Krankheiten und Gefährdung des Waldes
Entwicklung der Wälder Mitteleuropas und ihrer Gefährdungen
Das in den 1980er-Jahren prognostizierte großflächige Waldsterben ist ausgeblieben. Dennoch sind viele Bäume in keinem guten Zustand. Wie steht es um den Wald?Die Wälder Mitteleuropas unterliegen seit Jahrhunderten vielfältigen menschlichen Nutzungen und Einflüssen. Ur- oder Naturwälder sind dadurch heute fast vollständig verschwunden. Nach einer frühmittelalterlichen Rodungsphase und einer folgenden Periode, in der die Wälder stark übernutzt wurden, fand man mit der ordnungsgemäßen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung ab dem 18. Jahrhundert eine Antwort auf die damalige Waldzerstörung. Dabei wurden auch Nebennutzungen wie Streurechen und Waldweide abgelöst.
Die damals entstandenen, oft aus nur einer Nadelbaumart wie Kiefer oder Fichte aufgebauten Forsten können zwar den heutigen Anforderungen an ein vielfältiges Waldökosystem nicht mehr gerecht werden, dennoch gelang es so, große Waldgebiete in Deutschland und Mitteleuropa zu erhalten.
Abb. 1: Eiche mit 50% Blattverlust. Foto: C. Ziegler, FAWF Rheinland-Pfalz (© C. Ziegler, FAWF Rheinland-Pfalz
)
Abb. 2: Eiche mit 5% Blattverlust. Foto: C. Ziegler, FAWF Rheinland-Pfalz (© C. Ziegler, FAWF Rheinland-Pfalz
)
Abb 3: Vergilbung von Nadeln (Chlorose) wird oft durch Ernährungsströrungen verursacht. Foto: H.W. Schröck, FAWF Rheinland-Pfalz (© H.W. Schröck, FAWF Rheinland-Pfalz
)"Neuartige Waldschäden" in der Waldzustandserhebung
Um einen Überblick zu bekommen, wie die Schäden verteilt waren, begann man 1983 damit, die Schäden systematisch zu erfassen. Dabei wurde mit deutschlandweiten Erhebungen jährlich die durchschnittliche Kronenverlichtung von Baumgruppen anhand von Blatt- bzw. Nadelverlust-Schadstufen geschätzt (Tab. 1, Abb. 4).
| Definition der Schadstufen (Waldzustandserhebung) | ||
| Schadstufe | Nadel-/Blattverlust | Bezeichnung |
| 0 | 0 - 10% | ohne sichtbare Kronenverlichtung |
| 1 | 11 - 25% | Warnstufe (schwache Kronenverlichtung) |
| 2 | 26 - 60% | mittelstarke Kronenverlichtung |
| 3 | 61 - 99% | starke Kronenverlichtung |
| 4 | 100% | abgestorben |
Abb. 4: Lage der Aufnahmepunkte der Waldzustandserhebung (WSE) und der Bundesweiten Bodenzustandserhebung im Wald (BZE, ungefüllte Quadrate) sowie des intensiven Forstlichen Umweltmonitoring (Level II, gefüllte Kreise).Entsprechend der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland werden die Erhebungen im Gelände von den Forstlichen Versuchsanstalten der einzelnen Bundesländer in Rastern von 8 x 8 Kilometern und teilweise noch dichter durchgeführt. Den gesamtdeutschen beziehungsweise europäischen Auswertungen liegt hingegen ein weiteres Raster von 16 x 16 Kilometern zu Grunde.
Der geografische Rahmen dieser Erhebung hat sich in der Folge sehr schnell vergrößert. Denn im Zuge der allgemeinen Bemühungen, die Luft sauber zu halten (Genfer Luftreinhaltekonvention der Vereinten Nationen, UNECE 1979) wurde schon ab 1985 der Kronenzustand europaweit im Rahmen des ICP Forests (Internationales Kooperationsprogramm Wälder) erhoben.
weitere Inhalte:
Dossier
Klimawandel
Globale Erwärmung und Klimawandel: diese beiden Worte sind in aller Munde. Wie konnte es überhaupt zum Klimawandel kommen? Und reichen die Bemühungen im Kampf gegen die globale Erwärmung aus? Weiter...
Dossier
Bioethik
Wann beginnt das Leben? Was genau ist die Würde des Menschen? Gibt es ein Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende? Die Bioethik setzt sich mit grundsätzlichen Fragen des Seins auseinander. Sie liefert Antworten für die politischen Entscheidungen der Gegenwart. Aber wirft auch neue Fragen und Probleme auf. Weiter...



