Strukturanpassung und Verschuldung
Auszug aus:
Informationen zur politischen Bildung (Heft 264) - Strukturanpassung und Verschuldung
Einleitung
Strukturanpassungsprogramme (SAP) wurden seit Ende der siebziger Jahre im Zusammenhang mit der Schuldenkrise der Entwicklungsländer in Afrika nahezu flächendeckend eingeführt. Sie werden von den beiden 1944 gegründeten internationalen Finanzorganisationen Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) konzipiert und gemeinsam mit den betroffenen Regierungen durchgeführt. SAP sollen die Regierungen durch die Gewährung zinsgünstiger Kredite ermutigen, ökonomische Strukturreformen durchzuführen. Seit der Einführung der SAP 1979 versiebenfachte sich das jährliche Volumen der Strukturanpassungskredite in Afrika südlich der Sahara auf ein Gesamtvolumen von sechs Milliarden US-Dollar (1998). Abgesehen von wenigen Ausnahmen (Südafrika, Eritrea, Namibia) wurden mit allen afrikanischen Staaten SAP vereinbart. In Ergänzung zu SAP unterhält die Weltbank eine Vielzahl an Sektorprogrammen, insbesondere in den Bereichen Erziehung, Gesundheit, Transport und Landwirtschaft.
Seit Anfang der achtziger Jahre, als die ökonomische Krise in Afrika unübersehbar wurde, besteht ein breiter Konsens zwischen Wissenschaftlern und Entwicklungspolitikern, daß eine wirtschaftliche Reformpolitik notwendig ist, um Afrika wieder auf den Wachstumspfad zu bringen. Auslöser für die Einführung von SAP waren massive externe Schocks Ende der siebziger Jahre, als in Verbindung mit dem Anstieg der Ölpreise die Nachfrage der Industrieländer nach Produkten der Entwicklungsstaaten stark abnahm und sich der Trend zu sinkenden Rohstoffpreisen verstärkte. Die inflexiblen Wirtschaftsstrukturen der afrikanischen Ökonomien zeigten sich den externen Schocks weitgehend hilflos ausgesetzt, so daß sie mit Weltbank und IWF Stabilitäts- und Strukturanpassungsprogramme vereinbarten.
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