Erölraffinerie bei Usinsk, Russland.

Externe Kosten des Verkehrs in Deutschland

14.6.2009
Externe Kosten sind Kosten, die nicht in den Marktpreisen enthalten sind und demnach nicht vom Verursacher getragen werden. Die externen Kosten des Verkehrs in Deutschland beliefen sich 2005 auf 80,4 Mrd. Euro.

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Schlechte Luft erzeugt Atemwegserkrankungen, Lärm kann zu Schlafstörungen führen, verschmutzte Böden und Gewässer müssen gereinigt werden – viele wirtschaftliche Aktivitäten verursachen Kosten für Umwelt und Gesundheit, für die häufig nicht der Verursacher, sondern die Allgemeinheit aufkommt. Solche Kosten der Umweltverschmutzung – externe Kosten genannt – reichen bis hin zu Klimafolgeschäden, die erst in ferner Zukunft eintreten.

Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes schlagen beispielsweise die jährlichen Umweltkosten der Stromerzeugung in Deutschland mit 36 Milliarden Euro zu Buche. Pro erzeugter Kilowattstunde Elektrizität sind das knapp 6 Cent. Dabei verursachen die fossilen Energieträger etwa 7 Cent pro Kilowattstunde, bei Strom aus erneuerbaren Energieträgern ist es weniger als 1 Cent.

Die externen Kosten des Verkehrs in Deutschland summierten sich im Jahr 2005 auf etwa 80 Milliarden Euro. Laut einer Analyse des Zürcher Forschungsinstituts Infras entfallen 96 Prozent dieser Kosten auf den Straßenverkehr. Mindestens 40 Prozent der externen Kosten sind reine Umweltfolgeschäden, zu denen die Schäden durch Luftverschmutzung und Lärm, Klimafolgeschäden sowie Schäden an Natur und Landschaft zählen.

Bei Fahrten mit dem Pkw entstehen nach Berechnungen des Umweltbundesamtes knapp 3 Cent pro Kilometer allein an Umweltkosten – bei einer Gesamtfahrleistung von 100.000 Kilometern sind das externe Kosten in Höhe von 3.000 Euro. Beim Lkw liegen die Kosten im Schnitt sogar bei mehr als 17 Cent. Einen Teil dieser externen Umweltkosten könnten beispielsweise durch strengere Emissionsgrenzwerte für Fahrzeuge oder die Herstellerverpflichtung, Partikelfilter gegen den Feinstaub einzubauen, reduziert werden.

Datenquelle



Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), Umweltbundesamt (UBA): Umweltwirtschaftsbericht 2009; »Infras«


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