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Rasenstück mit Sonderbriefmarke zur Fußball WM 2006 in Deutschland. Auf der Briefmarke ist das Maskottchen Goleo im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen.

5.12.2005 | Von:
Gunda Wienke

Mexiko

Die legendären "Pumas"

Die "Pumas" sind das einzige Team, das nicht in Unternehmerhand ist. Die Truppe spielt für die UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México), der mit 270.000 Studierenden größten Universität Lateinamerikas. Diese gilt als Hort der kritischen Wissenschaften, politischen Bewusstseinsbildung und der linken Opposition. Einige der besten mexikanischen Spieler starteten ihre Karriere bei den Pumas, etwa Jorge Campos, Luis García Postigo oder Hugo Sanchez, der 2004 als Trainer der Pumas zweimal die Meisterschaft gewann. Diese Möglichkeit der Doppelmeisterschaft ist eine Besonderheit südamerikanischer Ligen, wo mit der Apertura im Frühjahr und der Clausura im Herbst zwei Durchgänge gespielt werden

La Ola auf den Rängen

Die meisten Liga-Spiele sind gut besucht. Auf dem Spielfeld läuft die Show, während vor und im Stadion in jeder Form rege "gehandelt" wird. Der Gegner wird erfinderisch geschmäht und Schiedsrichterbeschimpfungen sind selbstverständlich. Die allerletzte Minute, die der Kommentator Angel Fernández treffend mit "auch die ist sechzig Sekunden lang" verewigte, wird von den Rängen mit Sprüchen wie "die Hoffnung stirbt zuletzt" oder "ja, wir schaffen es" begleitet. Ist das Spiel erst vorbei, dann wird gefeiert, egal ob gewonnen oder verloren. Siege werden mit "a huevos, cabrones!" (entschärft ungefähr: Na logisch, ihr Säcke), Niederlagen mit "Wir ließen sie gewinnen" feucht-fröhlich begangen.

Bei der WM 1986 machte die La-Ola-Welle die Runde. Die mittlerweile weltweit bekannte, vom Stadionpublikum ausgeführte Massenperformance heißt im englischsprachigen Raum bezeichnender Weise "mexican wave". Ausgedacht hat sie sich jedoch fünf Jahre zuvor der amerikanische Cheerleader Krazy George Henderson aus Oakland, Ohio.