Rasenstück mit Sonderbriefmarke zur Fußball WM 2006 in Deutschland. Auf der Briefmarke ist das Maskottchen Goleo im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen.

9.6.2006 | Von:
Peter Fischer

Hilfe mit System

Peter Fischer, Trainer

Seit den 1960er-Jahren engagiert sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in Afrika und Asien, erklärt Peter Fischer. Mit Hilfe von Langzeitprojekten konnten im Ausbildungsbereich von Trainern große Fortschritte erzielt werden. Aber auch der DFB profitierte seinerzeit von dem System.

Die Projekte begannen in den 1960er-Jahren auf einer breiten Basis. ##popup_video:||options## Wir hatten bestimmt acht Langzeitprojekte laufen, davon sechs in Afrika, zwei in Asien. Wir haben im Sponsoring, im Marketing gearbeitet. Wir haben Experten bereit gestellt, die strukturell in diesen Ländern arbeiten sollten – vom deutschen Staat bezahlt, aus Kulturmitteln des Auswärtigen Amtes. Die Maßnahmen, die in den Ländern durchgeführt wurden, mussten diese selbst finanzieren.

Wir haben Ausbildungssysteme für Trainer und Schiedsrichter mit verschiedenen Lizenzniveaus eingeführt sowie Trainer und Ausbilder ausgebildet. Das war ein sehr breit angelegtes Programm. Das war zu Zeiten des Kalten Krieges, und damit war natürlich auch etwas Selbstdarstellung verbunden.


Man wollte nicht nur helfen, diese Länder für den internationalen Fußball wettbewerbsfähig zu machen – das sind auch medienträchtige Projekte gewesen.

Ich glaube, dass sich die Afrikaner in der Zwischenzeit einen Namen gemacht haben und das die Konkurrenzfähigkeit des afrikanischen Fußballs von uns befruchtet wurde. So wie heute die afrikanischen Spieler den europäischen Fußball befruchten. Also da wäscht eine Hand die andere.

Redaktion: Marcus Pawelczyk
Kamera und Schnitt: Jörg Pfeiffer
Das Interview entstand auf dem Africafestival in Würzburg vom 25. bis 28. Mai 2006.