Skyline von Schanghai

Soziale Indikatoren

17.9.2008
In den genannten afrikanischen Städten leben zwischen 20 und 53% der Haushalte in Armut, in den asiatischen zwischen 16 und 44% und den lateinamerikanischen zwischen 6 und 27%.

Soziale IndikatorenSoziale Indikatoren (© bpb)

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    Die Indikatoren Armut, Lebenserwartung und Alphabetisierung ähneln denen des Human Development Index (HDI), sind aber methodisch weniger aufwändig und ermöglichen eine "Schnell-Diagnose" der sozialen Verhältnisse in einzelnen Städten. Aber auch für diese Indikatoren ist es schwierig, international vergleichbare Daten zu generieren, weil es in jedem Land unterschiedliche Definitionen und Erhebungsmethoden gibt.

    In den genannten afrikanischen Städten leben zwischen 20 und 53% der Haushalte in Armut, in den asiatischen zwischen 16 und 44% und den lateinamerikanischen zwischen 6 und 27%. Dabei wird die Armutsgrenze oder "poverty line" in den einzelnen Regionen und Ländern unterschiedlich definiert. Nach einer UN-Definition liegt eine absolute Armut dann vor, wenn ein Haushalt über weniger als 2 US$ pro Tag verfügt.

    Einen Hinweis auf den Entwicklungsstand einer Stadt gibt auch die Lebenserwartung, die in den genannten Städten für Männer zwischen 52 (Lagos) und 79 Jahre (Bangkok) schwankt. Bei der großen Differenz von 27 Lebensjahren in Lagos und Bangkok stellt sich allerdings die Frage, wie zuverlässig diese Daten sind.

    Ein weiterer Indikator für den Entwicklungsstand einer Stadt ist die Kindersterblichkeit. In den genannten afrikanischen Städten überleben 10 bis 14% der Kinder nicht das 5. Lebensjahr, in den asiatischen 3 bis 12% und in den lateinamerikanischen 2%. Im Hinblick auf die Kindersterblichkeit steht also Lateinamerika am besten da, wobei diese Zahl fast schon vergleichbar mit hoch entwickelten Ländern ist.

    Ähnliches gilt für die Alphabetisierung. Diese variiert bei den Männern in den genannten afrikanischen Städten zwischen 17 und 94%, in den asiatischen zwischen 60 und 98% und in den lateinamerikanischen zwischen 48 und 99%. In den europäischen Städten beträgt die Alphabetisierung der Männer zwischen 80 und 100%. Die Alphabetisierung der Frauen liegt in allen Regionen unter denen der Männer, folgt aber im übrigen den regionalen Mustern.

    Definition



    Die Armutsgrenze oder "poverty line" wird unterschiedlich definiert, dies je nach allgemeinem Entwicklungsstand und Einkommen der betreffenden Länder. Als Basis dient ein elementarer "Warenkorb", der zum Überleben notwendig ist. In sehr armen Ländern gilt ein Haushalt als extrem arm, wenn er über weniger als 2 US$ pro Tag verfügt. Die Lebenserwartung (in Jahren) und Kindersterblichkeit (in %) sind dagegen eindeutig messbar. Eine Alphabetisierung gilt in den meisten Entwicklungsländern als gegeben, wenn zumindest einige Grundschuljahre besucht wurden.

    Statistik



    Soziale Indikatoren in ausgewählten Städten

      Haushalte unterhalb der Armutsgrenze (%) Lebens-
    erwartung bei Geburt (Männer) (Jahre)
    Kinder-
    sterblichkeit (bis 5 Jahre) (%)
    Alphabet-
    isierung (Männer) (%)
    Afrika  
    Kumasi (Ghana) 26 66 10 87
    Lagos (Nigeria) 53 52 12 17
       
    Asien  
    Dhaka (Bangladesh) 44 62 10 60
    Karatschi (Pakistan) 35 63 12 72
    Bangkok (Thailand) 16 79 3 98
       
    Lateinamerika  
    Sao Paulo (Brasilien) 7 67 2 94
    Montevideo (Uruguay) 15 69 2 99


    Quelle
    The Challenge of Slums, Table C.6, S.284
    UN-Habitat (2002) Global Urban Indicators Database 2 (1998 data)
    »www.unhabitat.org/«

    Links



    »International Labour Office (ILO) - URBAN POVERTY AND THE INFORMAL SECTOR«

    »UN ECONOMIC AND SOCIAL COUNCIL - URBAN POVERTY AND THE WORKING POOR«

    Autor: Prof. Dr. Eckhart Ribbeck


     
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