Europäische Union

24.9.2009

Wirtschaftsdaten

Die Folie zeigt die Bevölkerungsgröße sowie die Wirtschaftskraft der 27 EU-Staaten und macht deutlich, dass die ökonomische Stärke der einzelnen Länder der Europäischen Union sehr unterschiedlich ist.

Wirtschaftsdaten der EU-Länder. EU der 27 - Bevölkerung und WirtschaftskraftKlicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (Bundeszentrale für politische Bildung, www.bpb.de) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Wie so oft bei Statistiken ist allerdings nicht alles so eindeutig, wie es auf den ersten Blick aussieht. So gibt es je nach Quelle unterschiedliche Angaben zur der Bevölkerungsgröße in den einzelnen EU-Ländern. Das hat damit zu tun, dass es sich bei den Daten meistens um fortgeschriebene Angaben aus Volkszählungen oder – in weit größerem Maße – um Angaben aus sogenannten Mikrozensen handelt. Der Mikrozensus ist eine Art Meinungsumfrage, die in Deutschland das Statistische Bundesamt auf der Basis einer Zufallsauswahl regelmäßig durchführt. Näheres hierzu findet sich auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes: www.destatis.de.

Menschen, die sich – auch dauerhaft - illegal und mithin unangemeldet in einem Land aufhalten, gehören zwar tatsächlich zur Wohnbevölkerung, werden aber auf diese Weise statistisch nicht erfasst. Auch andere Ungenauigkeiten müssen selbst bei einer Volkszählung in Kauf genommen werden. Zudem stimmen in den EU-Ländern die Stichtage nicht immer überein.

Die Wirtschaftskraft wird mit der Größe des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gemessen. Das BIP ist die Summe aller Güter und Dienstleistungen, die im Verlaufe eines Jahres innerhalb des Wirtschaftsgebietes hergestellt werden. Die Nationalität des Produzenten spielt keine Rolle, auch die Wirtschaftsleistung des italienischen Pizzeria-Wirts oder eines afghanischen Zeitungsverkäufer geht in die Rechnung ein. Hingegen bleiben alle Wirtschaftsleistungen, die von Inländern im Ausland erzeugt werden, unberücksichtigt. Das betrifft die Ergebnisse eines Deutschen gehörenden Hotels in Kenia genauso wie die von VW im Ausland produzierten Autos. Zur Definition siehe den Artikel Bruttoinlandsprodukt

Die Höhe des Bruttoinlandsprodukts ist ein Indikator für die Stärke einer Volkswirtschaft. Oft wird sie auf die Bevölkerung umgerechnet, man hat dann die Angabe "BIP pro Kopf der Bevölkerung". Allerdings erlaubt auch eine solche Größe nur allgemeine Schätzungen über die wirtschaftliche Lage der Menschen in diesem Land. Das BIP pro Kopf darf nicht mit dem Einkommen verwechselt werden, denn es macht keine Angaben darüber, wie viel des errechneten BIP bei dem einzelnen Bürger ankommt, weil ja beispielsweise Steuern und Abgaben für die Sozialversicherung zu berücksichtigen sind. Auch wird dadurch noch nichts über die Kaufkraft ausgedrückt. Für unseren Lebensstandard ist ja nicht eigentlich relevant, wie hoch unser Einkommen ist, sondern wie viel wir uns dafür kaufen können. Ein niedriges Einkommen in einem Land mit niedrigen Preisen kann mehr sein als ein höheres Einkommen in einem Staat mit hohen Preisen.

Wenngleich die Folie also keine exakten Angaben über die Lebenswirklichkeit der EU-Bürgerinnen und –Bürger macht, zeigt sie doch deutlich die Unterschiede auf, die innerhalb der EU bestehen. Wenn die 4,5 Mio. Iren fast das Vierfache von dem erwirtschaften, was die gut 5 Millionen Slowaken jährlich erzeugen, ist klar, dass innerhalb der EU erhebliche Disparitäten bestehen.

Ziel der Europäischen Union ist es nicht, diese Unterschiede durch EU-Programme auszugleichen. Allerdings gibt es strukturpolitische Hilfen für die Regionen innerhalb der EU, die weniger als 75 Prozent des durchschnittlichen BIP pro Kopf der Bevölkerung aufweisen. Hiervon profitieren auch einige Regionen in Deutschland.