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"Die Freiheit führt das Volk“: Das berühmte Gemälde von Eugène Delacroix (1830) mit Frankreichs Nationalfigur Marianne.

21.1.2013

Ein nationalsozialistisches Geschichtsbuch deutet die Wirkung des Kriegserlebnisses

Diese Männer standen der härtesten Wirklichkeit des Lebens Auge in Auge gegenüber. Sie wussten, dass vor ihr nur eines bestehen konnte. die Tat. Grimmige Verachtung empfanden sie gegen die Zeitungsschreiber und Schönredner der Heimat. In den Gräben und Trichtern hatten sie gelernt, all die Hohlheit der Zurückliegenden Zeit zu durchschauen. In den großen Abwehrschlachten des Westens, wo jede Gruppe allein auf sich gestellt war, fiel von den Menschen alles ab, was nicht echt war. Hier wurde nicht nur gehorcht weil der Vorgesetzte befohlen hatte, sondern weil es sein musste. Wer nichts als Vorgesetzter sein konnte schied hier aus. Hier konnte nur führen wer wirklich "Führer“ war, ein "Kerl“, der seinen Männern vorlebte und vorstarb. Um solches Führertum schloss sich dann eine unzerreißbare Gefolgschaft zusammen. Die Gruppe, in der jeder auf Gedeih und Verderb auf den anderen angewiesen war, war zusammengeschweißt durch das Band der Kameradschaft. hier galt nicht Stand oder Besitz, hier galt einzig der Mensch. So zerbrachen die Schranken, die das deutsche Volk gesellschaftlich und geistig zerrissen hatten, und der Deutsche entdeckte im Volksgenossen wieder den Deutschen, mochte er vorher hinter dem Pfluge, am Schreibtisch oder in der Fabrik gearbeitet haben. So wurde hier die Volksgemeinschaft wiedergeboren. Hier wollte keiner für sich etwas voraushaben, sondern teilte das letzte mit dem Kameraden. Die Selbstsucht des übersteigerten Einzel-Ich wurde ausgetilgt, das Wir trat an seine Stelle. So wurde an der Front wieder zum ersten Mal echter, deutscher Sozialismus gelebt. […]

Wenn der Frontkämpfer von Deutschland sprach, so meinte er nicht das Deutschland, das er hinter sich gelassen hatte, sondern Deutschland als etwas Unerfülltes, Kommendes. Er hatte den Glauben an Deutschland wieder gefunden, den Glauben an ein besseres, schöneres Deutschland der Zukunft. Dieser Glaube gab ihm die Kraft, all das Furchtbare zu bestehen. So wurde auf denselben Schlachtfeldern, auf denen Tod und Vernichtung wüteten, der Samen zu etwas Neuem gelegt: zu einem neuen Sozialismus der Kameradschaft und zu einem neuen Nationalismus.

B. Kumsteller (Hg.): Geschichtsbuch für die deutsche Jugend. Achter Teil für die 8. Klasse. Leipzig 1941, S. 182, 184.


Französische Flaggen wehen auf dem Dach und vor einem Fenster über dem Eingang des Elysee Palastes in Paris.
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German Chancellor Konrad Adenauer, left, hugs France President Charles de Gaulle, right, after signing the Elysee friendship treaty in the Elysee palace in Paris, France on Jan. 22, 1963. France and Germany kicked off celebrations Wednesday, Jan. 22, 2003 to mark the 40th anniversary of the treaty with a raft of events intended to inject new vitality into their relationship, which is pivotal in efforts to expand and integrate the European Union. (ddp images/AP Photo) --- Bundeskanzler Konrad Adenauer (li) und Staatspraesident Charles de Gaulle umarmen sich nach der Unterzeichnung des Deutsch-Franzoesischen Vertrages am 22. Januar 1963 im Salon Murat im Pariser Elysee-Palast. Rechts neben de Gaulle steht M. Christian Fouchet. (ddp images/AP Photo)
Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 1–3/2013)


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