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Rasenstück mit Sonderbriefmarke zur Fußball WM 2006 in Deutschland. Auf der Briefmarke ist das Maskottchen Goleo im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen.

11.6.2006

Presseschau vom 11.06.2006

In der heutigen Presseschau steht das Eröffnungsspiel der deutschen Nationalmannschaft im Mittelpunkt. Außerdem: die Niederlage der Elfenbeinküste gegen Argentinien. Und Spaniens Chancen bei der WM.

In der heutigen Presseschau steht das Eröffnungsspiel der deutschen Nationalmannschaft im Mittelpunkt. Außerdem: die Niederlage der Elfenbeinküste gegen Argentinien. Und Spaniens Chancen bei der WM.

Gruppe A

Sie werden sich viele Freunde machen

Das 4:2 der Deutschen gegen Costa Rica hinterlässt bei deutschen und ausländischen Journalisten einen uneinheitlichen Eindruck. Was überwiegt: die Freude über vier Tore oder die Bedenken wegen der zwei Gegentore? Eher die Bedenken. Doch in zwei Punkten sind sich alle einig: Philipp Lahm ist der Sieger, Arne Friedrich der Verlierer.

Der Independent ist überrascht vom deutschen Spiel:
"Mit 'unteutonischem' Elan und Abenteuer haben die Deutschen die 18. Episode der Welt-Fete dynamisch gestartet. Jürgen Klinsmanns aufregende, junge Mannschaft wird zwar nicht Weltmeister werden – die Abwehr ist viel zu löchrig –, aber sie werden sich viele Freunde machen." Die Times läßt dieses Lob nicht durchgehen: "Deutschland zeigte minimale Klasse. Für die neutralen Beobachter allerdings darf man hoffen, daß nach sovielen langweilen Eröffnungsspielen, dieses Match ein Omen für den Offensivfußball war." Lob für Bastian Schweinsteiger im Independent: "Trotz dem erfahrenen Teamkollegen Miro Klose, der Klinsmann am meisten half, sich zu entspannen, ist es Schweinsteiger, der die Spielphilosophie Klinsmanns am besten ausdrückt."

Es lebe der Fußball!

Iván Castello (El País) kann auf Stereotypen über Deutschlands Fußball nicht ganz verzichten:
"Mit Toren und Glück, also gemäß ihres Stils, widmeten sich die Jungs von Klinsmann dem Ballbesitz. Dem Angriff. Dem gezielten Schuß. Dem Abschluß. Deutschland ließ seine Maschinerie ohne Sperenzchen oder Zweifel anlaufen. Auf Angriff, wie es ihr Stil-Handbuch vorschreibt, erprobt in anderen Kämpfen der Vergangenheit, effektiv und wertvoll. Es war ein fantastisches Spiel bis zur 17. Minute, als das 2:1 fiel. Costa Rica antwortete ehrenvoll, die sympathischen Ticos gaben sich nicht geschlagen. So wurde ein Abseits aufgehoben (es war der ungeschickte Friedrich), als der Ausgleich fiel. Das Tor erinnerte an das von Rincón für Kolumbien gegen Deutschland an der WM 1990. (...) Da der Ball ein deutscher Ball war, hätte nach dem 3:1 nur ein Wunder den Costaricanern den Ausgleich bescheren können. Auf der Bank lächelte sogar Kahn, der König, wenn es ums Aus-der-Haut-fahren geht. Die Deutschen hatten nicht auf Ergebnis spekuliert, eine angenehme Überraschung in diesen Zeiten des Utilitarismus. Sie verfolgten weiter ein viertes Tor, das schließlich in Form eines gewaltigen Weitschusses 'made in Bundesliga' durch Frings fiel. Wir haben folgenden Fall: Gut für die Deutschen, gut für die Costaricaner, die sich gut geschlagen haben, gut für die WM 2006. Das riecht angenehm (nach Bier, warum auch nicht?). Es lebe der Fußball!"

Spontan, sprunghaft und jederzeit offen

Philipp Selldorf (Süddeutsche Zeitung) verweist auf den Unterhaltungsfaktor:
"Die Welt hat sich auf jeden Fall blendend amüsiert. Die deutsche Nationalelf hat das unterhaltsamste, spektakulärste und freudigste WM-Eröffnungsspiel der Menschheitsgeschichte geboten. Deutschland hat sich ziemlich genau so dargestellt, wie es seine Politiker und obersten Marketingleiter für die Dauer des großen Turniers erwünscht haben: nicht gründlich, penibel, perfektionistisch und humorlos, sondern spontan, sprunghaft und jederzeit offen für menschliche Fehler. Das hat dem eintönigen Deutschlandbild in aller Welt sicherlich neue Farbtupfer hinzugefügt. (...) Es mag nach notorischem deutschen Kritizismus und nach Spielverderberei klingen, aber: Solche Fehler kann sich eine Elf mit Ambitionen unter Ernstfallbedingungen nicht leisten."
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Michael Horeni (Frankfurter Allgemeine Zeitung) hätte sich einen stärkeren Impuls vom ersten Spiel erhofft:
"Die Anschubhilfe jedoch, die sich das Team von Jürgen Klinsmann durch eine begeisternde Premiere erhofft hatte – oder vielleicht auch nur erträumte –, blieb aus. Von einem selbsttragenden Aufbruch war wenig zu sehen und zu spüren. Kein Vergleich jedenfalls zur Leichtigkeit des Anfangs vor vier Jahren, als acht Volltreffer gegen Saudi-Arabien die deutschen Kräfte und Sehnsüchte wachsen ließen. Auf der Suche nach Gründen wird in den kommenden Tagen nicht nur die latente deutsche Instabilität in Sicherheitsfragen immer wiederauftauchen. Auch die Frage, was die Mannschaft ohne Michael Ballack an internationalem Wert besitzt, hat schon gegen den vermutlich schwächsten Gruppengegner eine nicht überzeugende Antwort erhalten."

Unwucht

Christof Kneer (Süddeutsche Zeitung) sieht Bekanntes:
"Für die Zuschauer in aller Welt, die Klinsmanns Projekt nur am Rande verfolgt haben, bot die deutsche Nationalelf praktischerweise einen kleinen Schnelldurchlauf ihres bisherigen Schaffens an. Die erste Hälfte war so etwas wie eine bündige Zusammenfassung der vergangenen 22 Monate: Deutschland zeigte der Welt sein Schweini-Poldi-Lächeln und gelegentlich auch seine Abwehrfratze. Bernd Schneider spielte auf rechts wieder einmal wie der große Straßenjunge, der schnell noch ein paar Tricks machen möchte, bevor die Mama ihn zum Abendessen ruft. Allerdings hieß sein Partner auf der Seite Arne Friedrich, und bei ihm kamen die Angriffe in unschöner Regelmäßigkeit zum Erliegen. So litt das deutsche Spiel schon früh unter akuter Unwucht; Deutschland hing schwer nach links, und es hing bis zum Ende."

Asynchron

Roland Zorn (Frankfurter Allgemeine Zeitung) bewertet die Leistung der Deutschen als unsolide:
"Ohne sorgsame Sicherung berannte die manchmal sehr jugendlich und selten reif und abgeklärt anmutende Mannschaft das Tor. So spielfreudig, beweglich, angriffslustig sie ihren Vorwärtsdrang austobten, so unsicher, disharmonisch und asynchron wirkte die deutsche Abwehr, allen voran Arne Friedrich. Die Deutschen, die Tim Borowski nicht zu führen verstand, suchten allzu bedingungslos den Vorwärtsgang und leisteten sich bedenklich viele Schnitzer in der Defensive."

Mehr als die Pflicht

Philipp Lahm ist der Held des Spiels. Die Süddeutsche Zeitung schreibt:
"Mit 1,70 Metern der Größte. Vor nicht einmal drei Wochen am Arm operiert – und gestern nach sechs Spielminuten erster Torschütze der WM 2006. Seine Gegenspieler landeten immer wieder mit einem Schleudertrauma auf dem Hosenboden, so frech hatte er sie soeben mit seinen Soli und Flanken genarrt. Nebenbei leistete er in der Deckung mehrfach Erste Hilfe, wenn Friedrich, Mertesacker und Metzelder mal wieder nicht eins waren. Vorzüglich."

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist derselben Meinung:
"Schaffte mit einer bemerkenswerten Einzelleistung das 1:0 – ein Treffer, der ihm spürbar Rückenwind gab. Mutig in der Offensive. Setzte seine Schnelligkeit auch in der Defensive wirkungsvoll ein."

Auch die Welt lobt Lahm:
"Er war das erste deutsche Verletzungsopfer der WM-Vorbereitung, gestern wurde ausgerechnet er zum ersten WM-Helden. Mit einem Traumschuß vom Strafraumeck in den Winkel eröffnete er auf spektakuläre Weise den Torreigen dieser WM und rechtfertigte das Vertrauen von Jürgen Klinsmann. Im Grunde übertraf er es sogar, denn Toreschießen gehört wahrlich nicht zu seinen Pflichten."

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: Philipp Lahm, Maradonas Liebling
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Fahrige Fehlerquelle

Arne Friedrich steht im Mittelpunkt der Kritik. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt:
"In der Defensive mäßig, in der Offensive schwach und weitgehend wirkungslos. Er schlug mehr als eine mißlungene Flanke. Gab zudem bei den Gegentreffern eine schlechte Figur ab. Er hob beim ersten und beim zweiten Treffer des Gegners das Abseits auf."

Die Süddeutsche Zeitung geht mit dem Berliner gnädiger um:
"Der Berliner bestätigte ziemlich eindrucksvoll seine Leistungen der vergangenen Wochen. Schwächster deutscher Spieler. Startete durchaus mutig, doch sein Aussetzer beim ersten Gegentor, als er gedankenverloren die deutsche Abseitsfalle aufhob, verwandelte ihn wieder in eine fahrige Fehlerquelle. Nutzte seine durchaus vorhandenen Räume in der Offensive leider nur zu Sicherheitspässen oder unpräzisen Hereingaben. Nach der Pause mit weniger Ballkontakten. Kein Nachteil für das deutsche Spiel."

Süddeutsche Zeitung: Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik
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Heimspiel ohne Inspiration

Ralf Wiegand (Süddeutsche Zeitung) schreibt über den 2:0-Erfolg Ecuadors gegen Polen:
"Statistisch betrachtet war vor der fantastischen Kulisse mit allerlei zu rechnen, aber nicht mit einem Sieg der Südamerikaner. Aus ecuadorianischer Sicht handelt es sich bei Gelsenkirchen ja um eine Art Atlantis, eine Stadt irgendwo ganz tief unten. Der ecuadorianische Verband bittet zu seinen Heimspielen ja in die Hauptstadt Quito auf 2.800 Metern Höhe. Dort geht den meisten Gegnern zwar so früh die Puste aus, dass sich Ecuadors Fußballer mit sieben Heimsiegen zum zweiten Mal nacheinander für eine WM qualifiziert haben. Andererseits benehmen sie sich dafür im Flachland seit gut fünf Jahren ungefähr so wie Heidi in der großen Stadt: Sie vermissen die Berge und verlieren jedes Spiel. Den einzigen Auswärtssieg in der Qualifikation schafften die Ecuadorianer in Boliviens Hauptstadt La Paz, noch 1.200 Meter höher gelegen als Quito. Deshalb erwartete die halbe Welt – zumindest aber ganz Polen – einen Sieg ihrer Mannschaft. Sagenhafte 35.000 Landsleute in Rot und Weiß hatten es irgendwie geschafft, Karten zugelost zu bekommen, es war ein Heimspiel. (...) Den Polen mangelt es an Kreativität und Inspiration."

Deutsche Elf

Zwei Sturköpfe befehden sich

Die Zeitungen erkennen einen ernsthaften Konflikt zwischen Jürgen Klinsmann und Michael Ballack, dem Klinsmann das Mitwirken beim Eröffnungsspiel untersagt hat, um ihn für die nächsten Spiele zu schonen.
Ludger Schulze (Süddeutsche Zeitung) macht sich große Sorgen:
"Am Anfang eines für die Beteiligten bedeutungsvollen Turniers erhält eine durch schleichende Missverständnisse entstandene Meinungsverschiedenheit die Qualität einer Kommunikations-Havarie. Der Bundestrainer hat schon in Ballacks öffentlicher Warnung vor naiver Hurra-Offensive einen Verstoß gegen das Schweigegelübde des Nationalmannschaftsordens gesehen. Die am Donnerstag – offenbar ohne Ballacks Einverständnis – verhängte Spielpause war eine Machtdemonstration: Auch du, Ballack, bist einer von 23. (...) Zwei Sturköpfe befehden sich über die Grenzen der Vernunft hinweg."

Michael Horeni (Frankfurter Allgemeine Zeitung) fügt an:
"Angesichts des Kommunikationsdesasters zwischen Klinsmann und Ballack war eine verfahrene Lage entstanden, die man wohl als No-win-Situation beschreiben muß. Klinsmann blieb am Freitag daher wohl vor allem aus Prinzip bei seiner am Donnerstag offiziell formulierten Linie. Die lange hervorragende Beziehung zwischen ihm und Kapitän Ballack, der sich in München nun um einen Höhepunkt in seiner Karriere gebracht sowie in seiner Rolle als Anführer beschnitten fühlte, hat damit ausgerechnet zum Turnierbeginn einen Tiefpunkt erreicht."

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: Ballack im Interview: "Zwischen Klinsmann und mir bleibt nichts hängen"
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Neue Kraftquelle

Der Sportphilosoph Gunter Gebauer (Berliner Zeitung) stellt Jürgen Klinsmann als Segen für den deutschen Fußball dar:
"Seine Vorstellungen scheinen für die erdnahe Welt des Fußballs zu hoch gegriffen und für die gierigen Gelüste der Klatschpresse des Sports zu ehrgeizig zu sein. Auch wenn vieles darauf hindeutet, dass Klinsmann sich verhoben hat, so nötigt seine Anstrengung, einen Verband samt seiner Mentalität in die Höhe zu stemmen, Achtung ab. Wenn man Lothar Matthäus fragen würde, worum es beim Fußball geht, wüsste man schon vorher, was er antworten würde. Bei Klinsmann aber wäre ein Sieg nicht einfach nur ein Sieg im Fußball. Das Spielgeschehen hört für ihn nicht an der Auslinie auf: Ein Spiel dauert länger als 90 Minuten; nach dem Spiel ist nicht vor dem Spiel, sondern dazwischen gibt es noch etwas anderes. Sepp Herbergers Fußballweisheiten, die so gut zu Wohnküche und Käfer passten, werden von ihm neu formuliert. Klinsmann geht es im Fußballspiel nicht nur um Gewinnen, sondern ein Sieg macht zugleich etwas sichtbar: Er zeigt ein Streben an, das in einer inneren Orientierung verankert ist. (...) Es sei ein deutscher Irrglaube, meint er, dass es die Personen seien, die ein Unternehmen wie den deutschen Fußball effizient machten. Auf die Personen komme es nicht an, sondern darauf, dass man modernste Strukturen schaffe, die permanent reformiert werden müssen. Bisher hat man beim DFB in Personen, Cliquen, Beziehungen, Kontakten zu Wirtschaft und Staat gedacht. Ein strukturell denkender und von innen angetriebener Teamchef lastet mit einem Schwergewicht auf dem Verband, das dieser kaum tragen kann. Die Meinungsführer der deutschen Öffentlichkeit pochen auf das Dienstrecht der Beamten, das die Residenzpflicht am Arbeitsplatz fordert. Ein über E-Mails und Conference Calls operierender Unternehmer mit einem virtuellen Büro im globalen Netz ist für den Verband unvorstellbar. Die DFB-Welt ist angefüllt mit Amateurabteilungen, denen mit großer Mühe ein Anbau professionellen Sports hinzugefügt wurde. Ihr Präsident hat ständig mitzubedenken, wie sich Klinsmanns neue Konzepte mental auf die Übungsleiter, Lehrwarte, Trainerausbilder, Mannschaftsbetreuer auswirken. Stallgeruch ist hier die wichtigste Qualifikation für Planungsaufgaben. Eher lässt man den Trainer scheitern, als einen Nicht Fußballer mit der Planung neuer Strukturen zu betrauen, und sei er auch noch so kompetent. Klinsmanns Vorhaben verdient Aufmerksamkeit weit über den Fußball hinaus. Es zielt darauf, die traditionellen Stärken der deutschen Gesellschaft zu erneuern. In den letzten Jahrzehnten haben sie durch Überwucherung ihre Kraft verloren. Neue Kraftquellen sind nicht erschlossen worden; dies gilt nicht nur für den Sport."

Die Zeit: Wie Miroslav Klose, den es nie danach drängte, zum Führungsspieler der deutschen Nationalmannschaft wurde
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Gruppe B

Reserven

Christian Eichler (Frankfurter Allgemeine Zeitung) notiert die Bildungserfolge Sven-Göran Erikssons:
"Er hat das englische Team stärker gemacht, stabiler, europäischer. Zugleich hat er es aber auch limitiert. Eriksson ist kein Trainer, der Spieler reizt, provoziert, eine Extraleistung aus ihnen herauszukitzeln versucht. Er sagt, die wichtigste Aufgabe des Trainers sei es, eine gute Atmosphäre zu schaffen, die Spieler reden zu lassen, auf sie zu hören, ihnen Selbstvertrauen zu geben. Diese Art Teamführung – Einheit durch Streicheleinheit – funktioniert aber nur bei Teams, die alles haben, alles können. Das war lange nicht so, könnte aber nun der Fall sein, denn England hat eine fabelhafte Spielergeneration im besten Alter, mit Weltklasseleuten auf mindestens sechs, sieben Positionen. Zumindest gäbe es keine Entschuldigung mehr, wenn dieses Team diesmal nicht groß herauskäme. (...) Er hat auch verstärkt an einer alten Schwäche der Engländer gearbeitet: der mangelnden Fähigkeit, den Ball – und damit auch ein Ergebnis – zu halten. Diese Kunst, Gegner nicht nur mit Tempo und Physis zu beherrschen, sondern auch mal ohne großen Aufwand zu kontrollieren, ist mitentscheidend, um am Ende einer WM noch Reserven zu haben."
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Gruppe C

Obszön

Thomas Scheen (Frankfurter Allgemeine Zeitung) wirft den Spielern der Elfenbeinküste Heuchelei vor:
"Wenn sich die Elephants heute als Friedensstifter sehen, ehrt das die Mannschaft. Schließlich sind sie allesamt hochbezahlte Legionäre im Dienste der besten europäischen Vereine und somit sowohl räumlich als auch finanziell weit weg vom Elend der Elfenbeinküste. Gleichwohl bekommt dieses Sendungsbewußtsein einen fahlen Beigeschmack, wenn man sich vor Augen führt, daß die Spieler von der Regierung Gbagbo mit millionenschweren Geschenken bedacht werden, die um so größer ausfallen werden, je weiter die Mannschaft im Turnier vorankommt. Daß dahinter nichts anderes als politisches Kalkül steht, wurde zuletzt deutlich, als sämtlichen Spielermüttern der Nationale Verdienstorden verliehen wurde und sich die angeschlagene Regierung Gbagbo bei gleicher Gelegenheit ein paar positive Schlagzeilen sichern konnte. Keiner der Spieler hat bislang seinen Verzicht auf die 'Prämien' etwa zugunsten der bankrotten Sportvereine in Abidjan, der ruinierten Krankenhäuser oder der steigenden Zahl der Aids-Waisen erklärt, obwohl alle zu den Spitzenverdienern in Europa zählen und nicht auf das Geld angewiesen sind. Von Frieden und Versöhnung reden und dann ausgerechnet von Herrn Gbagbo mit neuen Villen und sonstigen Aufmerksamkeiten bedacht zu werden: das wirkt angesichts des Elends im Land reichlich obszön."
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Tiefstapelei

Dirk Schümer (Frankfurter Allgemeine Zeitung) lässt sich von den Holländern keinen Sand in die Augen streuen:
"Die jeweils bitter enttäuschte Arroganz der großen Spielergeneration um Davids, Seedorf, Bergkamp hat nun einem zurückhaltenden Realismus Platz gemacht. Bondscoach van Basten beschwerte sich sogar über die stolze Aufschrift, welche die Fifa dem grell-orangenen Mannschaftsbus verpaßt hat: 'Oranje op weg naar goud – Oranje goes for gold'. Das sei nicht der Stil seiner Mannschaft: 'Viel zu arrogant und großspurig.' Van Basten hat sein Team mit jungem, hungrigem Nachwuchs aus der heimischen Eredivisie aufgestockt. Von der großen, verlorenen Generation sind nur mehr die am selben Tag geborenen Edwin van der Sar und Phillip Cocu übriggeblieben. (...) Es wirkt fast, als bereite sich van Basten mit seinem jungen Kader eher auf die WM 2010 vor, weshalb ihm daran liegt, hinter den dichten Bäumen des Schwarzwalds sowenig Aufsehen wie möglich zu machen. Oder gehört die neue Tiefstapelei in Wahrheit zu einer ausgefeilten Überrumpelungstaktik?"

Gruppe H

Panik

Ronald Reng (Süddeutsche Zeitung) beschreibt Spanien als Mannschaft ohne Widerstandskraft:
"Spanien, nur das lässt sich mit Gewissheit sagen, ist die merkwürdigste Elf, die nach Deutschland kommt. In 22 Spielen in den zwei Jahren unter Aragones ist sie ungeschlagen. Unter den Favoriten in Deutschland wird sie trotzdem nie genannt. Ganze zweieinhalb überzeugende Spiele – das 5:1 in der WM-Qualifikation gegen die Slowakei, ein 1:0 im Test über England und eine sensationelle erste Halbzeit beim 1:1 gegen Serbien – verloren sich in der Unendlichkeit all dieser mühseligen 0:0 und 1:1 gegen Bosnien, Litauen und die Slowakei, mit denen die Spanier sich nach Deutschland quälten. Ausgerechnet bei der besten Vorstellung wurde ihre ganze Schwäche deutlich: In einer kühlen Herbstnacht in Madrid überrannten sie Serbien, schneller, technisch brillanter, begeisternder kann man nicht spielen – und als Serbien mit einem einsamen Konter das 1:1 erzielte, war Spanien nur noch Panik. Diese Elf, die den Ball mit Zuneigung behandelt, zerbricht zu leicht an der ersten Widerspenstigkeit, die sich der Fußball während der 90 Spielminuten ausdenkt. Ein Rückstand, drei vergebene Chancen, ein nicht gegebener Elfmeter: Panik."

Ball und Buchstabe

Beamter im Ball

Holger Gertz (Süddeutsche Zeitung) verbittet sich mit Beginn der WM Nörgeleien über den Gastgeber:
"Der Fußball hat eine Menge anderer, wichtigerer Themen überlagert in den vergangenen Monaten, er konnte einem lästig werden, Franz Beckenbauer war zu oft im Fernsehen, die Geldgier der Fifa ist unerträglich, aber jetzt muss man ein sehr hartnäckiger Fußballverachter sein, um nicht zu sehen, dass Fußball etwas anstellt mit den Leuten. 45.000 waren beim öffentlichen Training der Deutschen, 25.000 bei den Brasilianern. 3.000 Rotenburger haben sich gefreut über ihr Team aus Trinidad und Tobago, und auch wenn man das nicht verrechnen kann mit rassistischen Überfällen im Osten: 'Die Welt zu Gast bei Nazis', wie die taz neulich schrieb – das ist natürlich zu pauschal. Sie geben sich Mühe mit ihren Gästen, die Deutschen, auf ihre Art. Sie freuen sich, bei der obskuren Fifa-Kartenlotterie ein Ticket ergattert zu haben für ein Gurkenspiel wie Tunesien gegen Saudi-Arabien. Sie tanzen nicht, sie können nicht so gut tanzen. Aber sie bringen Blumen mit. Und die Bahn zwingt ihr Personal in den Bahnhöfen in riesige Fußbälle, aus denen sie Auskünfte erteilen über den Weg der Züge. Dort sitzen Beamte in Uniform, und wenn einer von draußen ein Foto machen will, winken sie aus dem Fußball heraus, manchen ist das vielleicht ein wenig peinlich, manche macht es eher stolz. Die Fotos werden jedenfalls später ein schönes Zeitdokument sein vom Sommer 2006: Ein Beamter im Ball. Deutsche Korrektheit in verspieltem Rahmen."

Du bist Bayer!

Jens Weinreich (Berliner Zeitung) rümpft die Nase bei der Eröffnungsfeier:
"Diese 18. Fußball-Weltmeisterschaft hätte kaum attraktiver beginnen können. Damit ist allerdings nicht jene seltsame Eröffnungsshow gemeint, als Schuhplattler, Kuhglockenschwinger und andere bajuwarische Gestalten, die merkwürdige Hüte trugen, auf dem mit riesigen bunten Matten abgedeckten Rasen herumstampften. 'Du bist Deutschland', hieß er nicht so, dieser arg patriotische Slogan? Am Freitag in München hätte er lauten müssen: Du bist Lederhose! Oder: Du bist Bayer! Edmund Stoiber wird's gefallen haben. Restdeutschland rieb sich verwundert die Augen. Und der Rest der Welt wird darüber debattieren, ob dies die schlechteste Eröffnungsfeier der vergangenen zwei Jahrzehnte war."

Sucht euch bitte jemand anderen!

Stefan Niggemeiner (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung/Medien) äußert Kritik an Kerner und Co.:
"Das große Talent von Johannes B. Kerner ist es, aus dem Stegreif scheinbar druckreife Sätze formulieren zu können. Als Füllwörter fügt er nicht 'äh' oder 'öhm' ein, sondern Begriffe wie 'sehr herzlich' oder 'ganz außerordentlich'. Wie Stuck kleben wichtigtuerische Substantivkonstruktionen in seinen Sätzen. Das große Talent von Jürgen Klopp ist es, daß er es merkt. Der Mainzer Trainer ist nicht nur deshalb so ein Glücksgriff für das ZDF, weil er es schafft, Kompetenz und Verständlichkeit zu kombinieren, sondern auch, weil er der ideale Sidekick für Kerner ist. Mit einem einzigen Laut kann er die Luft aus einer Kerner-Frage herauslassen. Wenn der fragt, ob es nicht ein Fehler war, daß die Nationalmannschaft noch nie in der neuen Münchner Arena gespielt hat, macht Klopp ein Geräusch wie 'öapf', was klingt wie: 'Ja, Gott, man kann natürlich in alles etwas hineininterpretieren, aber für diesen Kindergartenkram sucht euch bitte jemand anderen!' Als Kerner eine lange Reihe von Statistiken zitiert und nach der 'Magie' von Eröffnungsspielen fragt, sagt Klopp: 'Mir ist das scheißegal, wie die alle gespielt hatten', und das Publikum in der 'ZDF-Arena' applaudiert. (...) Die Zeiten, in denen die Privatsender den Öffentlich-Rechtlichen zeigten, wie man eine Fernsehsendung state of the art inszeniert, sind vorbei. Ich möchte lieber nicht wissen, was die 'ZDF-Arena' am Potsdamer Platz gekostet hat – aber genau so muß heute ein WM-Studio aussehen, und genau so muß man das Studio, die Spiele und die Analysen in Szene setzen. Und zu Ingolf Lücks witzig gemeinter Sendung 'Nachgetreten', in der Mike Krüger sagte, er hätte gedacht, Ecuador würde als Hauptexporteur von Guano auch 'Scheiße spielen', und selbst das hoffentlich alkoholisierte Publikum auf mehrere Holländerwitze mit Totenstille reagierte, nur soviel: Ich habe mir die Namen aus dem Abspann notiert. Die merk ich mir. Alle."
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Organisierbar

Die Süddeutsche Zeitung kommentiert die Ankündigung der iranischen Regierung, den Vizepräsidenten Mohammed Aliabadi zur WM zu senden, um die Spiele der Nationalmannschaft zu besuchen:
"Hinter der Entscheidung steckt eine vielschichtige Botschaft: Erstens wollen die Iraner nicht unnötig provozieren, indem sie den Holocaust-Leugner und Reiz-Präsidenten Ahmadinedschad schicken. Zweitens wollen sie sich einen Besuch aber auch nicht verbieten lassen. Drittens wäre es ja auch seltsam, wenn ein delikater Besuch aus Iran das politische Deutschland aus dem Gleichgewicht würfe, während eben dieses Deutschland als Teil einer globalen Allianz mit Iran Verhandlungen führen möchte. Der Umgang mit Iran und seinen politischen Vertretern ist nicht einfach, aber er ist organisierbar."

Triumph des Fußballs über die Ernsthaftigkeit

Die WM, ein Fenster für Diplomatie – Gunter Gebauer (Berliner Zeitung):
"Welche Chance würde sich der Diplomatie eröffnen, wenn Präsident Ahmadinedschad zum Anfeuern der iranischen Sache in ein deutsches Stadion käme! Die amerikanische Öffnung gegenüber China wurde seinerzeit durch die so genannte Ping-Pong-Diplomatie von US-Tischtennisspielern erreicht. Jetzt böte sich Steinmeier die Chance, am Entmüdungsbecken in den Stadionkatakomben das iranische Atomprogramm mit westlichen Vorstellungen kompatibel zu machen. Mit dem diplomatischen Gebrauch der WM wird eine neue Vorstellung von Politik in die Tat umgesetzt: Im Unterschied zu früher werden die Probleme der Gegenwart nicht für die Zeit des Turniers vergessen, sondern in ein Stadion geholt und hier dem Unernst des Spiels ausgesetzt. Der Stimmung in der Arena widersteht kein Ernst der Welt. (...) In den nächsten Wochen wird man den Triumph des Fußballs über die Ernsthaftigkeit erleben. Vielleicht wird es unter seinem Einfluss gelingen, politische Probleme herunterzuspielen. Es bleibt die Frage, ob sich die wichtigen Dinge unserer Zeit davon erholen werden."

Abgelenkt

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung durchschaut die derzeitige Betriebsamkeit der deutschen Politiker:
"Wer hat nicht in Kindertagen versucht, den Eltern schlechte Schulnoten bei frohgemuten Anlässen 'unterzujubeln'? Ganze Schülerkohorten spekulierten darauf, daß die Väter in Siegeslaune vom Fußballplatz nach Hause kamen. Die Nachsicht der Eltern war im Augenblick angenehm, doch rächte sich die neunmalkluge Taktik oft auf lange Sicht. Ein sofortiges Donnerwetter hätte dem schulischen Erfolg wahrscheinlich mehr gedient. Die Kinder von damals sind die Politiker von heute. Die Taktik von damals haben sie anscheinend beibehalten. Die gut vier Wochen der Weltmeisterschaft sind seit langem mit dicken Balken im politischen Kalender nicht nur der großen Koalition markiert: nur vordergründig, um keines der Spiele der berühmten Mannschaften, vor allem Deutschlands, zu verpassen, in Wahrheit aber, um immer genau zu wissen, wann die Bürger abgelenkt oder gar siegestrunken genug sind, um nebenbei die schlechten Nachrichten aus den Regierungsvierteln 'durchzuwinken'."

Reformunfähig

Die Süddeutsche Zeitung ärgert sich über die Gewerkschaft Verdi, die in Thüringen verhindert hat, den Ladenschluß während der WM aufzuheben:
"Die Welt zu Gast – vor verschlossenen Ladentüren: Die Gewerkschaft präsentiert sich als Besitzstandswahrer und Risikovermeider. Bei der Weltmeisterschaft hätte sich zeigen können, ob und wie längere Öffnungszeiten sinnvoll sind. Doch die Verdi-Klagen belegen, wie reformunfähig Deutschland beim Ladenschluss ist. Es wird ja keiner gezwungen, sein Geschäft rund um die Uhr aufzumachen. Er sollte es aber dürfen."

Berliner Zeitung: Rein rechtlich gehört die WM der Fifa, die Deutschen sind nur Lizenznehmer und nicht Herr im eigenen Land

Süddeutsche Zeitung: Wir sind Bierhoff – vom "positiven Patriotismus" im Land der Gurus und Nörgler
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Frankfurter Rundschau: Volker Bouffier und Daniel Cohn-Bendit sehen keine Gefahr für Nationalismus
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Süddeutsche Zeitung: Wie die Kirchen im Münchner Dom die WM-Eröffnung zelebrieren
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Ascheplatz

Alte Rollenverteilung

Christian Eichler (Frankfurter Allgemeine Zeitung) kommentiert den Streit zwischen Sven-Göran Eriksson und Alex Ferguson um den verletzten Wayne Rooney:
"Früher galt die WM als die große Bühne, auf der die besten Spieler der Welt zu sehen waren. Heute ist es die Champions League, und die WM wird mehr und mehr zu einer Zugabe, die sich den sportlichen und wirtschaftlichen Zwängen der Klubs anzupassen hat. Natürlich ist sie immer noch die emotionale Großveranstaltung des Fußballs und mobilisiert nationale Emotionen, die ökonomische Privatinteressen kleinlich erscheinen lassen. Motto: Rooney gehört England, nicht ManU – Ballack gehört Deutschland, nicht Chelsea. Und doch hat sich der Tenor verändert. Früher erschienen Klubs, die Geld von Verbänden forderten, als dreist, ja gierig, denn es ging ja, durfte ein Spieler sein Land vertreten, um die 'Ehre'. Heute gelten eher die, welche die Ehre verkaufen, als dreist und gierig. Die Fifa erzielt mit der WM einen erwarteten Überschuß von mindestens 700 Millionen Euro. Es ist nicht allein die Höhe dieser Summe, sondern auch die Art, wie die Fifa sie erzielt, wie sie die WM komplett durchökonomisiert hat, die die alte Rollenverteilung als kaum noch nachvollziehbar erschienen läßt: daß nämlich für die, die eine WM ausmachen, die Spieler also, nur sie selbst und ihre Klubs das Risiko tragen sollen. Und nicht die, denen die WM die Taschen füllt."

Berliner Zeitung: Die Kosten der WM - insgesamt wurde der Steuerzahler im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft mit mehreren Milliarden Euro belastet

Traumkonstellation für Bayern München

Thomas Haid (Stuttgarter Zeitung) kritisiert das Engagement der Telekom in der Bundesliga und nennt die Folgen:
"Das dürfte bei den Klubs einschneidende Konsequenzen auf bestehende Geschäftsverbindungen haben – wie das Beispiel Stuttgart zeigt. Denn der VfB ist mit der Firma Debitel liiert, die als Premiumpartner 750.000 Euro pro Jahr zahlt. Bedingung ist allerdings Exklusivität, die nicht mehr gegeben ist, weil sich in der Telekom ein konkurrierendes Unternehmen als Titelsponsor in der höchsten Spielklasse breit machen wird. Nach StZ-Informationen kann Debitel in diesem Fall den Vertrag mit dem VfB jetzt sofort kündigen. Diese Problematik existiert aber nicht nur in Stuttgart, sondern praktisch in der gesamten Liga. Fast alle Vereine arbeiten in irgendeiner Form mit Firmen aus der Kommunikationsbranche zusammen. Eine Sonderrolle spielt nur der FC Bayern. Der hat als Hauptsponsor zwar auch einen Kommunikationsriesen – aber eben genau die Telekom. Insofern ist die Entwicklung eine Traumkonstellation für den Rekordmeister und seinen Partner."

Auf Pump

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung weist auf das Dilemma Borussia Dortmunds hin:
"4,7 Millionen Euro hat der BVB kürzlich in den Transfer von Nelson Valdez vom Vize-Meister Werder Bremen investiert. Angeblich will er weitere 5 Millionen Euro für den Schweizer Alexander Frei ausgeben. Das ist zwar noch nicht die Größenordnung wie damals, als Spieler wie Amoroso, Rosicky und Koller für rund 50 Millionen Euro geholt wurden. Aber es zeigt das Dilemma, in dem das unverändert schwer angeschlagene Unternehmen steckt: Weil die Zinslast drückt, braucht die Borussia zwingend Zusatzeinnahmen aus dem internationalen Geschäft. Und um sich für einen Platz im Uefa-Pokal zu qualifizieren, muß eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf dem Platz stehen. Eine Saison im grauen Mittelfeld der Bundesliga wird sich der Verein nicht noch einmal leisten können. Der Kurs bleibt riskant. Denn die Investitionen sind größtenteils 'auf Pump' finanziert."

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