Erölraffinerie bei Usinsk, Russland.

14.6.2009

Waldschäden nach Bundesländern

Während die Wälder im Saarland und in Baden-Württemberg die größten Schäden aufweisen, ist der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden in Bremen und Brandenburg am niedrigsten.

Waldschäden nach BundesländernWaldschäden nach Bundesländern Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Eine wichtige Möglichkeit den Zustand von Waldbäumen zu beurteilen, ist die Betrachtung der Kronenverlichtung. Je durchlässiger die Krone eines Baumes ist, desto schlechter ist sein Zustand. Nach Ergebnissen der Waldzustandserhebung 2008 lag der Flächenanteil der Bäume mit deutlicher Kronenverlichtung (Schadstufe 2 bis 4) im Jahr 2008 bei 26 Prozent (2007: 25 Prozent). Der Anteil der schwach geschädigten Bäume (Schadstufe 1) betrug 43 Prozent (2007: 45 Prozent). Ohne Verlichtung bzw. Schadmerkmale waren 31 Prozent (2007: 30 Prozent). Im Mittel lag die Kronenverlichtung 2008 bei 20,4 Prozent (2007: 20,7 Prozent).

Deutliche Unterschiede zeigen sich sowohl zwischen den Bundesländern als auch bei den verschiedenen Baumarten. Während 2007 im Saarland (43 Prozent), in Baden-Württemberg (40 Prozent) und Hessen (36 Prozent) der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden am höchsten war, lagen die entsprechenden Werte in Bremen (5 Prozent) und Brandenburg (12 Prozent) am niedrigsten.

Deutschlandweit lag im Jahr 2008 der Anteil der Bäume mit deutlichen Kronenverlichtungen bei der Fichte bei 30 Prozent (2007: 28 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung blieb gegenüber dem Vorjahr mit 21 Prozent unverändert. Bei der Kiefer stieg der Anteil der Bäume mit deutlichen Kronenverlichtungen zwischen 2007 und 2008 von 13 auf 18 Prozent. Die mittlere Kronenverlichtung blieb mit 19 Prozent vergleichsweise stabil (2007: 18 Prozent). Die Buche hat sich im Jahresvergleich deutlich erholt: Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen sank auf 30 Prozent (2007: 39 Prozent) und die mittlere Kronenverlichtung verringerte sich von 25,6 auf 22,0 Prozent. Bei der Eiche hat sich der Zustand weiter verschlechtert. Mit 52 Prozent (2007: 49 Prozent) erreichte der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen einen neuen Höchststand. Der schlechte Kronenzustand der Eichen spiegelt sich auch in der mittleren Kronenverlichtung wider (2008: 28 Prozent). Die Eiche bleibt damit die mit Abstand am stärksten von Kronenverlichtungen betroffene Baumart.

Ein Vergleich der Jahre 1984 und 2008 zeigt, dass sich bei einer Betrachtung aller Baumarten der durchschnittliche Zustand verschlechtert hat. 1984 lag der Flächenanteil der Bäume ohne Verlichtung der Krone noch bei 44 Prozent. Abseits der Schwankungen im Zeitverlauf sank dieser Anteil auf 31 Prozent im Jahr 2008. Entsprechend erhöhte sich der Anteil der schwach geschädigten Bäume (Warnstufe) zwischen 1984 und 2008 von 33 auf 43 Prozent und der Flächenanteil der Bäume mit deutlicher Kronenverlichtung von 23 auf 26 Prozent.

In Deutschland wird der Gesundheitszustand der Wälder nach wie vor stark durch die Luftverunreinigung beeinträchtigt. Zunehmend wird der Wald aber durch extreme Witterungen wie Trockenheit und Hitze belastet. Der Klimawandel wird vor allem dann zu einer neuen Gefahr für die Wälder, wenn die durch ihn bewirkten Veränderungen zu groß bzw. zu schnell sind, um durch natürliche Anpassungsprozesse darauf reagieren zu können.

Datenquelle

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV): www.bmelv.de; Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2008

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