Rasenstück mit Sonderbriefmarke zur Fußball WM 2006 in Deutschland. Auf der Briefmarke ist das Maskottchen Goleo im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen.
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Ultras und Supporter


9.5.2006
Seit den 1990er-Jahren bilden sich bundesweit in den Stadien Ultraszenen. Mit Choreografien, Kurvenshows, Spruchbändern, Fahnen und Gesängen bringen sie eine besondere Stimmung in die Fußballarenen. Vorreiter in Deutschland waren die Ultras in Frankfurt.

Bewahrer der atmosphärischen Seele des Fußballs



FUSSBALL 1. BUNDESLIGA SAISON 2011/2012 10. Spieltag 1 FC Nuernberg - VfB Stuttgart 22.10.2011 Stuttgart Fans mit Bengalischen Feuer FOTO: Pressefoto ULMER/Claus Cremer xxNOxMODELxRELEASExxBeim Spiel 1. FC Nürnberg gegen den VfB Stuttgart am 22.10.11 haben Ultras im Block der Stuttgarter ein bengalisches Feuer gezündet. (© picture alliance / Pressefoto Ulmer )
Seit Mitte/Ende der 90er Jahre bilden sich bundesweit so genannte Ultraszenen. Angelehnt an die Ultraszenen in Italien, Frankreich und Spanien ist es Ziel dieser Fans eine neue Art der Atmosphäre in die Stadien zu bringen. Zu ihrem Repertoire gehören Choreografien, Kurvenshows, Spruchbänder, Schwenkfahnen, Doppelhalter, neue Gesänge und andere Stimmungsrituale. Die erste und auch heute größte Ultra-Gruppierung bildete sich in Frankfurt.

Die Frankfurter Szene, die enge Kontakte zu italienischen Ultras pflegt, gilt in anderen deutschen Szenen bei individuellen Nuancen daher auch als Vorbild und Trendsetter. Ultras distanzieren sich strikt von den ebenfalls sehr vereinsbezogenen Kuttenfans. Beliebt (wie bei den Hooligans) ist teure Markenkleidung der 'Szeneausstatter' Hooligan, PitBull, Umbro, Troublemaker sowie Nike und New Balance Turnschuhe.

Zu der beschriebenen Kleidung wird aber, im Gegensatz zu den Hooligans, immer noch ein Fan-Schal (Balkenschal) getragen, der das Fußballinteresse dieser Gruppe unterstreicht. Des weiteren werden häufig Polo-Shirts und Sweat-Shirts mit szeneeigenen Schriftzügen und Emblemen in Auftrag gegeben. Der Altersdurchschnitt der "Ultras" liegt bei 17-18 Jahren. Ihre Anfänge haben fast alle Angehörige noch im Fan-Block erlebt. In ihrer frühen Jugendzeit trugen die meisten von ihnen selber noch die mit Aufnähern übersäten Jeanswesten.

Daniel Reith (in Gehrmann/Schneider 1998, S. 181 ff.) beschreibt die 'Ultras' als Fans, die sich gegen die Kommerzialisierung des Fußballs und der Fanszene wehren. 'Groundhopper', die in Spanien und Italien unterwegs waren, haben ihre Erfahrungen in die deutsche Fanszene mitgebracht. Diese Mischung aus Kuttenfans und Hooligans hat es "satt mit anzusehen, wie die Fanszene nach und nach ihr Niveau verliert, wie diese Leute jeden Trend gutgläubig mitmachen, den die Merchandising-Fachkräfte in die Welt setzen und damit die Kreativität der Fanszene nach und nach immer mehr untergraben".