Erölraffinerie bei Usinsk, Russland.

14.6.2009

Energieverbrauch der privaten Haushalte

Der Energieverbrauch für Raumwärme hat mit rund 74 Prozent den mit Abstand größten Anteil am gesamten Energieverbrauch der privaten Haushalte. Auf den Bereich "Beleuchtung" entfielen lediglich 1,6 Prozent.

Energieverbrauch der privaten HaushalteEnergieverbrauch der privaten Haushalte Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Die Ausgaben der privaten Haushalte für Wohnenergie (Strom, Gas, flüssige und feste Brennstoffe, Fernwärme) erhöhten sich zwischen 1995 und 2007 um knapp 61 Prozent. Besonders rasant war der Anstieg seit dem Jahr 2000. Der Anteil der Ausgaben für Wohnenergie an den gesamten Konsumausgaben der privaten Haushalte stieg entsprechend von 3,7 Prozent im Jahr 1995 auf 4,7 Prozent 2007. Absolut bedeutete das einen durchschnittlichen Anstieg von 86 auf 130 Euro, die monatlich je Haushalt für Wohnenergie ausgegeben wurden.

Diese Ausgabensteigerung ist fast vollständig auf die gestiegenen Preise zurückzuführen, da die verbrauchten Mengen an Wohnenergie zwischen 1995 und 2007 nahezu konstant blieben. Das gilt insbesondere für Warmwassererzeugung und Beleuchtung. Innerhalb des Verbrauchbereichs Wohnen machte der Energieverbrauch für Raumwärme mit 73,3 Prozent im Jahr 2006 den größten Anteil aus. Werden die witterungsbedingten Schwankungen herausgerechnet, ging der Verbrauch im Bereich der Raumwärme seit der Verbrauchsspitze im Jahr 2000 um 11,2 Prozent zurück.

Die Energieintensität, das heißt der Energiebedarf je Quadratmeter Wohnfläche, sank zwischen 1995 und 2006 um 14,4 Prozent. Hier wirken sich sowohl gebäude- und heizungstechnische Verbesserungen als auch Verhaltensänderungen in den Haushalten aus (zum Beispiel Einsparungen durch Absenkung der Raumtemperaturen). Da der Energiebedarf je Quadratmeter Wohnfläche im Zeitraum von 1995 bis 2000 noch um 2 Prozent gestiegen war und erst zwischen 2000 und 2006 um 16 Prozent fiel, ist anzunehmen, dass die Haushalte auf die hohen Preissteigerungen bei der Heizungsenergie bewusst mit Einsparungen beim Energieverbrauch reagierten.

Der Energieverbrauch für Raumwärme wäre insgesamt noch stärker zurückgegangen, wenn die Einspareffekte nicht durch den Trend zu kleineren Haushalten bzw. den Anstieg der durchschnittlichen Wohnfläche pro Kopf gebremst würden. Letztere erhöhte sich zwischen 1995 und 2006 um 13,8 Prozent und die Zahl der Haushalte stieg zwischen 1995 und 2006 um 6,4 Prozent. Die Wohnfläche pro Kopf ist in kleinen Haushalten größer als in Mehrpersonenhaushalten. Der Pro-Kopf-Energieverbrauch für Raumwärme liegt in einem Einpersonenhaushalt um fast 60 Prozent über dem Durchschnittswert.

Der Bereich "Mechanische Energie" – also der Energieverbrauch für den Betrieb von Geräten im Bereich Unterhaltung, Information und Kommunikation – weist zwischen 1995 und 2006 einen hohen Zuwachs von 25,4 Prozent auf. Auch im Bereich der "sonstigen Prozesswärme" (Energie für Kochen und Waschen) ist für diesen Zeitraum eine Erhöhung des Verbrauchs festzustellen (plus 11,5 Prozent). Ursache ist die gestiegene Ausstattung der Haushalte mit – zum Teil neuen – Elektrogeräten (zum Beispiel Mikrowelle, Kaffeeautomat, Wäschetrockner) sowie die Anschaffung von Zweitgeräten (zum Beispiel Kühlschrank, Tiefkühltruhe, PC, Fernsehgerät).

Datenquelle

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW); Berechnungen des Statistischen Bundesamtes

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