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Rasenstück mit Sonderbriefmarke zur Fußball WM 2006 in Deutschland. Auf der Briefmarke ist das Maskottchen Goleo im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen.
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5.12.2005 | Von:
Andreas Stummer

Steilpass aus dem Abseits

Australiens Weg zur Fußball-WM

Nach einem dramatischen Elfmeterschießen gegen Uruguay hat sich die australische Fußball-Nationalmannschaft für die WM-Endrunde in Deutschland qualifiziert. Das Spiel vor rund 80.000 Zuschauern in Sydney endete 4:2. Für das Team von Trainer Guus Hiddink ist es nach 1974 erst die zweite Teilnahme.
Landesflagge AustralienLandesflagge Australien



Als Bühne für die Spiele im Jahr 2000 hat das Olympiastadion von Sydney einige Dramen erlebt. Der Abend des 16. November 2005 aber ist ein Krimi. Australien gegen Uruguay. Der Sieger fährt zur Fußball-WM nach Deutschland. Nach 180 Minuten Hin- und Rückspiel steht es Unentschieden. Es geht in die Verlängerung, ohne Ergebnis. Ein Elfmeterschießen muß entscheiden welches Team das letzte WM-Ticket löst. Uruguay vergibt zwei Strafstösse. Der weite Weg zur WM nach Deutschland ist für das australische Team zum Greifen nah. Es fehlen nur noch elf Meter. Der fünfte Schütze für die Australier ist Verteidiger John Aloisi. Trifft er, ist alles vorbei. Langsam legt Aloisi den Ball auf den Punkt, tritt ein paar Schritte zurück und wartet. Den Kopf gesenkt, die Arme auf die Hüften gestützt. Der Pfiff des Schiedsrichters zerreißt die lähmende Stille im Stadion. Entschlossen läuft Aloisi an und hämmert den Ball mit links auf die rechte, obere Torecke. Uruguays Torhüter taucht auf die richtige Seite, doch als er seine Faust nach dem Ball streckt, zappelt der Elfmeter bereits im Netz. 4:3, Australien hat gewonnen. Die Menge tobt, das Stadion bebt. Aloisi reißt sich sein Trikot mit der Nummer 15 vom Leib und sprintet ausgelassen auf eine Ehrenrunde, seine Mannschaftskameraden hinterher. Feuerwerksraketen erhellen den Nachthimmel, Konfetti regnet auf das Spielfeld herab.

32 Jahre ohne Australien

Nach 32 Jahren im internationalen Fußball-Abseits hatte sich die australische Nationalmannschaft wieder für eine WM-Endrunde qualifiziert. 83.000 Zuschauer im ausverkauften Olympiastadion tanzen auf den Rängen. Millionen jubeln vor dem Fernseher oder ziehen singend durch die Straßen, in den Kneipen wird Freibier ausgeschenkt. Ganz Australien steht Kopf. "Überall umarmten und küssten sich wildfremde Menschen", erinnert sich ein Fußball-Fan, "Es war wie in einem unanständigen Film. Nur dass alle ihre Kleider anhatten. Wir fühlten uns als hätten wir den WM-Titel gewonnen." Die längste Durststrecke in der Geschichte des australischen Sports war zu Ende. Das letzte, und bisher einzige Mal, hatte die Fußball-Nationalmannschaft 1974 an einer Weltmeisterschaft teilgenommen. In Deutschland. Kein Wunder, dass jeder von einem Schicksalsspiel sprach. Die FIFA führte Uruguay auf Rang 17 der Weltrangliste, Australien auf 54. Nur knapp vor Guatemala und Sambia. Auf dem Papier war das Ergebnis reine Formsache: Bolzplatztruppe vom Ende der Fußball-Welt gegen südamerikanische Ballzauberer, David gegen Goliath. Doch der Zwerg stellte dem Riesen ein Bein.

Das australische Team hatte nicht einfach nur gewonnen, es war auch haushoch überlegen. Taktisch diszipliniert, solide in der Verteidigung, gefährlich im Sturm. Die Australier spielten mit Herz und Verstand. Und mit einem Flair, den niemand der zusammengewürfelten Truppe zugetraut hatte. Die besten australischen Fußball-Profis spielen im Ausland, viele bei europäischen Spitzenclubs. Spielmacher Harry Kewell beim FC Liverpool, Kapitän Mark Viduka und Keeper Mark Schwarzer in Middlesborough, John Aloisi in Spanien, manche in Italien, einige wie Paul Agostino auch in Deutschland. Coach Guus Hiddink ist Holländer. Der 59jährige hatte erst kurz vor den Qualifikationsspielen das australische Team übernommen. Geld spielte keine Rolle. Auch nicht, dass Hiddink zusätzlich beim PSV Eindhoven auf der Bank sitzt. Seine internationale Erfahrung sprach für sich. Hiddink coachte jahrelang die holländische Nationalelf und 2002 Südkorea bis ins WM-Halbfinale. In Asien gilt er als Fußball-Gott, ein Stadion in Seoul trägt sogar seinen Namen. Als Nationaltrainer Australiens schaffte Hiddink in nur drei Monaten, was 32 Jahre lang nicht gelungen war: Den ramponierten Ruf des australischen Fußballs wieder aufzupolieren.

Der Aufstieg des australischen Fußballs

Doch in der Euphorie der erfolgreichen WM-Qualifikation wurde schnell vergessen in welch schlechtem Zustand der Sport in Australien war. Über Jahrzehnte hinweg hatten kleinkarierte Funktionäre und großspurige Geldgeber den Fußball ruiniert. Die Clubs waren ethnische Auffangbecken heimwehgeplagter Auswanderer. Italiener, Griechen, Portugiesen, Libanesen oder Jugoslawen stritten erbittert um die Kontrolle des Fußballverbandes. Es gab politische Machtkämpfe, kaum Zuschauer und Auseinandersetzungen bei den Spielen, aber keine nationale Liga. Der amateurhaften Verwaltung gelang es nicht Fußball in Australien zu einem Profisport zu machen.

Vor vier Jahren beschloß eine Handvoll leidenschaftlicher Fußball-Fans das zu ändern. Es half, dass sich die Gruppe aus einflußreichen Unternehmern zusammensetzte. Die Geschäftsleute verbanden zwei Dinge: Ihre Liebe zum Fußball und Geld. Sie schrieben an Politiker und Wirtschaftsvertreter. Das Ergebnis war eine Untersuchungskommission, die empfahl den Sport von Grund auf neu zu organisieren. Der alte Funktionärs-Filz sollte durch unabhängige, erfahrene Manager aus Industrie und Wirtschaft ersetzt werden. Was jetzt noch fehlte war der richtige Mann an der Spitze. Ein Mann wie Frank Lowy.

Frank Lowy

Der 75jährige Selfmade-Milliardär ist einer der erfolgreichsten Unternehmer des Landes. Als Sohn ost-europäischer Einwanderer nach Australien gekommen begann Lowy in den 50iger Jahren Tante Emma-Läden aufzukaufen, vergrößerte sie und baute sie zu Einkaufszentren aus. Heute ist seine "Westfield"-Gruppe das größte Shopping-Imperium der Welt. Wenn jemand Fußball, das hässliche Entlein des australischen Sports in einen Schwan verwandeln konnte, dann Frank Lowy.

Der Geschäftsmann stellte nur eine Bedingung: Wenn er Präsident des Fußballverbandes werden sollte, dann wollte er die Organisation genauso führen wie sein Unternehmen. Mit völlig freier Hand. Als erstes entfernte Lowy die alten Funktionäre, dann suchte er einen neuen Geschäftsführer. Nicht irgendeinen Ja-Sager im Anzug, sondern jemand, der internationale Erfahrung mitbrachte. Seine Wahl fiel auf John O´Neill, den früheren Chef des australischen Rugby-Verbandes. Unter seiner Führung hatte Australien nicht nur den WM-Titel geholt, sondern 2003 selbst erfolgreich die Rugby-Weltmeisterschaft veranstaltet. Die Berufung O´Neills sorgte für Mißmut in Fußball-Kreisen. Er war nicht nur von der Rugby-Konkurrenz, er ab auch offen zu nicht besonders an Fußball interessiert zu sein. Lowy aber ließ nicht mit sich reden. "Ich will, dass der Fußball genauso ernst genommen wird, wie die olympischen Sportarten in Australien", sagt der Unternehmer, "Fußball wird auf der ganzen Welt gespielt. Und wenn wir mitmischen wollen, dann brauchen wir einen Haufen Geld und eine australische Profi-Liga."

Lowy und O´Neill sorgten für beides. Sie lösten überall im Land die ethnischen Clubs auf. Aus den Trümmern des alten Fußball-Verbandes und mit Hilfe von Sponsoren wie Coca Cola, Autohersteller Hyundai und der Fluglinie Qantas schufen sie die "A-League", Australiens Version einer Bundesliga. In ihrer Premieren-Saison 2005/2006 spielten acht Teams um den Titel, eine Mannschaft pro Großstadt oder Region. Im Schnitt kamen mehr als 10.000 Zuschauer zu den Begegnungen. Zahlen von denen selbst Optimisten nicht zu träumen wagten. Neben einheimischen Talenten lockte die "A-League" auch Spitzenspieler und -trainer aus dem Ausland nach Australien. Der frühere deutsche Nationalspieler Pierre Littbarski trainiert den FC Sydney, seine prominenteste Verpflichtung ist Trinidads Star-Stürmer Dwight Yorke. Obwohl jeder der Clubs im ersten Profi-Jahr rote Zahlen geschrieben hat, garantiert der Erfolg der Nationalmannschaft auch das Überleben der "A-League".

John O´Neill hatte sich für sein erstes Jahr als Geschäfstführer des Fußballverbandes drei Ziele gesteckt. "Erstens: Die WM-Qualifikation. Das haben wir geschafft. Zweitens: Einen erfolgreichen Start für die A-League. Auch das haben wir erreicht. Drittens: Australiens Eingliederung in die asiatische Fußball-Föderation. Auch das läuft. Damit ist der Hattrick komplett." Gegner wie Neuseeland, Samoa oder die Salomonen waren nie ernstzunehmende Konkurrenz. Australiens Fußball-Nationalmanschaft ist das stärkste Team in Ozeanien. Doch der Sieger der Ozeanien-Gruppe hat keinen automatischen Startplatz bei der WM-Endrunde. Dazu war bisher ein Playoff-Spiel gegen ein - weit höher eingestuftes - Team aus Südamerika nötig. Nach der WM 2006 aber wird Australien erstmals der Asien-Konföderation zugerechnet. Das bedeutet nicht nur schwächere WM-Qualifikationsgegner, sondern vor allem mehr Matchpraxis. Und Respekt. Allein für kommendes Jahr sind bereits 23 Länderspiele angesetzt. Bisher liessen europäische oder südamerikanische Fußball-Nationen Australien links liegen. Die Anreise war zu weit und zu beschwerlich, ein Spiel gegen die Nationalelf sportlich zu unbedeutend.

Rote Laterne für den Fußball

Selbst im eigenen Land, im so sportverrückten Australien, hatte der Fußball die rote Laterne. Weit abgeschlagen hinter Cricket und drei anderen Football-Codes. Selbst Golf, Tennis und sogar Schwimmen hatten mehr Zuschauer. Dazu kam ein Image-Problem: Fußball galt als windelweicher Mädchensport. Echte Kerle versuchten erst gar nicht das Runde ins Eckige zu befördern, sie jagten beim Rugby oder Australian Rules Football einem eiförmigen Ball hinterher. In Clubs, deren Namen allein schon die Konkurrenz einschüchtern: Die "Tigers", "Broncos" oder "Lions" spielen gegen die "Bulldogs", "Sharks" oder die "Warriors". Verglichen mit Rugby oder Australian Rules Football wirkt der härteste Bundesliga-Fußball wie Damenballett. Es gibt keine Helme oder Schulterpolster wie beim American Football, kaum Regeln, keine Schwalben und kein Zeitverzögern. Verletzungen werden gleich auf dem Spielfeld behandelt und Platzwunden noch auf der Ersatzbank genäht. Sport ist ein wenig wie Krieg in Australien und jedes Wochenende pilgern in Sydney, Melbourne, Perth, Adelaide und Brisbane hunderttausende auf die Schlachtfelder. "Das ist ein kulturelles Phänomen, das fast 200 Jahre zurückgeht", erklärt ein Rugby-Fan, "Jeder - ob groß, ob klein - geht im Sport auf. Es geht nicht unbedingt nur ums Gewinnen, sondern darum alles zu geben. Für uns ist Sport mehr als nur ein Spiel. Er ist Teil unserer Kultur."

Australiens Sportanhänger sind leidenschaftliche Fans aber keine Fanatiker. Es gibt weder Randale noch Hooligans. Nicht einmal getrennte Fanblocks (Außer beim Fußball). Sonst wird während des Spiels friedlich nebeneinander gesessen, hinterher geht man zusammen in den Pub. Nicht die Mondlandung oder das Begräbnis von Prinzessin Diana - eine Sportübertragung ist das meistgesehene Fernseh-Ereignis aller Zeiten. Die höchstdotierten Werbeverträge bekommen nicht Filmstars, sondern Schwimmer, Cricket-, Rugby- oder Aussie Rules-Football-Spieler. Die Regierung steckt fast dreimal so viel Geld in die Sportförderung wie in den Kuturbetrieb. Soziologe Barry Spurns schüttelt darüber den Kopf. Er glaubt, dass Sport nur das Salz in der Suppe sein sollte, nicht aber das Hauptgericht. "Die Sportstars sind bis auf die Titelseiten der Zeitungen vorgedrungen und sind oft die Haupt-Nachrichten. Das Problem dabei ist, dass Wissenschaftler oder Künstler kaum einen Fuß in die Tür bekommen." Die Aborigine-Leichtathletin Cathy Freeman, die in Sydney Olympiasiegerin über 400 Meter wurde und der frühere Tennis-Profi Pat Rafter waren Australier des Jahres. Der größte Cricketer, den das Land je hervorgebracht hat, bekam ein Staatsbegräbnis. Kein Wunder, dass für sein Land zu spielen der Höhepunkt in der Karriere jedes australischen Sportlers ist. "20% der Australier meinen Sport sei nicht wichtig und dass wir es mit unserer Sport-Leidenschaft ein wenig übertreiben", sagt der Ex-Tennis-Profi John Newcombe, ein früherer Wimbledonsieger, "Aber wenn du für Australien antrittst, dann gibst du alles. Und solltest du verlieren, dann nur, wenn du blutüberströmt vom Platz kommst." Wenn Australien gewinnt, dann feiert die ganze Nation. Der Konsum steigt und die Wirtschaft boomt. Das Motto dabei "fair" zu bleiben steht schon im Text der Nationalhymne.

Sportverrücktes Australien

Im Jahr 2000 veranstaltete Sydney "die besten olympischen Spiele aller Zeiten" (IOC-Präsident Juan-Antonio Samaranch). Die Athleten feierten ein Sportfest, Zuschauer und Touristen eine Nonstop-Party. 16 Tage lang rückte Australien vom Ende der Welt in den Mittelpunkt. Nach der Gameshow von Atlanta 1996 verhinderte der Erfolg der Jahrtausendspiele von Sydney, dass der olympische Geist endgültig zum Schreckgespenst wurde. Und wer jemals miterlebt hat, wie jeden ersten Dienstag im November ganz Australien wegen des Pferderennens um den Melbourne-Cup für drei Minuten zu einem völligen Stillstand kommt, der weiß, dass Sport tatsächlich eine Religion sein kann.

Fußball aber galt bisher als der Sport der Ungläubigen in Australien. Als harmloser Zeitvertreib für Weicheier und Einwanderer. Obwohl Fußball der beliebteste Freizeitsport des Landes ist. ast eineinhalb Millionen Australier spielen regelmäßig in Clubs oder Hobby-Mannschaften. Dazu kommen Trainer, Schiedsrichter, Fußball-Eltern und Gelegenheits-Kicker, die in der Mittagspause oder am Wochenende in Parks und am Strand herumbolzen. "Der Fußball vereint Familien, beide Geschlechter und alle Kulturen", meint John O´Neill, der Geschäftsführer des australischen Fußball-Verbandes, "Rugby oder Australian Rules Football sind harte, körperbetonte Sportarten. Viele Eltern fürchten um die Gesundheit ihrer Kinder. Nicht so beim Fußball."

Seit der WM-Qualifikation hat sich das Image des Fußballs in Australien grundlegend geändert. Den Kickern liegt auf einmal die ganze Welt zu Füßen. Sponsoren inklusive. Früher wollten Unternehmen Fußball-Teams nicht einmal mit der Kneifzange anfassen, jetzt stehen sie Schlange, um ihr Logo auf den Trainingsanzug oder den Mannschaftsbus der Nationalelf zu bekommen. Marketing-Experte Damien Stenmark schätzt, dass der Fußballverband im WM-Jahr allein an Merchandise eine zweistellige Millionensumme verdienen könnte. Nach einem guten Abschneiden bei der WM ist der Himmel die Grenze. Das letzte und bisher einzige Mal konnte sich Australien 1974 für die Endrunde einer Fußball-WM qalifizieren. Damals war dabeisein schon alles. Die Australier verloren zwei ihrer Gruppenspiele gegen die DDR und den späteren Weltmeister Deutschland. Gegen Chile gelang der Feierabend-Truppe ein torloses 0:0. Bis heute Australiens einziger WM-Punkt.

Demographischer Wandel

Seit 1974 hat sich die Gesellschaft des Landes tiefgehend verändert. Damals lebten knapp 14 Millionen Menschen in Australien, davon gaben 93% bei der Volkszählung ihre Herkunft als "Britisch" an. Heute ist die Bevölkerung auf 21 Millionen angewachsen und Australien gilt als die multikulturellste Nation der Welt. Ein Wandel, der freiwillig, friedlich und in nur einer Generation vollzogen wurde. Schwarzer, Bresciano, Popovic, Emerton - selbst die Fußballer der WM-Elf repräsentieren die Einwanderungsgeschichte des Kontinents. Inzwischen ist jeder vierte Einwohner im Ausland geboren, Australien international das Vorzeigebeispiel für eine post-industrielle, post-ethnische Gesellschaft. Das Pro-Kopf-Einkommen hat sich seit den 70iger Jahren mehr als verdoppelt, Australiens Wirtschaft ist seit 15 Jahren beständig im Aufschwung. Vor allem dank eines anhaltenden Rohstoff-Booms. Erst waren es Kohle und Naturgas, jetzt kann die übrige Welt nicht genug australisches Eisenerz, Zink, Kupfer und Uran bekommen. Die Arbeitslosenquote liegt auf dem historischen Tiefstand von fünf Prozent, die Lebenserwartung der Bevölkerung so hoch wie nie.

Politisch spielt Australien auf internationaler Bühne nur eine Nebenrolle, aber im Sport ist es eine Weltmacht. Bei den letzten drei olympischen Sommerspielen belegte das australische Team Rang vier im Medaillenspiegel. Direkt hinter den USA, Russland und China. Jetzt ist Australien auch im Fußball Weltklasse. Der schlafende Riese des australischen Sports ist erwacht. Die Clubs melden Rekord-Mitgliedschaften, Kinder gehen in Fußball-Shirts auf den Spielplatz und am Wasserkühler im Büro wird immer öfter über Vierer-Abwehrketten, Bananenflanken und Freistoßgurken diskutiert. Die WM-Spiele aus Deutschland werden durch die Zeitverschiebung nur spät nachts oder am frühen Morgen zu sehen sein. Trotzdem werden Millionen mitfiebern. Niemand kann derzeit das Potential des Fußball-Phänomens in Australien abschätzen. Frank Lowy und sein Managerteam aber sind schon einen Schritt weiter. Sie wollen sich um das Ausrichten der WM-Endrunde in Australien bewerben. Schon für das Jahr 2018. Seit John Aloisi die Nationalmannschaft zur WM in Deutschland geschossen hat scheint im australischen Fußball nichts unmöglich. Die Zeit der Eigentore ist jedenfalls vorbei.
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