Afrika

15.1.2007 | Von:
Christian Hanussek

"Gleichzeitig in Afrika..."

Die dokumentarische Ausstellung

In Afrika wurden in den 1960er Jahren - nachdem viele afrikanische Staaten die Unabhängigkeit erlangt hatten - Institutionen wie Kunstakademien und Museen gegründet und Förderprogramme für bildende Künstler eingerichtet, die inzwischen wieder weitgehend abgebaut wurden. Der wirtschaftliche Niedergang afrikanischer Länder und der Verfall der Idee einer, wie es damals erhofft wurde, Renaissance der afrikanischen Kultur, hat angesichts der zunehmenden Abhängigkeit Afrikas in der global organisierten Welt zu einer Stagnation oder sogar einer Aufgabe des kulturellen Engagements von Seiten der Regierungen geführt.

In einer solchen Situation sind in vielen afrikanischen Ländern Vereine und Gruppen durch Künstler gegründet worden, die sich auf die lokale Situation beziehen und - meist für den öffentlichen Raum - Projekte entwickeln und umsetzen. Ihr Engagement bringt sie häufig in Konflikt mit den nationalen Behörden, besonders wenn sie politische Verhältnisse und Probleme thematisieren.

Die Ausstellung "Gleichzeitig in Afrika..." zeigte eine Auswahl von 11 Kunstprojekten und 4 Kunstzeitschriften. In ihr wurden die jeweilige lokale Situation und die Intentionen, die zu deren Gründung geführt haben, sowie der biographische Hintergrund der Initiatoren dargestellt. Realisierte Projekte wurden anhand von Fotos und Videos dokumentiert und dabei die Bedingungen ihrer Produktion nachvollziehbar gemacht: die Räume, in denen oder für die die Projekte erarbeitet und präsentiert wurden, deren Rezeption und die Sicht und die Reaktionen des Publikums darauf. Die Initiatoren dieser Gruppen wurden in Interviews zu den künstlerischen und politischen Ansprüchen ihrer Arbeit befragt.

Die Ansätze der verschiedenen Initiativen sind so unterschiedlich wie ihr geographischer und sozialer Kontext, der sowohl in entlegenen ländlichen Regionen als auch in Metropolen angesiedelt ist. Es handelt sich ausschließlich um unabhängige, nicht von außerhalb des Kontinents importierte Projekte, auch wenn es einigen von ihnen gelungen ist, sich die zu ihrer Umsetzung nötigen Mittel in Europa zu beschaffen. Bei manchen waren auch nichtafrikanische Künstler zur Teilnahme eingeladen. Es geht hier keinesfalls darum den Begriff afrikanische Kunst weiterhin essentialistisch zu definieren, sondern mittels einer bestimmten Auswahl, die auch nicht den Anspruch, repräsentativ zu sein, erheben will, Einblick in die künstlerische Praxis auf dem Kontinent zu erhalten.

Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg: 03. – 17. 06. 2005
Universität der Künste, Berlin: 18. – 28. 01. 2006


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