Erölraffinerie bei Usinsk, Russland.

14.6.2009

Umfrage: Nachhaltigkeit

84 Prozent der Bevölkerung sind davon überzeugt, dass sie durch ihr Konsumverhalten wesentlich zum Umweltschutz beitragen können. 61 Prozent sind dazu aber nur bereit, wenn ihr Lebensstandard nicht beeinträchtigt wird.

Umfrage NachhaltigkeitUmfrage Nachhaltigkeit Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Rund 84 Prozent der Bevölkerung sind davon überzeugt, dass sie durch das eigene Konsumverhalten wesentlich zum Umweltschutz beitragen können – so das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Nach Angaben der Studie steigt die Bereitschaft zu umweltbewusstem Verhalten vor allem dann, wenn vorausgesetzt werden könnte, dass "alle so handeln".

Die Änderung des eigenen Verhaltens darf aus Sicht der Bevölkerung allerdings nicht mit einer Verschlechterung der eigenen Lebensqualität einhergehen. 61 Prozent der Bevölkerung erklärten 2008, dass sie nur dann mehr für den Umweltschutz tun würden, wenn dadurch ihr Lebensstandard nicht beeinträchtigt wird. Weiter war die Hälfte der Bevölkerung der Meinung, dass man "schon Experte sein muss", um sich umweltgerecht verhalten zu können.

Große Teile der Bevölkerung erklärten, dass sie beim Kauf von Haushaltsgeräten auf einen niedrigen Energieverbrauch achten (88 Prozent) und dass für sie die Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit der Geräte wichtige Kaufkriterien sind (83 Prozent). In der Veröffentlichung des BMU wird allerdings darauf hingewiesen, dass die Bevölkerung dazu neigt, das eigene Kaufverhalten in Bezug auf die Umweltverträglichkeit zu überschätzen. Umweltbezogene Begriffe wie "aus der Region", "niedriger Energieverbrauch", "nachhaltig" sind oft nur Mittel der Produktwerbung. Zusätzlich ist problematisch, dass das geäußerte, ökologisch bewusste Kaufverhalten nicht mit tatsächlichen Kaufhandlungen gleichgesetzt werden kann. Im Gegenteil wird auch hier darauf hingewiesen, dass die Absatzzahlen verschiedener Produkte belegen, dass es eine erhebliche Diskrepanz zwischen angegebenem und tatsächlichem Kaufverhalten gibt.

Zehn Prozent der Bevölkerung sagten, dass Bio-Lebensmittel bei ihrer alltäglichen Ernährung eine sehr große Rolle spielen, weitere 33 Prozent schrieben ihnen eine eher große Rolle zu. Besonders ausgeprägt war diese Haltung im Jahr 2008 bei Akademikern (56 Prozent), bei Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3.000 Euro (50 Prozent) und bei Frauen (48 Prozent). In Westdeutschland war sie zudem wesentlich ausgeprägter als in Ostdeutschland (45 gegenüber 30 Prozent). Eine deutliche Distanz zu Bio-Lebensmitteln hatten 2008 vor allem Menschen mit geringem Einkommen (77 Prozent). Weiter waren nach der repräsentativen Befragung 40 Prozent der Bevölkerung bereit, mehr Geld für weniger umweltbelastende Produkte auszugeben. Ein noch größerer Anteil (52 Prozent) würde für fair gehandelte Produkte aus Entwicklungsländern einen höheren Preis zahlen.

Datenquelle

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU): Umweltbewusstsein in Deutschland 2008 – Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage

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