Nächtliche Skyline von Shanghai

4.5.2006

Inter- und intraregionaler Warenhandel

Ex- und Import konzentrieren sich zunehmend auf bestehende Wirtschaftsblöcke. Parallel hierzu hat auch der Handel zwischen den Regionen - der interregionale Handel - zugenommen.

Inter- und intraregionaler Warenhandel.Inter- und intraregionaler Warenhandel. Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)



Im Jahr 2004 wurden weltweit Waren im Wert von etwa 9.000 Milliarden US-Dollar im- bzw. exportiert. Ex- und Import konzentrieren sich zunehmend auf bestehende Wirtschaftsblöcke, sind also regional geprägt. Der intraregionale Warenaustausch – hier innerhalb einer der Regionen Nordamerika, Europa oder Asien-Pazifik – lag in den 1950er Jahren bei 30 Prozent, 1980 bei etwa 40 Prozent und 2004 bei deutlich über 50 Prozent des gesamten Welthandels (Intraregionalisierung). Allein die EU wickelt mehr als zwei Drittel ihres Warenhandels innerhalb der eigenen Grenzen ab. Und in den Regionen Asien-Pazifik bzw. Nordamerika entfallen 50 bzw. über 55 Prozent des Exports auf die eigene Region.

Parallel zu der Ausweitung des Handels innerhalb der Regionen hat auch der Handel zwischen den Regionen zugenommen. Zwischen den Triade-Regionen Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik wurden im Jahr 1980 17,4 Prozent des gesamten Warenexports abgewickelt, im Jahr 2004 waren es bereits 23,5 Prozent. (Triadisierung bzw. Interregionalisierung).
Dementsprechend fiel der Anteil des Warenexports zwischen der Triade und den verbleibenden Staaten am weltweiten Export von 35,7 Prozent im Jahr 1980, über 22,9 Prozent 1998 auf 16,9 Prozent im Jahr 2004.

Allerdings ist weder die Triadisierung – als Sonderfall der Interregionalisierung – noch die Intraregionalisierung mit einer abnehmenden Bedeutung der globalen Ebene gleich zu setzen.
Erstens hat der grenzüberschreitende Handel, der nicht zwischen den Triade-Regionen oder innerhalb der einzelnen Triade-Regionen abgewickelt wird, absolut zugenommen: Parallel zu der Abnahme des Exportanteils von etwa 60 Prozent (1950) auf knapp 17 Prozent im Jahr 2004 ist der Weltwarenexport real um 2.650 Prozent gewachsen. Der Warenexport zwischen der Triade und den verbleibenden Staaten hat sich damit immer noch mehr als versiebeneinhalbfacht.

Noch wichtiger ist zweitens, dass sowohl der Handel zwischen den Triade-Regionen als auch der Handel innerhalb der Regionen als Teil einer globalen Unternehmensstrategie verstanden werden kann und muss. Da bei den Produktions- und Absatzstrategien eines Unternehmens sehr viele Faktoren berücksichtigt werden, kann auch aus einer globalen Unternehmensstrategie folgen, dass sich das unternehmerische Handeln auf den inter- und intraregionalen Handel konzentriert.
So ist beispielsweise die Entscheidung von BMW, eine Produktionsstätte in Leipzig zu errichten, kein Ausdruck einer nationalen Unternehmensstrategie. Bei der Standortwahl wurde lediglich eine Vielzahl von ökonomischen Einflussfaktoren und nicht einseitig das Lohnniveau berücksichtigt. Anders formuliert waren in diesem Fall die so genannten Billiglohnländer – nach der Zusammenführung verschiedenster Standortkriterien – die teureren Standorte.

Datenquellen



Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden die hier angeführten Warenimporte aus der Summe der Warenexporte der jeweils anderen drei Staatengruppen abgeleitet. Damit wird von der gängigen Methode abgewichen, nach der Wareneinfuhren "c.i.f." (costs, insurance, freight) erfasst werden, also unter Berücksichtigung der entstandenen Transport- und Versicherungskosten. Warenausfuhren werden nach Möglichkeit "f.o.b." (free on board) erfasst, d.h. an der Zollgrenze des jeweils exportierenden Landes.

Hier sind die Regionen Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik unterschieden. Der Handel zwischen Regionen wird "Interregionaler Handel", der Handel innerhalb einer Region "Intraregionaler Handel" genannt.


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