Afrika

20.5.2005 | Von:
Stefan Mair

Weg zur Demokratie in den neunziger Jahren

Anfang der neunziger Jahre vollzog sich schlagartig eine demokratische Wende in vielen afrikanischen Staaten - ausgelöst durch die Unabhängigkeit Namibias. Wo liegen die Ursachen des Wandels, das Versagen der Diktaturen, aber auch die Rückschläge?


Auszug aus:
Informationen zur politischen Bildung (Heft 264) - Weg zur Demokratie in den neunziger Jahren

Einleitung

Bis Ende der achtziger Jahre war die im vergangenen Jahrhundert geprägte Bezeichnung Afrikas als dunkler Kontinent in einer Hinsicht zweifellos gerechtfertigt: Die dort herrschenden autoritären politischen Systeme hatten sich wie ein Schatten über die Länder der Region gelegt. Afrika südlich der Sahara befand sich im festen Griff der Diktatoren. Menschenrechte bedeuteten wenig, Rechtssicherheit war kaum vorhanden. Putsche waren an der Tagesordnung. Politische Macht diente überwiegend der Selbstbereicherung der Machthaber und der sie umgebenden Cliquen. Ein kleiner Teil des derart angesammelten Vermögens sickerte zu jenen Volksgruppen und Regionen durch, die die ethnische und regionale Basis der jeweiligen Machtkoalition bildeten. Unter den 48 Staaten südlich der Sahara konnten 1988 nur die nach Bevölkerungszahl winzigen Länder Botswana und Mauritius, mit sehr viel gutem Willen auch noch Senegal und Simbabwe als Demokratien bezeichnet werden. Südafrika verfügte zwar über demokratische Institutionen, die aber nur für die Minderheit der weißen Bevölkerung Gültigkeit hatten.


Die Geschichte des Kolonialismus und seiner Folgen wird immer wieder neu ausgehandelt. Welche Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte gibt es, die im Kampf um "historische Wahrheiten" häufig an den Rand gedrängt wurden? Wie wirkt das koloniale Zeitalter in ehemaligen Kolonialstaaten und anderen Gesellschaften nach?

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