Kairo
Weltkulturerbe neben Wolkenkratzern
Sonja Ernst
19.10.2006
Überblick
Kairo ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Ägyptens. Die Hauptstadt ist zugleich eine der bedeutendsten Metropolen der arabisch-islamischen Welt. In der Stadt am Nil leben knapp 12 Millionen Menschen. Al-Qâhira, so der arabische Name Kairos, nimmt Platz 16 der größten urbanen Agglomerationen weltweit ein und ist neben Lagos die größte Metropole Afrikas.
Fast jeder sechste Ägypter lebt heute in Kairo: Die Bevölkerung wächst mit knapp 1,6 Prozent jährlich. Rund 36 Prozent der städtischen Bevölkerung Ägyptens leben in der Hauptstadt. Ab den 1950er Jahren wurde Kairo zum Bevölkerungsmagnet des Landes als staatliche Industrie- und Siedlungsprojekte vorzugsweise im Großraum Kairo umgesetzt wurden. Mit der wirtschaftlichen Liberalisierung ab den 1970er Jahren erlebte die Stadt einen weiteren Boom, der bis heute anhält. Zwischen 1950 und 1990 hat sich die Zahl der Bewohner Kairos vervierfacht.
In Kairo finden sich historische Stadtteile neben modernen Geschäfts- und Büroviertel, alte Prachtbauten neben Wolkenkratzern. Seit 1979 ist die historische Altstadt Kairos Weltkulturerbe. Doch die historischen Stadtteile haben seit langer Zeit an Bedeutung verloren, teils verfiel die Bausubstanz. Die Restaurierung und Revitalisierung stehen noch aus. Zugleich kämpft Kairo mit einer nicht enden wollenden Wohnungsnot, mit Armut und informellen Siedlungen, Verkehrschaos und Umweltverschmutzung.
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