" – 29:40 Min.



Unterrichtsvorbereitung: Als Einstieg ins Thema und zur Vorbereitung auf die Filmvorführung von "Hotel California" tauschen sich die Schüler und Schülerinnen über persönliche Erfahrungen, Vorstellungen und Befürchtungen zu den Themen Migration, Flucht und Asyl aus: Was müsste passieren, damit sie ihr Zuhause verlassen und wie möchten sie am neuen Ort aufgenommen werden?

Aufgabe 1a: (Un)Freiwillig unterwegs

Nenne Gründe, die eintreten müssten, damit du Deutschland verlässt – sei es freiwillig oder unter Zwang: Sortiere die Gründe in die Kategorien „freiwillige“ und „unfreiwillige“ Migration.

Kläre den Unterschied zwischen „Flucht aus Zwang“ und „freiwilliger Migration“ und beurteile, ob die Begriffe immer klar voneinander getrennt werden können.

Informiere Dich im Internet über das sogenannte Konzept der „Mixed Migration“.

→ Lenuweit, Tanja: Lernen über Migration und Menschenrechte. Flüchtlinge gestern – Flüchtlinge heute, Handreichung für Unterricht und Bildungsarbeit, hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Berlin 2015, S. 7ff.

Aufgabe 1b: Weggehen und Ankommen

Diskutiert in Kleingruppen die folgenden zwei Situationen nach der Placemat-Methode:

1. Ihr müsst oder wollt Euer Zuhause verlassen, um in einem anderen, weit entfernten Land zu leben und zu arbeiten: Fertigt eine Liste der fünf wichtigsten Dinge an, die Ihr mitnehmt.

2. Ihr kommt in dem neuen Land an: Beschreibt, was Ihr braucht, um dort glücklich leben zu können (dabei nicht nur an materielle Dinge denken). Erstellt eine sogenannte „Placemat“: das ist ein Blatt, auf dem eure übereinstimmenden Antworten in der Mitte und die individuellen Antworten in einer jeweiligen Ecke stehen.

Erklärung zur Methode Placemat

Aufgabe 1c: Fluchtgründe

Lena spielt im Film "Hotel California" die Anführerin einer Dorfclique. Sie will nichts mit Geflüchteten zu tun haben und sagt: „Was kann ich dafür, dass in deren Land Krieg herrscht?“

Recherchiere ausgehend von der Aufgabe 1a die Bedeutung sogenannter „Push-Faktoren“ (die Menschen aus den Herkunftsländern wegdrücken) und „Pull-Faktoren“ (die Menschen in die Aufnahmeländer ziehen).

Ordne den Begriffen unter anderem folgende Fluchtgründe zu: Armut - Arbeitslosigkeit - Naturkatastrophen - Kriege - politische und soziale Konflikte - schlechter Zugang zu Bildung - mangelhafte Gesundheitsversorgung - Hunger - höhere Löhne - besseres Rechtsverständnis - Globalisierung - familiäre Gründe - bessere Bildungschancen - bessere Gesundheitsversorgung - Sicherheit

Push- und Pullfaktoren bei der Migration, Erklärvideo der "Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen" (ZESS) der Uni Göttingen, 24.11.2015 (Stand: 08.03.2017)


Aufgabe 2: Flucht

„Charlie, von Politik verstehst du gar nichts. Die fliehen wegen den Taliban, nicht andersrum.“ (Linda) – Ausschnitt aus dem Kurzspielfilm "Hotel California" – 4:18 Min.



Unterrichtsvorbereitung: Idealerweise wird "Hotel California" in inklusiven Gruppen gezeigt und diskutiert, sodass Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung gemeinsam arbeiten. Ziel ist, dass ein Austausch und eine gemeinsame Diskussion stattfindet; ein "Sprechen über andere" sollte vermieden werden. Falls dies nicht möglich ist, versuchen sie, über verschiedene Inputs die Perspektivenübernahme zu fördern, sodass innerhalb der Gruppe die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden kann.

Aufgabe 2a: Entscheidung zur Flucht

Viele der jungen Laienschauspielerinnen und -schauspieler aus dem Film "Hotel California" hatten vor Beginn der Drehaufnahmen bereits eine monate-, manchmal jahrelange Flucht durch verschiedene Länder hinter sich. Die Entscheidung zur Flucht wurde bei einigen von den Eltern gefällt, andere machten sich heimlich und ohne Abschied auf den Weg. Die meisten flüchteten auf dem Landweg. Daher konnten sie kaum Gepäck mit sich führen. Viele verloren unterwegs ihr Hab und Gut.

Überlege dir, welche materiellen Dinge du im Fall eines Umzugs mit dir nehmen würdest (es steht ein kleiner Umzugswagen zur Verfügung). Notiere die Gegenstände auf einzelne Zettel.

Schau dir anschließend in der Gruppe Bilder von Menschen auf der Flucht an, die einen Einblick in ihre Besitztümer gegeben haben. Und/oder lest gemeinsam den Artikel über die wenigen Dinge, die Menschen auf ihre Flucht übers Mittelmeer mitnehmen.

Spiele die Eingangssituation nun noch einmal ohne Umzugswagen durch: Trenne dich von einem Großteil der Gegenstände; zerknülle die entsprechenden Zettel und wirf sie in den Papierkorb.

→ Ein Handy, ein Deo, Turnschuhe – kostbare Dinge auf der Flucht. In: Die Zeit, 26.06.2015. Online unter: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-06/fluechtlinge-fs« (Stand: 08.03.2017)

→ Gerstlauer, Anne-Kathrin: Was Flüchtlinge aufs Mittelmeer mitnehmen. In: Die Zeit, 07.09.2015. Online unter: http://blog.zeit.de/teilchen/2015/09/07/was-fluechtlinge-aufs-mittelmeer-mitnehmen/« (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 2b: Konsequenzen der Flucht

Die Bilder aus der Zimmeretage im "Hotel California" zeigen ein möglichst realistisches Bild von Unterkünften für Geflüchtete (Jugendliche, die mehrere Monate in verschiedenen Unterkünften gewohnt haben, richteten das Filmset ein): Mehrbettzimmer mit fremden Menschen, Gemeinschaftsduschen, wenig Platz für persönliche Besitztümer und keinerlei Privatsphäre. Menschen, die sich entscheiden zu fliehen, müssen ihre gewohnte Umgebung und oftmals ihre Familie und Freunde und immer ihren Alltag hinter sich lassen.

Überlegt Euch in der Gruppe, auf was Ihr unter keinen Umständen für einen beschränkten Zeitraum oder auch für immer verzichten könntet: Bringt auf dem Boden mit Kreppband oder Kreide eine Prioritäten-Leiste an (am einen Ende steht "überhaupt nicht", am anderen Ende steht "sehr leicht".

Positioniert Euch nun auf dieser Leiste zu der folgenden Frage: „Auf was könntest du für wie lange Zeit verzichten?“

Folgende Dinge stehen zu Auswahl: Eltern - Geschwister - beste/r Freund/in - Heimat - Zuhause - Zimmer - eigenes Bett - Handy - Computer - Fernseher - liebste Freizeitbeschäftigung - Internet - Schule/Ausbildung - Wasser - Lebensmittel - eigene Toilette - warme Dusche - Geld - Sprache

Sucht gemeinsam nach weiteren Dingen, auf die Ihr unter keinen Umständen oder auch nur ungern verzichten könntet.

→ Für eine schriftliche Variante der Aufgabe in Tabellenform vgl. Abenteuer rotes Kreuz. Eine Idee verändert die Welt. Dossier Regeln im Krieg, hrsg. vom Schweizerischen Roten Kreuz, Bern 2016, S. 11. Online unter: http://schulen.redcross.ch/abenteuer-rotes-kreuz/regeln-im-krieg-0 (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 2c: Die Menschen hinter den Zahlen

Möglicherweise sind Teilnehmende mit Fluchterfahrung in der Gruppe, die sie als Lehrkraft fragen können, ob sie – nicht als Flüchtling, sondern als Mitglied der Gruppe – etwas über ihr aktuelles Leben und ihre Vergangenheit erzählen wollen. Es gibt auch die Möglichkeit, Jugendliche mit Fluchterfahrung zur Vorführung von "Hotel California" einzuladen. Zudem finden sie im Internet Kurzbiografien, Filme, Audios und Multimediareportagen verschiedenster Menschen, die gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen.

Wähle eine Biografie und schreibe einem Menschen, der Einblick in sein Leben gewährt hat, einen Brief (oder male ein Bild): „Liebe ……, ich habe Deine/Ihre Geschichte gelesen. Ich finde …, meiner Meinung nach …, ich wünsche mir …“ Wenn du möchtest, lies den Brief im Plenum vor.

→ Willkommen? Syrische Flüchtlinge im Libanon und in Deutschland. Materialien zur friedenspolitischen Bildung, hrsg. vom Forum Ziviler Friedensdienst, Köln 2015. Online unter: http://forumzfd.de/sites/default/files/downloads/Unterrichtsheft 2015 final.pdf (Stand: 08.03.2017)

→ Flüchtlinge erzählen ihre Geschichte, hrsg. von der UNO-Flüchtlingshilfe. Online unter: https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/fluechtlinge/fluechtlinge-erzaehlen.html (Stand: 08.03.2017)

Mulugeta, Addis und von Eichhorn, Caroline: Neu in Deutschland. Mit Fotos von Johannes Arlt, Erol Gurian und Gordon Welters, hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2016

Aufgabe 3: Asylverfahren

„Du brauchst einen Anwalt!“ (Hamad) – Ausschnitt aus dem Kurzspielfilm "Hotel California" – 27:10 Min.



Unterrichtsvorbereitung: In dem Film "Hotel California" gibt es viele Behauptungen über das Asylverfahren in Deutschland: „Wir dürfen nicht arbeiten.“ „Geh doch zur Schule.“ „Hier hat niemand Geld“. „Er wird nach Somalia abgeschoben.“ Um sich eine eigene Meinung bilden und zu möglicherweise undifferenzierten Aussagen Stellung beziehen zu können, müssen die Grundlagen des Asylverfahrens in Deutschland vermittelt werden.

So werden etwa Menschen, denen in Deutschland kein Asyl gewährt wird, nicht automatisch abgeschoben – sie haben allerdings weniger Rechte und Möglichkeiten. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge veröffentlicht regelmässig statistische Daten: Der Prozentsatz an schutzsuchenden Menschen, die auch tatsächlich Schutz erhalten – die sogenannte Schutzquote – lag im Jahr 2015 bei 34,7 %; im Jahr 2016 bei gut 60 Prozent (Quelle BAMF, Mai 2016). Entscheidend ist dabei der Status des Herkunftslandes: 1993 wurde mit der Reform des Asylrechts ("Asylkompromiss") das Konzept der „sicheren Herkunftsländer“ im Grundgesetz der Bundesrepublik aufgenommen. In Deutschland waren 2016 die folgenden Länder als sichere Herkunftsländer eingestuft: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien (§29a und Anlage II Asylverfahrensgesetz). Darüber hinaus wird diskutiert, ob auch Afghanistan, Algerien, Marokko und Tunesien sichere Herkunftsländer sind. Mehr zum Thema hier.

Menschen aus sicheren Herkunftsländern haben nur geringe Chancen, in Deutschland Asyl zu erhalten. (Schutzquote 2015 gemäß BAMF bei 1 Prozent). Sie müssen für die Dauer des Asylverfahrens in Erstaufnahmeeinrichtungen wohnen. Sie dürfen keine Beschäftigung aufnehmen und haben nicht immer Recht auf Schulbildung, da sich die Schulpflicht je nach Bundesland oft nicht auf Kinder und Jugendliche in Erstaufnahmeeinrichtungen erstreckt.

Klären sie als Lehrende/r mithilfe der unten genannten weiterführenden Links Fragen und eignen sie sich gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen die zentralen Begriffe an: Die Schülerinnen und Schüler präsentieren den Ablauf des Asylverfahrens nochmals in einer eigenen Darstellung. Sie können dazu ein Plakat machen oder auch ein Quiz erstellen (z.B. Onlinequiz mit QuizLab der Leibniz Uni Hannover, http://quizlab.de).


→ Themenseite Flucht, auf: bpb.de, laufend aktualisiert. Online unter: http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/flucht

→ Zahlen zu Asyl in Deutschland, auf: bpb.de, 14.03.2017. Online unter: http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/flucht/218788/zahlen-zu-asyl-in-deutschland

→ Kurzdossier: Zuwanderung, Flucht und Asyl, auf: bpb.de. laufend aktualisiert. Online unter: http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers

einfach Politik: Flucht und Asyl, Heft in einfacher Sprache, hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2016

→ Für jüngere Schülerinnen und Schüler vgl. Toyka-Seid, Christiane und Hebenstreit, Tanja: Flüchtlinge, Asylbewerber, Asylberechtigte - wo sind die Unterschiede? In: Spezial: Füchtlinge - Menschen auf der Flucht, auf: HanisauLand.de, Online unter: https://www.hanisauland.de/spezial/flucht-fluechtlinge/flucht-kapitel-4-fluechtlinge-ayslbewerber-asylberechtigte.html

→ Fragen und Antworten, hrsg. vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Online unter: http://www.bamf.de/DE/Infothek/FragenAntworten/fragenantworten-node.html (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 3a: Anerkannte Asylgründe

Die Flüchtlingsorganisation PRO ASYL e.V. zeigt in einer Broschüre mit dem Titel "Asyl ist Menschenrecht" auf Seite 8 Symbole mit kurzen Erklärungen zu verschiedensten Fluchtgründen.

Druckt die Symbole auf Papier aus (Falls möglich groß kopiert auf DIN A3). Schneidet sie einzeln aus und bringt sie in eine Reihenfolge – gemessen an der Wahrscheinlichkeit, dass die jeweiligen Fluchtgründe in Deutschland als Asylgrund anerkannt werden. Recherchiert dazu auch auf der Seite des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach anerkannten Asylgründen. Achtung: Eine eindeutige Reihenfolge gibt es nicht.

→ Fluchtgründe. Warum Menschen fliehen. In: Asyl ist Menschenrecht. Informationen zum Thema Flucht und Asyl, hrsg. von PRO ASYL, Frankfurt a.M. 2016. Online unter: https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2016/09/PRO_ASYL_Asyl-ist-MR_Broschuere_Web_klein_sep16.pdf, hier: S. 8. (Stand 08.03.2017)

→ Asylberechtigung, hrsg. vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Online unter: http://www.bamf.de/DE/Fluechtlingsschutz/AblaufAsylv/Schutzformen/Asylberechtigung/asylberechtigung-node.html (Stand 08.03.2017)

Aufgabe 3b: Wer trifft die Entscheidung?

Asylanträge werden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) von den dort arbeitenden Entscheiderinnen und Entscheidern geprüft. Diese untersuchen die Angaben der Geflüchteten und führen mit ihnen eine persönliche Anhörung durch: Danach entscheiden sie, wer eine Aufenthaltserlaubnis bekommt, wer geduldet wird und wer abgeschoben werden soll.

Schau dir die Multimediareportage über die Arbeit der Entscheiderin Dölz an. Skizziere schriftlich ihre wichtigsten Aufgaben und den Ablauf einer persönlichen Anhörung.

Diskutiert anschließend in der Gruppe, welche Herausforderungen und welche Hilfestellungen die Entscheider und Entscheiderinnen bei ihrer Arbeit vorfinden.

→ Hunfeld, Frauke: Die Entscheiderin. In: Stern, 14.06.2015. Online unter: http://www.stern.de/politik/deutschland/die-entscheiderin--reportage-aus-dem-fluechtlingsamt-6862890.html (Stand: 08.03.2017)


Aufgabe 4: Abschiebung

„ Ich hoffe, es hat dir bei uns gefallen, Hans.“ (Sachbearbeiterin) – Ausschnitt aus dem Kurzspielfilm "Hotel California" – 32:44 Min.



Im Film "Hotel California" wird die Angst vor Abschiebung thematisiert. Bei der Diskussion um Abschiebung und Bleiberecht geht es um grundsätzliche, ethische Fragen zu Chancengleichheit, Gerechtigkeit und Machtverhältnissen.

Aufgabe 4a: Abschiebung und Bleiberecht – Pro und Contra

Unterrichtsvorbereitung: In "Hotel California" heißt es, dass der Junge Hanod nach Somalia abgeschoben werden soll. Aktuell gibt es aus Deutschland keine Abschiebungen nach Somalia. Allerdings werden Menschen in sogenannte sichere Drittstaaten abgeschoben, wo die Lebensbedingungen schlechter sind oder von wo aus sie gegebenenfalls nach Somalia abgeschoben werden. Zudem können sich Menschen aus Somalia nie ganz sicher sein, ob das Abschiebungsverbot in Deutschland nicht doch plötzlich aufgehoben wird. Die Aussage „Abschiebung nach Somalia“ ist somit zwar nicht ganz korrekt, steht aber sinnbildlich für die Angst vor Abschiebung, die für viele Menschen zur täglichen Realität gehört und die Teilnehmende des Projekts "Hotel California" immer wieder zum Ausdruck brachten.

Lies einen der folgenden Texte. Fasse die zentralen Aussagen zusammen und schreib sie in Sprechblasen.

Notiere in einer Liste mögliche Argumente und Gegenargumente zu den Themen Abschiebung und Bleiberecht.

→ Brake, Michael: Im Zweifel für den Zweifel. In: Fluter, 20.12.2014. Online unter: http://www.fluter.de/im-zweifel-fuer-den-zweifel (Stand: 08.03.2017)

→ Olschewski, Julia und Link, Annette: Viele Flüchtlinge werden jahrelang von einer in die nächste Duldung geschickt. In: Migazin - das Fachmagazin für Migration und Integration in Deutschland, 20.08.2015. Online unter: http://www.migazin.de/2015/08/20/zermuerbende-warteschleife-viele-fluechtlinge-duldung/ (Stand: 08.03.2017)

→ Lau, Mariam: Für alle eine Qual. In: Die Zeit, 18.10.2015. Online unter: http://www.zeit.de/2015/42/abschiebung-fluechtlinge-berlin (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 4b: Menschenrechte

Unterrichtsvorbereitung: Wenn wir im Unterricht über Probleme, Erlebnisse oder Erfahrungen reden, die wir mit einem Thema oder einer sozialen Situation verbinden, so benutzen wir normalerweise Wörter und Begriffe. Eine Methode, mit der man ein Thema buchstäblich „verkörpern“ und Sichtweisen anders als mit Worten darstellen kann, sind Standbilder: Jeweils ein/e "Regisseur/-in" gestaltet dabei mit den anderen Teilnehmer/-innen als Statist/-innen ein Standbild (Freezebild), das fotografiert wird. Für weitere Informationen lesen sie sich die Hintergrundinformationen in der Methoden-Kiste (Nummer 38).

„Verkörpert“ die wichtigsten Menschenrechte in Standbildern. Vergleicht im Anschluss die Fotos und diskutiert die folgenden Fragen: Welches sind aus eurer Sicht die wichtigsten Menschenrechte? Was könntet ihr in eurem Umfeld tun, um die Menschenrechte zu stärken?

→ Krennerich. Michael: Zehn Fragen zu Menschenrechten, auf: bpb.de, 12.10.2009. Online unter: http://www.bpb.de/internationales/weltweit/menschenrechte/38627/zehn-fragen

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Resolution 217 A (III) der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 10.12.1948

→ Menschenrechte - Deine Rechte!, hrsg. von der Jugendstiftung Baden-Württemberg. Online unter: http://menschenrechte.jugendnetz.de/menschenrechte/artikel-1-30/ (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 4c: Was ist gerecht?

Jede Gruppe bekommt eine oder zwei Tafeln Schokolade (oder Kekse, Früchte …). Die Verteilung der Schokolade geht reihum: Die erste Teilnehmerin nimmt sich einen so großen Anteil an der Schokolade, wie sie möchte und reicht die Tafel weiter. Die Verteilung ist beendet, sobald nichts mehr von der Schokolade übrig ist – auch wenn einige der Schüler/-innen nichts erhalten haben sollten.

Diskutiert die Übung und entwickelt in der Gruppe eine Definition zu der Frage: Was ist (Un-)Gerechtigkeit?

→ Wie gerecht bist du? Gerechtigkeit will auch im Klassenzimmer gelernt sein, hrsg. von young caritas. Online unter: http://www.youngcaritas.de/cms/contents/youngcaritas.de/medien/dokumente/wie-gerecht-bist-du/kapitel1a_wie_gerecht_bist_du.pdf?d=a&f=pdf (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 4d: Chancen im Leben

Unterrichtsvorbereitung: Im Anschluss an Aufgabe 4b kann an dieser Stelle ein Rollenspiel zu sozialer Ungleichheit und Gerechtigkeit durchgeführt werden. Bereiten sie als Pädagoge/-in die folgende Übung zunächst anhand der unten verlinkten Materialien vor. Jede/r Schüler/in übernimmt anschließend eine Rolle, zu der er/sie jeweils eine Personenbeschreibung erhält (z.B. 20-jährige Asylbewerberin, im Iran aufgewachsen, ohne Papiere; unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan; homosexueller 40-jähriger Gemüsehändler mit deutschem Pass). Anschließend versetzen die Schüler/-innen sich gedanklich in Alltagssituationen.

Übernimm eine Rolle und lies dir die dazugehörige Personenbeschreibung durch. Entscheide anschließend in deiner Rolle, ob die folgenden Fragen mit JA oder NEIN zu beantworten sind: Kannst du einen Schulabschluss machen? (…) …heiraten? (…) …eine Wohnung mieten? (…) …allein auf eine Party gehen? (…)

Falls du mit JA antworten kannst, gehe von einer Startlinie aus einen Schritt vor; falls du mit NEIN antwortest, bleib stehen (bei vielen Fragen gibt es keine eindeutige Antwort). Nach einigen Fragen vergleicht ihr, wie weit ihr von der Startlinie entfernt steht. Diskutiert eure Antworten und damit die Faktoren, die die Chancen und Möglichkeiten verschiedener Menschen beeinflussen.

→ Wie im richtigen Leben. In: Integration. Übungen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, hrsg. von Miteinander e.V. Online unter: http://www.miteinander-ev.de/servicestelle-miteinander/integration.pdf, hier: S. 26. (Stand: 08.03.2017)

→ Ein Schritt nach vorn. Auszug aus: Kompass - Handbuch zur Menschenrechtsbildung für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit, hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2005. Online unter: http://kompass.humanrights.ch/cms/upload/pdf/ch/ue_15_schrittnachvorn.pdf (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 5: Alltagsrassismus

„Wir gehören da nicht dazu. Ich finde, wir sollten unter uns bleiben.“ (Hamad) – Ausschnitt aus dem Kurzspielfilm "Hotel California" – 23:45 Min.



Unterrichtsvorbereitung: Das Drehbuch von "Hotel California" ist gespickt mit rassistischen, diskriminierenden Aussagen und Sprüchen wie „Kein Deutsch, kein Fußball“ oder „Deutsche sind alle gleich“ oder „Das sind doch alles Zuhälter“. Die Jugendlichen, die am Film mitgearbeitet haben, erzählen, dass sie solche diskriminierenden, ausgrenzenden Sprüche häufig hören. Diskutieren Sie vorab mit Ihren Schülerinnen und Schülern, ob und wenn ja wie sie Vorurteile, Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus in ihrem Alltag beobachtet und/oder erlebt haben.

Aufgabe 5a: Typisch ich?

Nehmt eure Gruppe genau unter die Lupe und untersucht, was ihr für Gemeinsamkeiten habt und wo Unterschiede liegen: Setzt euch in einen Stuhlkreis. Eine/r von Euch stellt ihren/seinen Stuhl beiseite und stellt sich in die Mitte des Kreises. Die Person in der Mitte sagt „Alle die schon einmal ……………… gemacht haben.“ (schon einmal demonstriert haben; schon einmal geschlagen worden sind; schon einmal Strandferien gemacht haben; ...).

Diejenigen, die diese Aussage mit JA beantworten können, stehen auf und gucken sich an. Auf das Kommando „Los“, das die Person in der Mitte des Kreises gibt, müssen alle die Plätze tauschen (nicht mit den unmittelbaren Nachbarn). Wer keinen leeren Stuhl findet, liefert die nächste Aussage.

Stellt dar, welche überraschenden Entdeckungen ihr im Laufe des Spiels gemacht habt. Erläutert im Anschluss an das Spiel die Aussage „Menschen in eine Schublade stecken“. Ordnet Menschen aus eurer Gruppe bewusst bestimmten Schubladen zu.

Schaut euch im Anschluss das Video „All that we share“ (auf Englisch) des dänischen Fernsehsenders TV2 an und gleicht die Darstellung dort mit euren Erfahrungen aus der Übung ab.

→ YouTube-Video „All that we share“, hrsg. von TV2 Danmark, 27.01.2017. Online unter: https://www.youtube.com/watch?v=jD8tjhVO1Tc (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 5b: Typisch Deutschland?

Immer wieder wird gesagt, dass Deutsche pünktlich, Schweizerinnen reserviert, Kubanerinnen unbeschwert und Afghanen bescheiden seien. Bringe die folgenden Werte, die für Deutschland gelten sollen, in eine Reihenfolge: Hilfsbereitschaft – Ordnung – Selbstvertrauen – Gehorsam – Bescheidenheit – Familienbindung – Disziplin – Selbständigkeit – Respekt vor dem Alter – Ehrlichkeit – Gute Manieren – Religion – Gastfreundschaft.

Vergleicht eure Gewichtungen und beurteilt, ob es eine klare Aussage dafür gibt, was typisch Deutsch ist.

Schaut euch in dem verlinkten Artikel „Flüchtlinge zeigen, was sie mit Deutschland verbinden“ die dort gezeigten Bilder an. Erörtert anschließend die Aussage, dass es "den Afghanen", "den Syrer" oder "die Iranerin" gibt.

→ Gieffers, Hanna: Flüchtlinge zeigen, was sie mit Deutschland verbinden. In: Bento, 06.10.2015. Online unter: http://www.bento.de/politik/fluechtlinge-zeigen-gegenstaende-aus-deutschland-19447/ (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 5c: Diskriminierung, ja oder nein?

Bringt auf dem Boden mit Abdeckband oder Kreide eine Linie an; auf der einen Seite der Linie steht JA auf der anderen Seite NEIN. Je weiter weg du von der Linie entfernt bist, umso stärker ist dein jeweiliger Standpunkt (JA oder NEIN). Lies dir die verlinkte Beschreibung verschiedener Alltagssituationen durch und entscheide, ob Diskriminierung vorliegt oder nicht (z.B. „Die Schwarzen haben Rhythmus im Blut“). Positionieren sie sich anschließend im JA- oder NEIN-Feld.

→ Diskriminierung, ja oder nein?, hrsg. vom Bildungsteam Berlin-Brandenburg. Online unter: http://www.diversity.bildungsteam.de/sites/default/files/downloads/methodenbeschreibung_
diskriminierungsbarometer.pdf
(Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 5d: Die Macht der Sprache

Man spricht von der „Macht der Sprache“ oder sagt gar „Die Sprache kann töten“. Beurteile diese Aussagen in Bezug auf das Wort „Kanake“, das Lena immer wieder benutzt. Linda sagt schließlich: „Kanake heißt übrigens Mensch“.

Recherchiert in Partnergruppen, ob diese Aussage richtig ist. Welche Bedeutung hat das Wort „Kanake“ heute? Sollte das Wort benutzt werden dürfen? Sucht weitere Beispiele von Worten, die von den einen benutzt, von anderen aufgrund ihrer Bedeutung abgelehnt werden.

→ Terkessidis, Mark: Warum ich das nicht mehr hören will: "Kanake", hrsg. von Netz-gegen-Nazis.de, 13.11.2008. Online unter: http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/warum-ich-das-nicht-mehr-hoeren-will-teil-3-kanake (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 5e: Unsere Erfahrungen

Finde euch in Vierergruppen zusammen und sucht gemeinsam nach einer Situation in der jemand von euch diskriminiert wurde, ihr Diskriminierung beobachtet oder selbst jemanden diskriminiert habt. Dabei soll es sich nicht um eine erfundene, sondern um eine authentische Situation handeln. Entwickelt und schreibt eine Theaterszene, in der ihr die Szene vorspielt. Sammelt vorab auf einem Flipchart Gedankenblasen zu folgender Frage: Was geht den Menschen durch den Kopf, die diskriminiert werden? Was bewegt die Menschen, die diskriminieren?

Aufgabe 5f: Reagieren oder ignorieren?

Erstellt in der Gruppen ein Flussdiagramm, das die Hierarchie der Hotelbewohner und innerhalb der Dorfclique darstellt: Wer hat das Sagen, wer hält den Mund und wer traut sich zu intervenieren? Überlegt euch die Motivation, die Gedanken, Fantasien und Hoffnungen der einzelnen Charaktere.

Entscheidet euch anschließend jede/r für einen Charakter und stellt euch dem Rest der Gruppe vor: Erzählt aus eurem Leben und erläutert die Gründe eures Handelns (z.B. aus welchen Gründen Linda sich traut, sich gegen Lena aufzulehnen).

Aufgabe 5g: Fakten gegen Vorurteile

Du hast dir bereits einiges an Wissen über das Themenfeld Flucht und Asyl angeeignet, sodass du dich mit deinen eigenen Vorurteilen, mit Befürchtungen der Bevölkerung und Falschaussagen auseinandersetzen kannst.

In einem ersten Schritt sammelst du Aussagen und Behauptungen, die du in deiner Klasse oder Gruppe, in den Medien und auf der Straße gehört oder gelesen hast. In Kleingruppen sucht ihr dann Antworten, Fakten und Argumente, die diese Aussagen stützen oder widerlegen. Diskutiert die Ergebnisse mit Hilfe der Fish-Bowl-Methode zum Austausch von Gruppenarbeitsergebnissen (Quelle:Methoden-Kiste, Nummer 26).

→ Fakten gegen Vorurteile, hrsg. vom DGB Bildungswerk Thüringen. Online unter: https://www.fakten-gegen-vorurteile.de/ (Stand: 08.03.2017)

→ Fragen und Antworten, hrsg. vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Online unter: http://www.bamf.de/DE/Infothek/FragenAntworten/fragenantworten-node.html (Stand: 08.03.2017)

→ FAQ Asyl und Flüchtlinge: Die 10 häufigsten Fragen und Antworten, hrsg. von der Diakonie Deutschland, 05.09.2015. Online unter: https://info.diakonie.de/infothek/journal/detail/faq-asyl-und-fluechtlinge-die-10-haeufigsten-fragen-und-antworten/ (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 5h: Meinungsbild

Vertiefe dich mittels einer Internetrecherche in die akutelle politische Debatte um das Asylrecht. Wende die Zwei-Quellen-Regel an, die besagt, dass mindestens zwei voneinander unabhängige Quellen zu einem Thema gelesen werden sollen: Recherchiere beispielsweise die unterschiedlichen Positionen aller im Bundestag vertretenen Parteien. Wähle einen Aspekt aus (z.B. Familiennachzug) und stelle auf einem Plakat die Bandbreite der zugehörigen Argumente und Antworten vor.

Aufgabe 5i: "Be Deutsch"

Hör dir das Lied „Be Deutsch“ des Satirikers Jan Böhmermann an (englisch mit deutschen Untertiteln). Erläutere, was er mit dem Lied erreichen will: Was ist seine Aussage? (Lies dazu auch den kurzen Text, der in der Beschreibung des Videos steht. Eine weitere mögliche Erklärung bietet die Analyse des Journalisten Marc Röhlig.

→ YouTube-Video "Be Deutsch" von Jan Böhmermann (mit deutschen Untertiteln), hrsg. vom Neo Magazin Royale, 31.03.2016. Online unter: https://www.youtube.com/watch?v=HMQkV5cTuoY (Stand: 08.03.2017)

→ Röhlig, Marc: Warum uns ausgerechnet Böhmermann mit den "besorgten Bürgern" versöhnen könnte. In: Bento, 31.03.2016. Online unter: http://www.bento.de/politik/jan-boehmermanns-video-be-deutsch-ist-eine-mahnung-an-alle-besorgen-buergern-und-ihre-gegner-466677/ (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 6: Integration und Inklusion

„ Ich meine, ernsthaft, was können wir da machen?“ (Lena) – Ausschnitt aus dem Kurzspielfilm "Hotel California" – 32:00 Min.



Aufgabe 6a: Neue Namen

Als Elyas in seiner neuen Unterkunft eintrifft verpasst ihm Doro als erstes einen neuen, deutschen Namen: „Hier haben alle deutsche Namen. Das ist einfacher und gut für deine Integration.“

Überlegt, wieso die Filmemacher/-innen diese Szene in den Film aufgenommen haben und erläutert, was sie damit thematisieren wollen.

Diskutiert das Sprichwort „Sag mir wie du heisst und ich sage dir, wer du bist.“

Aufgabe 6b: Integration – Inklusion – Assimiliation – Parallelgesellschaft

Deutschland gilt als Einwanderungsland (Infomaterial der Bundesregierung). Es finden Diskussionen statt, wie mit den Menschen, die neu ankommen, umgegangen werden soll: Dabei ist meistens von Integration und immer häufiger auch von Inklusion die Rede.

Recherchiere die Begriffe Integration, Inklusion, Assimilation und Parallelgesellschaft und erkläre sie mit Hilfe von Symbolen, Zeichnungen oder Piktogrammen.

→ Infomaterial zum Thema „Einwanderungsland Deutschland“, hrsg. vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Online unter: https://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BPA/IB/Einwanderungsland%20Deutschland.html (Stand: 08.03.2017)

Aufgabe 6c: Zivilcourage

Billardspiel – Ausschnitt aus dem Kurzspielfilm "Hotel California" – 27:45 Min.



Im Film "Hotel California" ist das nächtliche Billardspiel im Hotel eine Schlüsselszene. Beschreibe, was passiert, als die Heimleiterin erscheint. Erläutere, aus welchem Grund Elyas in dieser Szene zu tanzen beginnt. Analysiere, wie die Filmemacher Geräusche und Musik einsetzen.

Vom Streit zur Straßensperre – Ausschnitt aus dem Kurzspielfilm "Hotel California" – 31:20 Min.



Am Ende des Films setzen sich die Jugendlichen aus dem Hotel und aus der Dorfkneipe gemeinsam für einen der Jungen ein. Diskutiert, was zwischen dem Streit am Abend des Billardspiels und der Szene mit der Straßensperre am Morgen innerhalb der beiden Gruppen passiert. Teilt euch in kleine Gruppen auf. Entwickelt und spielt anschließend eine neue Szene, die eine Situation zeigt, in der die Jugendlichen sich dazu entschließen, eine Straßensperre zu errichten.


Aufgabe 7: Gestaltungsmittel in "Hotel California"

Im Making-of geben Beteiligte und Macher Einblicke in die Arbeit an der Produktion "Hotel California".



"Hotel California" wurde von professionellen Filmemachern gedreht – in enger Zusammenarbeit mit vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Sie lieferten Anekdoten und Hintergrundinformationen, um den Plot auszuarbeiten; sie arbeiteten am Drehbuch mit und sie unterstützten das Team während der Dreharbeiten auch hinter der Kamera. Die Geschichte ist zusammengesetzt aus vielen kleinen Geschichten, Erzählungen und Anekdoten. Grundlage waren auch Videoclips, die im Rahmen von Filmseminaren im ABC Bildungs- und Tagungszentrum von Jugendlichen entwickelt und umgesetzt wurden.

Aufgabe 7a: Filmsprache

Die Filmemacher/-innen setzten bei der Produktion von "Hotel California" auf verschiedene filmtechnische Gestaltungsmittel wie beispielsweise Einstellungsgrößen, Licht und Musik.

Vergleicht verschiedene Szenen des Films: Anfangssequenz (Anfangs-Timecode 00:00), Wechsel Sicherungsausfall und erste Treckerfahrt (Anfangs-Timecode 08:10), Abfahrt Mira auf dem Trecker (Anfangs-Timecode 11:28), Wechsel Treckerfahrt zur Strandszene (Anfangs-Timecode 13:00).

Diskutiert anhand der verschiedenen Szenen die Funktion der Musik: Weshalb haben die Regisseure diese Musik gewählt? Welche Stimmung wird unterstützt?

Aufgabe 7b: Lichtgestaltung

Ein wichtiges filmtechnisches Gestaltungsmittel in "Hotel California" ist das Licht. Betrachtet folgende Szenen: Elyas und Mahdi im Zimmer (Anfangs-Timecode 05:10) und das Billardspiel (Anfangs-Timecode 27:45).

Erörtert folgende Fragen in Kleingruppen: Welche Stimmung wird mithilfe des Lichts erziehlt? Wie werden die handelnden Figuren charakterisiert? Welchen Einfluss hat die Lichtsetzung auf die Filmdramatrugie?

Aufgabe 7c: Offene Lizenz

Der Kurzspielfilm "Hotel California" ist unter der freien Lizenz CC-BY-SA herausgegeben worden.

Recherchiere, was Creative Commons sind. Erörtere, weshalb "Hotel California" unter CC-BY-SA lizenziert sein könnte.

Notiere, was du unter welchen Voraussetzungen mit dem Film alles machen darfst.

Aufgabe 7d: Einstellungsgrößen

Einstellungsgrößen sind zentrale Mittel filmischen Erzählens. Lies dir die Auflistung mit den wichtigsten Einstellungen aus dem Filmglossar auf kinofenster.de durch. Betrachte anschließend folgende Standbilder und ordne sie den Einstellungsgrößen Totale, Halbtotale, Halbnah-Einstellung, Naheinstellung und Detailaufnahme zu.

Diskutiert in der Gruppe, welche Funktion die verschiedenen Einstellungsgrößen haben könnten und weshalb die Regisseure die jeweiligen Einstellungsgrößen genutzt haben - welche Wirkung soll erzielt werden?

01 Hotel California01 Film-Still aus "Hotel California"

02 Hotel California02 Film-Still aus "Hotel California"

03 Hotel California03 Film-Still aus "Hotel California"

04 Hotel California04 Film-Still aus "Hotel California"

05 Hotel California05 Film-Still aus "Hotel California"

06 Hotel California06 Film-Still aus "Hotel California"

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Autor: Andrea Keller für bpb.de


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