Rasenstück mit Sonderbriefmarke zur Fußball WM 2006 in Deutschland. Auf der Briefmarke ist das Maskottchen Goleo im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen.

5.12.2005 | Von:
Stefan Mentschel

Japan

Der japanischen Fußball-Nationalmannschaft gelang es als erstem Team, sich für die WM-Endrunde zu qualifizieren. Der Asienmeister von 2004 unter der Leitung des Brasilianers Zico möchte mindestens ein ähnlich gutes Ergebnis erzielen wie bei der WM 2002 zuvor: das Erreichen der zweiten Runde.

Zicos Traum vom Halbfinale

Landesflagge JapanLandesflagge Japan


"Wir wollen das Halbfinale erreichen." Die Ankündigung von Japans Nationaltrainer Zico hat den Fußball-Offiziellen im Land der aufgehenden Sonne den Schweiß auf die Stirn treten lassen. Denn was der Brasilianer dieser Tage selbstbewusst erklärte, ist für die zugeknöpften Entscheidungsträger der Japan Football Association (JFA) allenfalls ein stiller Traum – dem asiatischen Erzrivalen Südkorea nachzueifern. 2002, als beide Länder WM-Gastgeber waren, erreichten die Südkoreaner die Runde der letzten Vier. Die Japaner indes schieden zur großen Enttäuschung ihrer Fans bereits im Achtelfinale gegen den späteren WM-Dritten Türkei aus. Nach Siegen gegen Russland (1:0) und Tunesien (2:0) sowie einem Remis gegen Belgien (2:2) hatte man sich mehr erhofft. Sein Weltmeisterschafts-Debüt feierte das Team 1998 in Frankreich. Allerdings ohne Erfolg, denn gegen Argentinien (0:1), Kroatien (0:1) und Jamaika (1:2) gab es jeweils knappe Niederlagen.


Nach Deutschland reist Japan als amtierender Asienmeister. 2004 hatte das Team in der Volksrepublik China mit einem 3:1 Finalsieg gegen die Gastgeber den Titel geholt – zum dritten Mal nach 1992 und 2000. Den Schwung des Turniers konnte die Nationalmannschaft auch mit in die WM-Qualifikation nehmen. Mit sechs klaren Siegen in der Vorrunde gelang problemlos der Sprung unter die letzten Acht. In die entscheidende Phase der Asien-Qualifikation starteten Zicos Spieler jedoch mit Problemen. Gegen Nordkorea gelang der Siegtreffer erst in der Nachspielzeit. Und im zweiten Spiel gegen Iran mussten die Japaner sogar eine 1:2 Niederlage hinnehmen. Mit drei Siegen in Folge – zwei gegen Bahrain, einer gegen Nordkorea – konnte man sich im Juni 2005 aber frühzeitig die WM-Fahrkarte sichern. Auch das letzte Gruppenspiel gegen Iran wurde mit 2:1 gewonnen, war aber für die Qualifikation nicht mehr von Bedeutung.

Beim Konföderationen-Pokal in Deutschland sorgte Japan vor einem Jahr für einen Achtungserfolg. Zwar verlor die Mannschaft gegen Mexiko (1:2), scheiterte nach einem 1:0 Sieg gegen Europameister Griechenland und einem viel beachteten 2:2 Unentschieden gegen Weltmeister Brasilien nur denkbar knapp am Einzug ins Halbfinale. "Mein Team hat erfahren, was es heißt, gegen einen starken Gegner zu spielen und ihm Paroli bieten zu können", sagte Trainer Zico nach dem Spiel gegen die Seleção, für die er als Spieler in 71 Länderspielen 48 Tore erzielt hatte. Japan habe gezeigt, dass es nicht athletisch, sondern auch technisch mit den Großen mithalten könne, lobten Experten. Und auch die japanische Presse kam zu einem ähnlichen Urteil. Nikkan Sports nannte das Unentschieden gegen Brasilien sogar überschwänglich eine "Warnung an die Welt".