Verkehrsabgase: Sauberer, aber nicht rein
Trotz Katalysator und Rußfilter: Die Emissionen des Verkehrs belasten die Umwelt. Verbesserte Technik, Verkehrsvermeidung und Verlagerung auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel sind Möglichkeiten, Emissionen zu reduzieren.Verkehr in nahezu jeder Form belastet die Umwelt. Nicht umsonst gilt unter (ökologischen) Verkehrsplanern als Grundprinzip: "Der beste Verkehr findet nicht statt". Denn für Straßen, Rad- und Fußwege sowie Start- und Landebahnen werden große Flächen versiegelt. Auto, Flugzeug und Bahn benötigen außerdem Energie. Die Energie stammt überwiegend von fossilen Energieträgern, insbesondere Erdöl. Das hat ökologische Folgen: Werden Treibstoffe wie Benzin oder Kerosin verbrannt, wird unter anderem Kohlendioxid ausgestoßen, was den Treibhauseffekt verstärkt. Auch wenn Fortbewegungsmittel wie Straßenbahnen durch Strom angetrieben werden, belastet dies die Umwelt. Strom wird in Deutschland vorwiegend aus fossilen Energien und Atomkraft gewonnen. Dabei entstehen wiederum Kohlendioxidemissionen, etwa bei der Kohleverstromung, oder radioaktive Abfälle.
Weitere durch den Verkehr verursachte Umweltprobleme sind die Lärmbelastung und die Zerschneidung von zusammenhängenden Lebensräumen durch Autobahnen oder Bahntrassen. Insbesondere der Pkw- und Lkw-Verkehr verschmutzen darüber hinaus die Luft mit Schadstoffen, von denen die Umwelt – und nicht zuletzt die Menschen – immer noch, trotz moderner Treibstoffe und Katalysatoren, geschädigt werden.
Die ersten rollenden Dampfmaschinen
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts experimentierte man mit so genannten Dampfwagen und Dampflokomotiven. Um sie zu betreiben, wurde Kohle verbrannt, der dabei entstehende Ruß war als Zeichen der Verschmutzung entlang der Bahnstrecken deutlich sichtbar. Neben dem erkennbaren Ruß verließen noch andere giftige Stoffe die Schornsteine der Lokomotiven, wie Kohlenmonoxid, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und Chlorverbindungen sowie Schwermetalle wie Nickel, Blei, Cadmium und Quecksilber. Bevor man jedoch dieses Problem erkannte und zum Beispiel durch den Einbau von Filtern zu lösen versuchte, wurden Dampflokomotiven von elektrischen Lokomotiven und Dieselloks abgelöst. Etwa zur gleichen Zeit – Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts – begann auch die weite Verbreitung des Automobils.
Im Jahr 2007 waren in Deutschland 46,1 Millionen Pkw zugelassen, daneben rund vier Millionen Motorräder sowie knapp drei Millionen Lkw und Busse. Sie verursachen durch ihre Abgase auch heute noch einen Mix an schädlichen Emissionen, obwohl insbesondere seit den 1980er-Jahren große Anstrengungen unternommen wurden, den Schadstoffausstoß zu vermindern. Neben den in den Abgasen enthaltenen Schadstoffen sowie dem Treibhausgas CO2, das den Klimawandel verstärkt, treten außerdem Feinstaubemissionen auf, die durch Reifen- und Fahrbahnabrieb entstehen. Zu diesen so genannten Partikeln zählt auch der in den Abgasen enthaltene Ruß, der besonders bei Dieselmotoren entsteht.
Abb 1:Tatsächliche und prognostizierte Entwicklung der Fahrleistungen und Schadstoffemissionen des Straßenverkehrs, im Verhältnis zum Jahr 1998. Quelle: UBABoomsektor Luftverkehr
Die Troposphäre wird auch als "Wetterschicht" bezeichnet, ein Hinweis darauf, wie stark sich Veränderungen in ihr auch an der Erdoberfläche auswirken können. Um die besondere Gefährdung, die vom Flugverkehr ausgeht, zumindest in Bezug auf den Klimawandel zu beschreiben, haben Wissenschaftler den "Radiative Forcing Index" (RFI) entwickelt. Demnach müssen die CO2-Emissionen von Flugzeugen mit dem Faktor 2,7 multipliziert werden, um zu bestimmen, wie stark ihre Abgase zur Erwärmung der Erdatmosphäre beitragen. Nicht zuletzt da das Flugverkehrsaufkommen in den letzten Jahren sehr stark gewachsen ist und weiter ansteigt (man geht von einer Verdoppelung in den nächsten 20 Jahren aus), sind hier dringend Maßnahmen erforderlich, die Emissionen zu senken.
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