Europa aus dem All. Aufgenommen vom Satelliten "Envisat"
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13.9.2010 | Von:
Florian Rötzer

Warum die EU eine einzige gemeinsame Sprache benötigt

Standpunkt Florian Rötzer

Mit der Bewahrung der Vielsprachigkeit verfolgt Europa ein falsches, rückwärtsgewandtes Konzept, sagt Florian Rötzer. Es sei aus kurzfristigen politischen Gründen durchgesetzt, und erschwere die europäische Integration.

Florian RötzerFlorian Rötzer (© Florian Rötzer)
Mit dem offiziellen Konzept der Bewahrung der Vielsprachigkeit verfolgt Europa ein falsches Konzept, das rückwärts gewandt ist, die Integration erschwert und aus kurzfristigen politischen Gründen durchgesetzt wurde.

Die Europäische Union hat sich entschlossen, zur Kompensation einer größeren politischen, wirtschaftlichen, finanziellen und justiziellen Vereinheitlichung des Binnenraums die Vielfalt der Kulturen und Sprachen nicht nur zu fördern, sondern sie auch zu einem wichtigen Aspekt der kulturellen Identität zu erheben. Das ist zu einem großen Teil der Ängstlichkeit der nationalen politischen pro-europäischen Klassen zu verdanken, die durch die Einrichtung von Sprachreservaten auf EU-Ebene hoffen, das Zusammenwachsen Europas besser verkaufen zu können, weil damit die nationalen und regionalen Identitäten erhalten und geschützt sowie die Ängste vor einem supranationalem System gemildert werden sollen. Auch wenn Europas Zukunft trotz des Vertrags von Lissabon keineswegs vorgezeichnet oder gar gesichert ist, sondern sich Erosionstendenzen entlang überkommener Stereotypen und Nationalismen schnell durchsetzen können, wie die grassierende Europamüdigkeit und gerade wieder die Eurokrise gezeigt haben, so setzen sich auch unabhängig vom europäischen Prozess der Vereinigung und entgegen den Versuchen der Einigelung mit dem Englischen eine globale Sprache und auch eine globale Kultur durch. Die Dominanz des Englischen verdankt sich zwar auch dem britischen Kolonialismus und dem Einfluss der Supermacht USA, vor allem aber auch dem Umstand, dass die Sprache alternativlos über die globalisierten Wirtschafts- und Finanzsektoren zur kommunikativen Grundlage der Wissenschafts- und Mediengesellschaft geworden ist. Das Internet hat diesen Prozess noch erheblich beschleunigt und vertieft. Zu Beginn der Industrialisierung war auch die englische Technik überlegen gewesen. Dabei geht es nicht nur um die Kultur und Kommunikation der globalisierten Elite, sondern auch um den alltäglichen Lebensstil vor allem in den wissensbasierten Gesellschaften, die sich zudem wie die europäischen Länder schnell durch Zuwanderung zu multikulturellen Gesellschaften mit schwindenden Leitkulturen und -sprachen verändern.


Die Beherrschung des Englischen ist in der globalen Wissens- und Informationsgesellschaft zur Voraussetzung für den Zugang zu Märkten, Karrieren, Wohlstand und Wissen oder Information geworden. Die Träume von einer künstlichen Universalsprache, die kein Produkt der historischen Evolution ist und als rational optimiertes Produkt den Vorteil haben könnte, neutraler als Englisch gegenüber allen anderen Sprachen zu sein, müssen wohl nach den jahrhundertelangen Anstrengungen zumindest vorerst als gescheitert gelten. Heute herrscht wie immer in der Noosphäre der auch für andere Märkte geltende evolutionäre Druck der natürlichen Selektion, der in voraussehbarer Zukunft Englisch als "natürliche" Sprache weltweite Geltung verschafft und viele andere dem Untergang oder einer regionalen Bedeutungslosigkeit preisgibt. Was manchen als riskante Ausbreitung einer sprachlichen Monokultur erscheinen mag, ist in Wirklichkeit aber ein schon lange herrschender Prozess, in dem das britische "Englisch" Veränderungen durch den Gebrauch vor allem von Menschen unterworfen wird, die keine Primärsprecher sind. Zwar werden sich dank der engen Verzahnung der Kulturen und der Auflösung der geografischen Barrieren keine eigenständigen Sprachen mehr aus dem Englischen entwickeln, wohl aber zahlreiche Dialekte und Fachsprachen, die eine interne Vielfalt garantieren.

Die invasive Macht des Englischen verdankt sich nicht der Quantität der Primärsprecher, die weltweit sinkt, sondern der wachsenden Zahl derjenigen, die es in und außerhalb der Schulen als Zweitsprache erlernen. Englisch wird jeder einigermaßen beherrschen müssen, der in der globalen Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur erfolgreich sein will. Das trifft für alle Menschen zu, auch für die Europäer. Und diese stellen sich jenseits der offiziellen EU-Politik auch darauf ein, dass Englisch de facto zwar keine europäische Nationalsprache sein kann, wohl aber zur offiziellen EU-weiten Verkehrs- und Amtssprache werden könnte, die neben der europaweiten Verständigung gleichzeitig den Anschluss an die Weltsprache garantiert. Nach einer Eurostat-Umfrage aus dem Jahr 2005 gibt es in der EU so zwar ein wenig mehr deutsche und französische Primärsprecher als englische, insgesamt aber sprechen mit 51 Prozent deutlich mehr Europäer Englisch als Deutsch (32 %) oder Französisch (28 %). Englisch ist demnach auch die meistgesprochene Fremdsprache. Italienisch, Spanisch oder Polnisch fallen mit 16 Prozent und weniger Sprechern noch einmal stark ab, die restlichen der insgesamt 23 Amtssprachen repräsentieren höchstens noch 3 Prozent und weniger Sprecher. Die neue Amtssprache Gälisch wird nur von 2 Prozent der Iren als Muttersprache angegeben, Maltesisch, ebenfalls Amtssprache, wird maximal von 400.000 Menschen gesprochen, dagegen nennen 26 Prozent der Esten Russisch oder 8 Prozent der Bulgaren Türkisch als ihre Muttersprache - die EU hat knapp 500 Millionen Einwohner.

Vor diesem Hintergrund wirkt der Versuch, Europa in der Welt als Bollwerk zur Verteidigung der Vielfalt und hier vor allem der Sprachenvielfalt nach außen zu profilieren und nach innen zu beruhigen, nicht nur als rückwärtsgewandte Image- und Beruhigungsstrategie, sondern als verfehlte Nostalgie, die langfristig Europa schaden wird. Dabei wird aber Vielfalt nur nach einer Seite hin propagiert, während man eine sprachliche Homogenität zementiert und damit letztlich versucht, die historische Entwicklung festzuschreiben und gegen eine weitere Evolution zu schützen. Dieses Projekt stammt aus dem 19. Jahrhundert und kann aus vielerlei Gründen kein Vorbild mehr sein, es sei denn für ein verändertes Projekt einer gemeinsamen europäischen Sprache - und gerade nicht für die Vielsprachigkeit.
Das von der EU verfolgte Ideal einer Gemeinschaft mit einer Vielfalt von Kulturen und Sprachen wird bekanntlich auch institutionell umgesetzt. So ist nicht nur die Europäische Union eine vielsprachige Institution, in der mit hohem personellem und finanziellem Aufwand 23 Amtssprachen anerkannt werden, sondern es wurde zwischenzeitlich gar ein eigenes Kommissariat geschaffen, das von 2007 bis 2010 ausschließlich für den Erhalt der Sprachenvielfalt bzw. der Mehrsprachigkeit zuständig war. Langfristiges Ziel der EU ist es, auch bei neuen Erweiterungen die Mehrsprachigkeit zu garantieren, während gleichzeitig die Motivation der Europäer zum Sprachenlernen gestärkt werden soll, um dahin zu kommen, dass, so die Rahmenstrategie für Mehrsprachigkeit (2005), irgendwann in der Zukunft alle EU-Bürger neben ihrer Muttersprache zusätzlich zwei weitere Sprachen fließend sprechen sollen. Da man nicht von großer Motivation der Menschen für eine falsche und durchsichtige Entscheidung ausgehen kann, wurde von der Kommission gut bürokratisch 2006 etwa eine High Level Group on Multilingualism (HLGM) eingesetzt, die nicht das angestrebte Ziel diskutiert, sondern nur - wenn auch sichtlich skeptisch - Empfehlungen ausspricht, wie sich die europäische Dreisprachigkeit erreichen ließe. Erkennbares Ziel dabei ist, die Durchsetzung einer lingua franca zu verhindern, obgleich der Erwerb nur einer Fremdsprache, die zudem als Verkehrssprache in ganz Europa und letztlich mehr und mehr auch in der Welt dient, sehr viel einfacher zu realisieren und überdies schlicht realistischer wäre. Nach der Eurostat-Umfrage sprechen 44 Prozent der Europäer noch gar keine Fremdsprache. Dazu tragen neben Großbritannien und Irland, wo sich die Menschen und Regierungen auf die faktische Dominanz des Englischen verlassen, vor allem Italien, Ungarn, Portugal und Spanien bei. Die Motivation, Fremdsprachen zu lernen, sei gering, hält die Studie fest, obgleich mehr als vier Fünftel der Meinung sind, dass Fremdsprachenkenntnisse nützlich sind.

Weil vermieden werden soll, langfristig eine Verkehrssprache explizit und aus einem pragmatischen Geist heraus anzustreben, während sich im Hintergrund selbst institutionell natürlich das Englische als lingua franca durchsetzt, was erst im März 2010 die deutsche Europaministerkonferenz heftig kritisierte, verhindert oder verlangsamt die Politik der Mehrsprachigkeit aber das weitere Zusammenwachsen Europas und sichert aus langfristig fragwürdigen Gründen faktisch im Wesentlichen nur die Anschlussfähigkeit einiger auserkorener Sprachen an das Englische. Das hat mit einem Geburtsfehler der EU zu tun, weil 1958 noch aus verständlichen Gründen, man wollte schließlich offiziell erst eine Wirtschaftsunion gründen, die ersten sechs Mitgliedsstaaten die Gleichberechtigung der vier Amtssprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Niederländisch verankert haben. Anstatt sich aber vor der weiteren Aufnahme von neuen Mitgliedsstaaten auf eine europäische Verkehrssprache zu einigen, wurden mit der Aufnahme von neuen Ländern immer neue Amtssprachen anerkannt, was mittlerweile zu einer schwer zu bewältigenden Sprachenkomplexität geführt hat. Die EU gibt jährlich für die Übersetzung von Dokumenten und vor allem von Parlamentsdebatten in die 23 Amtssprachen mehr als eine Milliarde Euro aus, ein Prozent des Gesamthaushalts. Allein die Übersetzung eines Sitzungstags des Europäischen Parlaments kostet um die 120.000 Euro, wenn 20 Sprachen ineinander simultan übersetzt werden müssen, wofür Hunderte von Übersetzern beschäftigt werden müssen. Eine Garantie für besseres Verständnis gibt es dadurch keineswegs, da die Übersetzungen weder von den Sprechern noch von den Hörern kontrolliert werden können.

Aber die Kosten und die Übersetzungsbürokratie sind keineswegs das wirkliche Problem, obwohl die Ansprüche und Kosten weiter steigen werden. Wer 23 Amtssprachen, teils nach seltsamen, geschichtlich höchst fragwürdigen nationalen Kriterien, anerkannt hat, darunter auch wirkliche Minderheitssprachen wie Gälisch oder Maltesisch, wird nicht vermeiden können, dass nicht nur von neuen Mitgliedsstaaten, sondern auch von weiteren Sprachgruppen Ansprüche erhoben werden, die man begründet kaum abweisen kann. Gerade dort, wo solche Sprachgemeinschaften nach mehr Autonomie streben, was wie einst bei der Ausbildung der so genannten Nationalstaaten im 19. Jahrhundert zur Veränderung der staatlichen Landschaft führen kann, wird die gemeinsame europäische Kultur weiter kompliziert und gefährdet. So wurden Katalanisch, Baskisch und Galizisch als Regionalsprachen mit Amtsstatus anerkannt. Damit wird der Schutz der sprachlichen Vielfalt aus politischen Gründen nicht enden, weitere historisch gewachsene Sprachgemeinschaften werden anstreben, ihre Sprache zur Amtssprache zu erheben, beispielsweise russische Muttersprachler in den baltischen Ländern. Zu erwarten wird auch sein, dass große Migrantengruppen in europäischen Ländern, beispielsweise Türken in Deutschland oder Österreich, die schon mehrere Generationen hier leben, ebenfalls einen Anspruch geltend machen könnten. Der kann sich nur durch den Verweis auf eine historische Tradition zurückweisen lassen, die allerdings selbst aus der Vermischung, Überlagerung und Verdrängung von Ethnien, Kulturen und Sprachen hervorgegangen ist. Nicht einmal die meisten europäischen Nationalstaaten waren zu Beginn Gesellschaften, in denen sich die meisten in einer zur Nationalsprache erklärten Sprache verständigen konnten. Selbst im damals schon gefestigten französischen Nationalstaat beherrschte noch 1790 nach einer offiziellen Untersuchung die Mehrheit der Bevölkerung nicht Französisch. Man sprach Keltisch, Deutsch, Okzitanisch, Katalanisch, Italienisch oder Flämisch. Noch 1893 sprach immerhin ein Achtel der Schulkinder zwischen 7 und 14 Jahren kein Französisch. Auch innerhalb der "Nationalstaaten" vollzog sich die durch normierte Massenalphabetisierung realisierte sprachliche Integration, die als kommunikative Infrastruktur soziale Kohäsion bewirken sollte, langsam, die daraus entstehenden Konflikte bestehen trotz der großen Vorteile für die gesamtgesellschaftliche Kommunikation teilweise wie in Belgien oder Spanien bis heute.
Wie auch immer, die langfristig zu organisierende Einführung von Englisch als der einzigen Verkehrs- und Amtssprache in der EU wird nicht nur durch deren sowieso erfolgenden Ausbreitung begünstigt, sondern auch durch die Erfahrung der nationalen Vereinheitlichung bekräftigt. Die Durchschlagskraft der sprachlichen Monokulturen lässt sich noch heute an der Vielfalt der Sprachen in einem Land ablesen. Je weniger heterogene Sprachen es in einem Land gibt, desto reicher wird es bzw. desto höher wird das Pro-Kopf-Einkommen der Einwohner sein: ein Indiz für die negativen Folgen der Aufrechterhaltung von Sprachbarrieren. Selbst in einem kleinem Land wie Papua-Neuguinea werden noch über 800 lokale Sprachen gesprochen, im Tschad 117, in Äthiopien 120, im Sudan 135, während in reichen Ländern wie in Japan 5, in Frankreich 10, in Deutschland 7 oder in den Niederlanden 5 gesprochen werden, wobei meist eine Sprache gänzlich dominant ist und die anderen vorwiegend in der privaten Kommunikation verwendet werden. Sprachliche Homogenität ist offenbar Voraussetzung für wirtschaftliche und politische Einheit und Effizienz, gleich ob diese auf demokratischen oder totalitären Strukturen beruht. Und das wird in der EU desto wichtiger, da nicht nur der transeuropäische Handel, die Mobilität der Werktätigen, der transnationale Tourismus und die weltweite und europäische Verzahnung von Bildung und Wissenschaft voranschreiten, sondern auch jedes europäische Land zu einem Einwanderungsland geworden ist. Daher werden neben den 23 Amtssprachen und den 60 europäischen Regionalsprachen insgesamt mindestens 438 Sprachen in den 20 EU-Mitgliedsstaaten gesprochen, die im Rahmen des VALEUR-Projekts 2007 (Valuing All Languages in Europe) untersucht wurden.

Leonard Orban, der frühere Europäische Kommissar für Mehrsprachigkeit, musste kraft seines Amtes die sprachliche Ausrichtung der EU-Politik gegen vernünftige Einwände rechtfertigen und versicherte Ende Dezember 2009 in einer Rede über die Zukunft der Sprachenvielfalt in Europa: "Ich bin kein Träumer. Ich weiß, dass auf globaler Ebene internationale Verkehrssprachen nützlich und auch notwendig sind. Die Rolle der englischen Sprache und ihre Bedeutung bestreite ich nicht. Doch bin ich der Meinung, dass ein einsprachiges Europa kulturell wie sozial nicht akzeptabel ist - und selbstverständlich auch politisch unvorstellbar." Englisch als europäische Verkehrssprache einzuführen, hieße natürlich nicht, wie dies Orban suggeriert, ein einsprachiges Europa durchzusetzen, sondern eine europaweite Amtssprache durchzusetzen. Die National-, Regional- und Minderheitensprachen würden deswegen weiterhin gesprochen, die nationalen Amtssprachen beibehalten werden, aber deren Bedeutung würde sich durch den Entzug des Reservats auf EU-Ebene natürlich verringern. Richtig ist vermutlich, dass die Einführung von Englisch - eine Alternative gibt es nicht, zumal Englisch als Fremd- und Muttersprache durchschnittlich schon von mehr als der Hälfte der Europäer gesprochen wird, in manchen Ländern sprechen und verstehen Englisch schon bis zu 80 Prozent - derzeit politisch nicht durchsetzbar erscheint. Dagegen sträuben sich in erster Linie Deutsche und Franzosen, ungünstig ist freilich auch, dass ausgerechnet die Briten besonders europaskeptisch sind.

Europa hat teilweise eine gemeinsame Währung eingeführt, also warum nicht auch eine gemeinsame Sprache? Die Widerstände gegen den Euro sind und waren aus nahezu denselben Gründen motiviert wie die Bewahrung der jeweils eigenen Sprache: Standortsicherung und regionale Identität. Währungen sind miteinander ebenso kompatibel wie Sprachen, und ihr Austausch kostet Geld, gibt aber auch den Währungsspekulanten oder Übersetzern Macht und Eingriffsmöglichkeiten. Ähnlich wie manche, besonders in Krisenzeiten, einer alten Währung nachtrauern, die emotional mit einer erfolgreichen nationalen Identität verknüpft wird, ist dies auch mit Sprachen. Deren identitätsstiftende Bedeutung wird aber gerne weit übertrieben. Stellen wir uns beispielsweise einmal vor, man würde auf der Basis des digitalen Universalcodes gute, selbst lernende und sich jederzeit auf dem aktuellen Sprachentwicklungsstand befindliche Übersetzungsprogramme und die entsprechende Hardware entwickeln haben, um jede Sprache in jede andere sofort und billig zu übertragen, was würde dann mit den einzelnen Sprachen geschehen? Unmittelbare globale Kommunikation mit jedermann wäre möglich, Informationen jeder Art wären für jeden unmittelbar, jederzeit und an jedem Ort, zugänglich. Und man könnte auch ein Universalrecht einräumen, dass nicht nur bestimmte Sprachen, sondern auch jede Regional- und Minderheitensprache weiterhin gesprochen und geschrieben werden kann, da sie nun dank der wundersamen und preisgünstigen Pfingst- oder Heiligen-Geist-Technik von allen verstanden wird. Wäre dann die Vielfalt der Sprachen noch notwendig? Hätte sie irgendeine Funktion? Würde nur sie die dahinterstehende Kultur bewahren können? Wohl nichts von alledem. Hinter dem Rücken des Schutzes der Vielsprachigkeit wird die damit verbundene Förderung von Sprach- und Übersetzungstechnologien - hier versteht sich nach Orban die EU-Kommission als treibende Kraft und wichtige Anwenderin - langfristig den gegenteiligen Effekt haben und zur Monokultur der Übersetzungssprache führen.
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