Ein Demonstrant mit der ägyptischen Nationalflagge bei einer Demonstration in Kairo am 11. März 2011.

Länderanalysen

Jahrzehntelang galten die Regime in Nordafrika und im Nahen/Mittleren Osten zwar als autoritär und korrupt, zugleich aber auch als überwiegend stabil und anpassungsfähig. Dieses Bild begann sich zu verändern, als Mitte Dezember 2010 in Tunesien, einem der repressivsten arabischen Staaten, diese Verkrustung aufbrach. Der rasche Erfolg der Revolten – zunächst in Tunesien, dann in Ägypten – ermutigte junge Araberinnen und Araber in nahezu der gesamten Region, den Unmut über ihre Lebensbedingungen auf die Straße zu tragen und nicht länger vor der staatlichen Repression zurückzuschrecken. Auch wenn die konkreten Forderungen von Land zu Land variieren, haben die Proteste doch eines gemein: Stets verbinden sie soziale, wirtschaftliche und politische Anliegen.

Ein ägyptischer Junge schwenkt eine Flagge.

Stephan Roll

Die unvollendete Revolution in Ägypten

Mit einer Großkundgebung am 25. Januar begann eine Protestwelle, die in wenigen Wochen Präsident Mubarak aus dem Amt spülte. Wer Ägypten künftig regiert, ist noch völlig unklar. Eine desolate Wirtschaft und ein noch immer übermächtiges Militär begrenzen den Handlungspielraum aber enorm. Weiter...

Ein Foto von Mohamed Bouzizi in der Hand seiner Mutter. Der junge Mann hatte sich im Dezember 2010 selbst verbrannt.

Isabelle Werenfels

Vorreiter Tunesien

Mit dem Sturz des Dikators Ben Ali begann in Tunesien der Arabische Frühling. Aber wo steht das Land jetzt? Kann es weiter eine Vorreiterrolle in der Arabischen Welt einnehmen? Weiter...

Marokkanische Pro-Regierungs-Demonstranten im Juni 2011. Foto: AP

André Bank

Marokko und Jordanien

Der Arabische Frühling bestimmt seit Anfang 2011 auch die Politik in den autoritär regierten Monarchien Marokko und Jordanien. Trotz starker sozialer Proteste ist es dort aber nicht zum Sturz eines herrschenden Staatsoberhaupts wie in den Republiken Tunesien, Ägypten und Libyen gekommen. Weiter...

Damaskus, 29. Juni 2011: Gedenken an getötete Syrer.

Heiko Wimmen

Syriens langer Weg an den Rand des Abgrunds

Als Mitte März eine Gruppe von Schulkindern verhaftet wurde, kam es in der syrischen Stadt Deraa zu Demonstrationen. Die Protestwelle breitet sich seitdem aus. Das seit fünf Jahrzehnten herrschende Baath-Regime kündigte einen Reformprozess an – reagierte aber mit Gewalt und Verfolgung. Weiter...

Eine Demonstrantin bei einer Kundgebung in Sana'a am 23. September 2011. Auf ihrer Hand steht: "Unser Blut ist Treibstoff für unsere Revolution."

Anette Büchs

Pro-demokratische Proteste im Jemen

Weder Versprechen von politischen Reformen noch der Einsatz von massiver Repression haben die Proteste im Jemen bisher stoppen können. Gewaltsame Auseinandersetzungen überschatten aber zunehmend die bisher friedlichen pro-demokratischen Demonstrationen. Wohin steuert der Jemen? Weiter...

März 2011: Die Polizei in Bahrain rückt in die schiitische Stadt Malkiya vor, um einen Aufstand der Schiiten nieder zu schlagen.

Guido Steinberg

Kein Frühling am Golf

Bahrain und Saudi-Arabien spielten in der medialen Aufmerksamkeit bislang nur eine untergeordnete Rolle. Dabei sind gerade die Ereignisse im kleinen Inselstaat Bahrain weltpolitisch von großer Bedeutung. Und haben auch eine konfessionelle Dimension. Weiter...

Muammar al-Gaddafi, "Revolutionsführer" und früherer Machthaber in Libyen.

Wolfram Lacher

Libyen nach der Revolution des 17. Februar

Im Gegensatz zu Ägypten und Tunesien war der Umsturz in Libyen von Anfang an gewaltsamer. Entscheidend für den Sturz des Gaddafi-Regimes war der Einsatz der NATO. Jetzt muss in Libyen ein neuer Staat entstehen. Aber es gibt kaum Erfahrungen mit politischen Parteien und demokratischen bzw. rechtsstaatlichen Institutionen. Weiter...

 

Dossier

Innerstaatliche Konflikte

Vom Kosovo nach Kolumbien, von Somalia nach Süd-Thailand: Weltweit schwelen über 280 politische Konflikte. Und immer wieder droht die Lage gewaltsam zu eskalieren. Weiter...