Erölraffinerie bei Usinsk, Russland.

14.6.2009

Straftaten gegen die Umwelt

Von den 17.305 Straftaten gegen die Umwelt im Jahr 2006 entfielen 62 Prozent auf umweltgefährdende Abfallbeseitigung und 22 Prozent auf Gewässerverunreinigung.

Straftaten gegen die UmweltStraftaten gegen die Umwelt Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Straftaten gegen die Umwelt gefährden die Gesundheit von Menschen und schädigen die Pflanzen- und Tierwelt. Klassische Umweltdelikte sind Gewässer, Boden- und Luftverunreinigungen sowie illegale Abfallbehandlung, -lagerung und -transporte in größerem Ausmaß.

Nach Angaben des Bundeskriminalamtes ging die Zahl der Straftaten gegen die Umwelt zwischen 1995 und 2006 kontinuierlich von 35.643 auf 17.305 zurück. Von 2006 auf 2007 sank die Zahl nochmals um 4,5 Prozent auf 16.528. Allerdings ist wie bei anderen Straftaten auch bei Umweltdelikten zu bedenken, dass die Zahl der registrierten Fälle nicht zuletzt vom Kontroll- und Anzeigeverhalten abhängt und die Dunkelziffer groß sein kann.

Mit 62,3 Prozent hatte im Jahr 2006 die umweltgefährdende Abfallbeseitigung den höchsten Anteil an allen Straftaten gegen die Umwelt. Darauf folgten Gewässerverunreinigung (21,9 Prozent), Bodenverunreinigung (8,7 Prozent) und das unerlaubte Betreiben von Anlagen (3,2 Prozent).

Der Anteil der Straftaten gegen die Umwelt an allen Straftaten lag 2007 bei lediglich 0,3 Prozent. Im Durchschnitt wurden pro 100.000 Einwohner 20 Straftaten gegen die Umwelt verübt. Dabei wurden in den kleinsten Gemeinden (bis 20.000 Einwohner) überdurchschnittlich viele Straftaten registriert. 88,6 Prozent aller Tatverdächtigen des Jahres 2007 waren männlich, 91 Prozent 25 Jahre oder älter.

Laut Statistischem Bundesamt ging die Zahl der wegen Straftaten gegen die Umwelt verurteilten Personen (Westdeutschland und Berlin) zwischen 1995 und 2006 von 3.306 auf 1.873 zurück. Parallel zum Rückgang der Zahl der Verurteilten ist auch die Aufklärungsquote im Zeitverlauf gesunken. Während sie 1980 noch bei 73,9 Prozent lag, wurden 2007 lediglich 58,4 Prozent aller Fälle aufgeklärt. Am Stichtag 31. März 2007 gab es in Deutschland 18 Strafgefangene, die eine Straftat gegen die Umwelt begangen hatten – davon verbüßten 5 ihre Strafe im offenen Vollzug und eine Person eine Jugendstrafe.

Datenquelle

Bundeskriminalamt (BKA): www.bka.de; Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2008, Rechtspflege

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