Gladbach Fans auf der voll besetzten Tribüne des Bökelbergstadions am 2. Mai 1965
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"Wir sind keine Cheerleader, wir stehen nicht am Rand"

Weibliche Fans im Männerfußball


18.6.2014
Fußball wurde zu einer Männerdomäne gemacht, doch Frauen waren von Anfang an im Stadion. Sie unterstützen ihren Verein, setzen sich mit Vorurteilen auseinander und wollen auf Augenhöhe akzeptiert werden. Doch wieviel Gleichberechtigung lassen Kurven und Fußball-Business zu?

Weibliche Nürnberg-Fans beim Pokalendspiel von 1924 zwischen dem HSV und dem 1. FC Nürnberg in Berlin.Weibliche Nürnberg-Fans beim Pokalendspiel von 1924 zwischen dem HSV und dem 1. FC Nürnberg in Berlin. (© Bender/Kühne-Hellmessen 2001)


Ungeschriebene Geschichte. Frauen als Fußballfans



Auch wenn eine zusammenhängende Historie fehlt – die Vereinschroniken und -bücher liefern, meist unbeabsichtigt, immer wieder kleine Einblicke in die lange, aber ungeschriebene Geschichte weiblicher Fußballliebe. In England hat sich das Sir Norman Chester Centre for Football Research an der Universität von Leicester mit der Geschichte weiblicher Fankultur beschäftigt. Die folgende Feststellung kann ebenso für Deutschland gelten:

Zitat

Frauen waren immer Teil des Fußballpublikums

Selbst wenn die Zahl der weiblichen Zuschauer in der Vergangenheit sicherlich manchmal nicht sehr groß war, so scheinen Frauen doch immer einen Teil des Fußballpublikums gebildet zu haben.

Zitiert nach Selmer 2004, S. 12



Mit Hüten, Fahnen und Plakaten



Bilder aus der Frühzeit des Sports in Deutschland zeigen, dass der Fußball vor dem Ersten Weltkrieg die gutbürgerliche Mittelschicht auf den Platz lockte und zwar inklusive Frauen. Die kickten zwar selbst nicht, sondern spielten Tennis oder Hockey, waren aber durchaus für Fußball als Zuschauerinnen zu begeistern. Das zeigt diese kleine Randnotiz: Als der Sport-Club Victoria Hamburg von 1895 e. V. beschloss, eine Vereinszeitung herauszugeben, so geschah dies, wie dem Editorial der ersten Ausgabe vom Januar 1907 zu entnehmen ist, nicht zuletzt, um "auch die Damen unserer Tennis-Abteilung, die ein so reges Interesse auch für unser Fußballspiel bereits bekundet haben, noch mehr [zu] gewinnen".

Aber auch in den 1920er-Jahren, als längst nicht mehr nur Hunderte, sondern viele Tausende Zuschauende die Stadien füllten, waren Frauen dabei. Selbst im größten Getümmel. Etwa bei der Wiederholung des Pokalendspiels von 1922 zwischen dem HSV und dem 1. FC Nürnberg. Die Erstauflage war nach 90 Minuten, Verlängerung und allgemeiner Erschöpfung (es war noch kein Elfmeterschießen vorgesehen) abgebrochen worden. Zur Wiederholung in Leipzig strömten 60.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in ein völlig überfülltes Stadion, es kam zu Ausschreitungen, Flaschen flogen über die Ränge. Und mittendrin – Frauen, wie ein zeitgenössischer Beobachter berichtete:

Zitat

Sowas muß man gesehen haben!

Der frisch fröhliche Kampf, den die hinteren Reihen im Zuschauerraum mit Sodawasserflaschen gegen die vorderen Linien geführt haben. Wie das flog, klirrte und in der Sonne glitzerte, als so einige tausend Sodawasserflaschen auf einem Frontabschnitt von 200 Meter hoch im Bogen auf die vorderen Reihen niederprasselten.

Es war lieblich anzusehen, wie sie da im schwarzen Dreck zur Deckung gegen die feindlichen Geschosse niedergestreckt lagen, die Damen mit den weißen Sommerkleidern. Sowas muß man gesehen haben! Da muß man dabei gewesen sein!

Zitiert nach Bausenwein u. a. 1996, S. 254



Bei der Neuauflage des Finales von 1922 zwei Jahre später in Berlin waren Frauen ebenfalls dabei: Mit FCN-Fahnen unterstützten sie in einem kleinen Grüppchen ihren Verein und wurden auf einem Schwarz-Weiß-Foto in einer Chronik des Klubs festgehalten[1]. Ebenso wie die Frauen, die während der WM 1934 in Italien Hakenkreuzfahnen schwenkten, als die deutsche Mannschaft dort antrat. Fußballautor Hardy Grüne schrieb: "Während des Endturniers reisten zahlreiche deutsche Fans über den Brenner, wobei sich, wie die Bilder belegen, auch eine Menge Frauen unter den 'Schlachtenbummlern' befanden. Die WM wurde offenbar zu einem gemütlichen Familienausflug unter italienischer Sonne genutzt."[2]

Springen wir in die Nachkriegszeit: Dort feierte der HSV viele Norddeutsche Meisterschaften, aber auch Niederlagen, zum Beispiel 1958 im Endspiel gegen den FC Schalke 04 um die Deutsche Meisterschaft. In der Chronik zum 100-jährigen Bestehen des Vereins findet sich dazu ein Bild von Fans, die gerne als "wahrhaft" und "echt" bezeichnet werden – Fans nämlich, die auch nach einer Niederlage noch zu ihrem Verein stehen. Nach der Rückkehr vom Finale wurde die Mannschaft am Hauptbahnhof unter anderem von jungen Frauen mit selbstgemalten Plakaten "Trotzdem ward ihr prima" und "Ihr habt uns begeistert" in Empfang genommen. Die Bildunterschrift in der Vereinschronik lautet: "Die weiblichen Fans gehören zu den treuesten."

In den Exemplaren des "Kickers" aus diesen Jahren finden sich ebenfalls Frauen – auf der letzten Seite unter der Rubrik "Fußballer und ihr Familienalbum", zusammen mit Kind und/oder Haustier der Spieler. Manch Gattin oder Verlobte, heißt es, nehme am Fußball Anteil, andere seien "zu aufgeregt", um Spiele von der Tribüne zu verfolgen. Dass es auch anders zuging, zeigt das Beispiel von Liselotte Kremer, der Frau von Franz Kremer, seines Zeichens Gründer und Präsident des 1. FC Köln. Der war der letzte Titelträger vor der Einführung der Bundesliga (und der erste danach). Zur Feier des Meistertitels von 1962 bemalte Frau Kremer den Bürgersteig vor der FC-Gaststätte "Dörper" mit rot-weißer Farbe und handelte sich dafür eine Anzeige des Ordnungsamtes ein. Über die noch immer bestehende Leidenschaft der inzwischen 89 Jahre alten Dame für den FC berichtete 2008 der Kölner Express[3].

Fans des SV Werder Bremen zeigen ihre Anteilnahme am Tod von Adrian Maleika. Auch in den dunklen Kapiteln der Fußballgeschichte tauchen Frauen auf: Nach den gewaltsamen Fanauseinandersetzungen rund um das Spiel zwischen dem HSV und Werder Bremen im Oktober 1982, bei denen ein Werderanhänger durch Steinwürfe getötet wurde, standen acht Mitglieder des Hamburger Fanklubs "Die Löwen" vor Gericht. Darunter auch eine Frau, die Hetzparolen gerufen und sich an einer Schlägerei beteiligt haben sollte. Sicherlich eher eine Ausnahme, aber auch Teil der Geschichte weiblicher Fußballanhängerinnen. Ebenso wie die traurige Statistik des größten Unglücks im europäischen Fußball: Beim FA-Cup-Halbfinale im April 1989 in Sheffield kamen im Stadion Hillsborough 96 Fußballfans ums Leben, darunter neun weibliche Fans.

Die Zahl der Frauen auf den Tribünen war in früheren Jahrzehnten sicher geringer als heute, nachvollziehen lässt sich dies nicht mehr. Ebenso ist wahrscheinlich, dass sie sich – genau wie die Gesamtzuschauerzahl – mit den Konjunkturen des Fußballs und des gesellschaftlichen Wandels veränderte. Die zunehmende Gleichstellung und Berufstätigkeit von Frauen, ihre veränderte Präsenz im öffentlichen Raum dürften gleichfalls eine Rolle gespielt und sich in der Präsenz von Frauen im Stadion niedergeschlagen haben.

Frauen im Stadion



Wie hoch ist der Frauenanteil im Stadion heute und wie hat er sich verändert?

Um einen besseren Blick auf das Geschehen zu haben, hat sich eine junge Frau im Dezember 1958 kurzerhand auf zwei Bierflaschen gestellt.Besserer Blick (© dpa)
Diese Frage anhand von Daten zu beantworten ist unmöglich, denn Erhebungen zum Frauenanteil im Stadion liegen erst seit einigen Jahren und auch nur bei einigen Vereinen vor. Die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) verkündete in ihrem Bundesliga-Report 2009 – ohne Zahlenhintergrund, schon gar nicht mit vergleichenden Daten: "Der Anteil der weiblichen Zuschauer in den Bundesliga-Stadien hat deutlich zugenommen. Mittlerweile ist knapp ein Viertel der Stadionbesucher weiblich"[4].

Sport + Markt AG verzeichnete in einer Präsentation von 2008 – allerdings ohne Angabe von nachvollziehbaren Quellen – zwischen der Saison 1994/95 und 2007/08 einen Anstieg von zehn Prozent auf 23 Prozent[5]. Judith Kerschgens hat in einer Studie[6] einen durchschnittlichen Frauenanteil von 27 Prozent für die 1. Bundesliga in der Saison 2004/05 ermittelt[7]; die Basis sind dabei Schätzungen von acht und Erhebungen von vier Vereinen. Der Rest machte keine Angaben.

Männlichkeitsmaschine. Wie Fußball männlich wurde



Infobox

"Die Frauen wurden aus dem Fußball vertrieben und dem Fußball wurde das Weibliche ausgetrieben."

Das bekannteste Fußballgesicht in den USA? Vermutlich noch immer das von Mia Hamm. Oder vielleicht Abby Wambach oder Hope Solo. In jedem Fall ist es weiblich. Fußball in den USA ist traditionell ein Frauensport, ein Sport der weißen Mittelschicht, der keineswegs als "hart" gilt – im Gegensatz zum National- und Männersport American Football. Fußball als vornehmlich von Männern für Männer gespielter Sport, wie wir ihn in Deutschland und Europa kennen, ist keine naturgegebene Tatsache, sondern Resultat historischer und kultureller Prägungen.


Der zukünftige US-Präsident Dwight D. Eisenhower (2.v.l.) im Jahr 1912 als Kadett im Footbal-Team der Militärakademie West Point.Der zukünftige US-Präsident Dwight D. Eisenhower (2.v.l.) im Jahr 1912 als Kadett im Football-Team der Militärakademie West Point. (© picture-alliance/dpa)


Recht einfach ablesen lässt sich das daran, dass der Fußball, als er im ausgehenden 19. Jahrhundert von England auf den Kontinent kam, zunächst eine bürgerliche Freizeitbeschäftigung war. Mit der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes e. V. 1900 setzte die Entwicklung zum modernen Sport ein. Der zunächst als "englisch" verweichlicht und somit unmännlich geltende Fußball musste sich dabei gegen das typisch "deutsche" Turnen durchsetzen. Das gelang neben der Verregelung und Pflege des Wettkampfs auch durch die Verbindung mit dem Militär: Ab 1908 war das Fußballspiel in den Ausbildungsplänen der Armee verankert, nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich der Fußball schließlich im Laufe der 1920er-Jahre zum Massenzuschauersport[8].

Die Soziologin Marion Müller zeichnet in ihrer Studie "Fußball als Paradoxon der Moderne" die Geschichte des Fußballs vor dem Hintergrund der historischen Konstruktion der Geschlechterdifferenz nach und zeigt, dass auch der moderne Fußball keineswegs eine von Beginn an unhinterfragt männliche Angelegenheit war, sondern erst allmählich dazu gemacht wurde:

Zitat

Geschlechterdifferenzen im Fußball

Vielmehr fungierte die Geschlechtszugehörigkeit bis zur Jahrhundertwende offenbar noch als Merkmal zur Mannschaftsbildung, auch wenn wir über Anzahl und Bedeutung solcher Spiele nichts sagen können. Letztlich bleibt festzuhalten, dass der Exklusion (Ausschließung) der Frauen aus dem Fußball die Segregation (Trennung) der Geschlechter im Spiel vorausging; in einem ersten Schritt wurden Frauen zu unwürdigen Spielgegnern und Mitspielern erklärt.

Quelle: Marion Müller 2009, S. 73



So wies 1902 die englische Football Association ihre Mitgliedsvereine darauf hin, dass das Spielen mit und gegen "Lady Teams" zu unterlassen sei. Diese Mahnung schränkte das Fußballspielen von Frauen ein, sie weist jedoch auch darauf hin, dass es Frauenteams gab und dass sie – aus heutiger Sicht noch viel bemerkenswerter – um 1900 gegen Männerteams spielten und zwar immerhin in so großer Zahl und Häufigkeit, dass es nötig war, diesen Punkt auf die Tagesordnung zu setzen[9].

Marilyn Monroe schießt einen Fußball.Inszenierung weiblicher Ungeeignetheit für das Fußballspiel (© dpa)
Zwei Jahrzehnte später, 1921, wurde daraus ein – ideologisch unterfüttertes – Gesetz: Den (während und nach dem Ersten Weltkrieg populären) Frauenteams wurde die Benutzung der vereinseigenen Plätze untersagt: "[…] The game of football is quite unsuitable for females and ought not to be encouraged."

Hier zeigt sich ein zentrales Moment der entstehenden Verbindung von Fußball und Männlichkeit: Um Fußball zu spielen, bedarf es bestimmter männlich konnotierter Körper- und Charaktereigenschaften, aber wer Fußball spielt, erhält diese Eigenschaften auch. Frauen und Fußball hingegen wurden als füreinander ungeeignet erklärt. Die Frauen wurden aus dem Fußball vertrieben, und dem Fußball wurde das Weibliche ausgetrieben.

Fußball, so heißt es im DFB-Jahrbuch von 1920, kennt "keine weibische Weichlichkeit, kein ängstliches Zagen, keine Empfindelei". Und: "Man nehme dem Fußballspiel die Gefahr, wickele die Spieler fein säuberlich in schützende Wattepolster, und kein echter Junge wird es noch weiter beachten"[10]. Was den Fußball in dieser Deutung attraktiv macht für Jungen, nämlich dass er zum Kampfsport erklärt wird, hat auch eine andere Seite. Fußball braucht richtige Männer, aber er wirkte auch als unerwünschte Vermännlichung. So sah es auch der DFB, als er sich 1955 mit dem Fußball für Frauen beschäftigte – und ihn für seine Mitgliedsvereine verbot: "Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut, Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden und das Zurschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand"[11].

Wesensverschiedenheit von Frauen und Fußball



Werbeplakat der SportschauWerbespot der ARD Sportschau: "Männer waren schon immer so. Jedenfalls Samstags!" (© Nicole Selmer)


Parallel zum Ausschluss der Frauen vom aktiven Spiel über die postulierte körperliche und psychische Unvereinbarkeit mit dem Fußball fand mit Bezug auf das Publikum eine ähnliche Bewegung statt. Die auf dem Platz geforderte und im Spiel entstehende Härte und Männlichkeit wurde gewissermaßen auf die Ränge gespült. Für den Fußball als Erfolgsmodell, das heißt als Massenzuschauersport der 1920er-Jahre, war dies eine vorwiegend proletarische Männlichkeit, die für Spieler und Zuschauer galt und in der es für Frauen keinen gleichwertigen symbolischen Platz gab. In seinem Buch "Frauenfußball und Maskulinität" beschäftigt sich der österreichische Kulturwissenschaftler Matthias Marschik auch mit der Rolle weiblicher Zuschauerinnen beim Fußball. Er gelangt zu der Feststellung, dass in den frühen 1920er-Jahren, also zu der Zeit, in der Fußball sich auch in Österreich zu einem Massensport entwickelte, die Positionen von Frauen in der Fußballwelt definiert wurden, und zwar innerhalb bestimmter Parameter, die noch heute ihre Gültigkeit haben:

Zitat

Das Stadion als maskulines Territorium

Die Beziehung zwischen Frauen und Fußball wurde in dieser Zeit auf einen neuen Status eingeschworen, nämlich auf jenen des 'Unverständnisses'. Das Stadion wird als maskulin konnotiertes Territorium konstruiert, auf dem Verständigung nicht mehr möglich ist.

Quelle: Matthias Marschik, 2003



Diese Vorstellung einer "Wesensverschiedenheit" von Frauen und Fußball, die so von männlichen Schreibern auf den Weg gebracht wurde, hat bis heute Bestand. Der Verhaltensforscher Desmond Morris beschrieb 1981 in seinem Buch "Das Spiel: Faszination und Ritual des Fußballs" den Sport, seine Rituale aus einer anthropologischen Perspektive, die manch unhinterfragte Selbstverständlichkeit der Fankultur offenlegte:

Zitat

Eine geheiligte Männerzusammenkunft

Nur wenn wir einen 'harten' Nachmittag verbringen, wird es ein harter Sport bleiben, wird er seinen rituellen Charakter als Mannbarkeitstest behalten, nicht nur für die Spieler, die uns gewissermaßen vertreten, sondern auch für uns selbst. Durch bequeme Sitze und andere Annehmlichkeiten würde der ganze Vorgang verwässert und die Kraft des Rituals abgeschwächt. Von einer geheiligten Männerzusammenkunft im Langhaus des Stammes sänke das Spiel zu einer gemütlichen Familienunterhaltung.

Zitiert nach Desmond Morris 1981



Mit anderen Worten das, was Fußball in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in Deutschland einmal war und in den USA heute ist: kein Nationalsport, kein millionenschweres Business, kein Härtetest und kein vermeintliches Sicherheitsrisiko. Die Vermännlichung des Fußballs ist die Grundlage seiner Erfolgsgeschichte und wird in seinen Inszenierungen weiter aufrechterhalten. Einen Beitrag dazu leistet auch die "Sportschau" der ARD, die seit einigen Jahren mit Knetfiguren und Geschlechterklischees aus der Steinzeit wirbt. Der aktuelle Spot zur Jubiläumssaison geht so: Eine männliche Knetfigur im Höhlenmenschen-Outfit will Fußball im Fernsehen gucken, eine weibliche Figur will seine Aufmerksamkeit. Das misslingt, und zwar so lange, bis sie nur noch einen Bikini mit schwarz-weißem Fußballmuster trägt. Brüste, Bälle – die männliche Figur ist begeistert, die weibliche sagt abschätzig "Neandertaler", und aus dem Off verkündet eine Stimme "Männer waren schon immer so, jedenfalls samstags".



Fußnoten

1.
Bender/Kühne-Hellmessen 2001
2.
Zitiert nach Selmer 2004, S. 16
3.
Kölner Express
4.
Online verfügbar unter Bundesligareport 2009
5.
vgl. hierzu Sport und Markt
6.
Judih Kerschgens, Frauen als Zielgruppe im Fußballsponsoring
7.
Online verfügbar unter F_in Netzwerk Frauen im Fußball
8.
Eisenberg 1999
9.
Müller 2009, S. 71
10.
zitiert nach Selmer 2004, S. 113
11.
Zitiert nach Hoffmann und Nendza
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Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: by-nc-nd/3.0/
Autor: Nicole Selmer für bpb.de
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