>>> Alles zur Bundestagswahl 2017 <<<
Ein Demonstrant mit der ägyptischen Nationalflagge bei einer Demonstration in Kairo am 11. März 2011.

Stimmen aus der Region

In der arabischen Welt hat die "Straßenpolitik" eine lange Geschichte: Volksbewegungen haben sich erhoben, um sich kolonialer Herrschaft zu widersetzen wie in Syrien, dem Irak, Jordanien und dem Libanon in den späten 1950er Jahren. Die "arabische Straße" vermittelt die Stimmung der Gemeinschaft und die abweichenden Meinungen, die von unterschiedlichen Gruppen zum Ausdruck gebracht werden. Gruppen, die nur wenige oder keine wirksamen institutionellen Kanäle haben, um ihren Unmut zu äußern, die aber momentan tief greifende Änderungen in der Politik der Region in die Wege leiten.

Die Autoren aus der Region erklären diesen Prozess, sie beschäftigen sich mit der Rolle der Armee und des Westens und fordern hier Veränderungen. Denn für eine Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit müssen grundlegende Prinzipien wie politischer Pluralismus sowie Menschen- und Frauenrechte umgesetzt werden. Und sie müssen über die geschäftlichen Interessen gestellt werden.

Anti-Regierungs-Proteste in Bahrain am Freitag, 25.11.2011.

Hussein Yaakoub

Revolutionen gegen Demokratie oder Revolutionen für Demokratie?

In den vergangenen sechs Jahrzehnten kam es zum Sturz von Monarchien und der Gründung unabhängiger Staaten in der arabischen Welt. Dennoch hat es das politische Denken der Araber in dieser Zeit nicht geschafft, eine wirklich demokratische Renaissance zu entwickeln und zu fördern, glaubt Hussein Yaakoub. Warum? Weiter...

Tausende von ägyptischen Demonstranten versammeln sich auf dem Tahrir Square, dem Mittelpunkt des ägyptischen Aufstands, in Kairo, Ägypten.

Asef Bayat

Die arabische Straße in postislamistischen Zeiten

Revolutionen geschehen, wo wir sie nicht erwarten, meint Asef Bayat. Und wenn kollektive Unzufriedenheit zu gemeinsamem Handeln führe, entwickle sich oft eine unvorhersehbare Dynamik. Weiter...

Der frühere libysche Machthaber Muammar al Gaddafi bei Empfängen mit Tony Blair (oben, v.l., 29.05.07), Silvio Berlusconi (16.11.09), Nicolas Sarkozy (25.07.07), Hugo Chavez (unten, v.l., 28.09.09), dem österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider (18.04.04) und mit Gerhard Schröder (14.10.04).

Ibrahim Saif

Arabische Führer und westliche Länder

Prinzipien wie politischer Pluralismus, Menschen- und Frauenrechte müssen über geschäftliche Interessen gestellt werden. Denn die Geschäftsinteressen haben viel zu lange die Beziehungen zwischen dem Westen und den arabischen Herrschern dominiert, sagt Ibrahim Saif. Ist der Westen bereit, zu lernen? Weiter...

Ein muslimischer Geistlicher vor einer Panzer der ägyptischen Armee, der eine Straße blockiert in der Nähe des Tahrir-Platzes am 2. Februar 2011.

Mouin Rabbani

Die Absicherung politischer Herrschaft

Die Armee ist während der Aufstände nur tätig geworden, um die eigene Macht zu erhalten, so Mouin Rabbani. Er erkennt im arabischen Nationalstaat einen Polizeistaat: Denn auch dort, wo gewählte Parlamente und andere Erscheinungsformen demokratischer Praxis zu finden seien, blieben diese den Anweisungen der Sicherheitseinrichtungen untergeordnet. Weiter...

 

Dossier

Innerstaatliche Konflikte

Vom Kosovo nach Kolumbien, von Somalia nach Süd-Thailand: Weltweit schwelen über 280 politische Konflikte. Und immer wieder droht die Lage gewaltsam zu eskalieren. Weiter...