Dossierbild Polen

4.2.2011

Polen und das Schengen-Abkommen

Das Schengener Abkommen ist in politischer Hinsicht eine Herausforderung für Polen: Wie kann die EU-Außengrenze gesichert und gleichzeitig eine angemessene Politik gegenüber den östlichen Nachbarn formuliert werden?

Ein junges polnisches Paar schützt sich am 1. Mai 2004 im polnischen Slubice an der Grenze zu Deutschland bei Frankfurt/Oder mit einem Schirm in dem Stil der EU-Flagge vor der Sonne. Polen ist am 1. Mai gemeinsam mit neun weiteren Staaten in die EU aufgenommen worden.Seit dem Beitritt zur Schengen-Zone ist Polen ein wichtiges Element des europäischen Grenzkontrollsystems (© AP)
Der Beitritt Polens zum Schengen-Abkommen am 21. Dezember 2007 war von Befürchtungen auf beiden Seiten der Grenze begleitet. Während die damaligen Schengen-Mitglieder, insbesondere Deutschland, Zweifel daran äußerten, ob Polen schon auf effektive Kontrollen des längsten Abschnitts einer EU-Außengrenze vorbereitet sei, wurde in Warschau über den Einfluss des neuen Status auf das Verhältnis zu den östlichen Nachbarn, vor allem zum strategischen Partner Ukraine, diskutiert. Versucht man, mehr als drei Jahre nach dem Beitritt Polens zum Schengen-Raum eine vorläufige Bilanz zu ziehen, müssen zwei Aspekte berücksichtigt werden, die wachsende Bedeutung Polens für die Kontrolle der Migration in die EU und die Notwendigkeit, ein neues Modell für die nachbarschaftlichen Kontakte mit den Ländern außerhalb der EU zu entwickeln. Es kann davon ausgegangen werden, dass »Schengen« zurzeit nicht in technischer, sondern in politischer Hinsicht eine Herausforderung für Polen ist: Es geht um eine angemessene Politik gegenüber den östlichen Nachbarn unter Berücksichtigung der Zugehörigkeit Polens zum Schengen-Raum.


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