Dossierbild Polen

5.10.2011

Frauen in der Politik

Frauen sind in den polnischen Parlamenten und Exekutivvertretungen deutlich unterrepräsentiert. Das könnte sich nun ändern. Ein neues Wahlgesetz sieht vor, dass sich auf einer Wahlliste mindestens 35% Frauen befinden müssen.

Zur Zeit sind im polnischen Parlament, dem Sejm, nur etwa 20 Prozent der Abgeordneten weiblich. Foto: APZur Zeit sind im polnischen Parlament, dem Sejm, nur etwa 20 Prozent der Abgeordneten weiblich. Foto: AP
Das im Januar 2011 verabschiedete Wahlgesetz sieht vor, dass sich auf einer Wahlliste nicht weniger als 35% Frauen und nicht weniger als 35% Männer befinden müssen, damit diese zugelassen werden kann. Schon im Wahlkampf zu den Regional- und Kommunalwahlen 2010 war das Thema der Teilhabe von Frauen an der Politik zu einer Schlüsselfrage geworden. In der Tendenz stellt die Analyse einen systematischen Anstieg des Frauenanteils unter den Kandidaten für politische Ämter fest, doch ging dieser Anstieg von Wahl zu Wahl zurück. Im Vergleich zu 2006 gab es bei den Selbstverwaltungswahlen 2010 nur um 2 Prozentpunkte mehr Kandidatinnen. Die 35%-Regelung kann sich nach Auffassung der Autorinnen nur als effektiv erweisen, wenn die Parteien sich dazu entscheiden, Frauen auf den vorderen Plätzen der Wahllisten zu platzieren. Erste Ergebnisse der Quotenregelung wird man bereits nach den Parlamentswahlen am 9. Oktober 2011 sehen können - den ersten Wahlen, bei denen die neue Regelung gilt.


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