Dossierbild Polen

19.11.2010

Eine Bilanz der polnischen Schulpolitik seit 1989

Die politischen Umbrüche des Jahres 1989 führten in Polen nicht nur zu einem politischen Wechsel sondern auch zu tiefgreifenden Reformen in der Schulpolitik. Heute unterliegt die Bildungspolitik den europäischen Richtlinien und internationalen Herausforderungen.

Polnische Schüler protestieren im September 2006 vor dem Bildungs-ministerium in Warschau. Foto: APPolnische Schüler protestieren im September 2006 vor dem Bildungs-
ministerium in Warschau. Foto: AP
Der politische Umbruch des Jahres 1989 löste im polnischen Bildungsbereich einen tiefgreifenden Wandel aus, der sich sowohl durch institutionelle als auch konzeptionelle Reformelemente auszeichnete und anfangs teilweise von unkoordinierten oder auch widersprüchlichen, insgesamt jedoch tiefgreifenden Reformmaßnahmen begleitet wurde. Zehn Jahre später mündeten diese Maßnahmen in eine grundlegende systemische Reform, die hauptsächlich mit der bevorstehenden EU-Integration und den damit im Zusammenhang stehenden Herausforderungen sowie mit der Reform der territorialen Selbstverwaltung (Dezentralisierung) begründet wurde. Alle nachfolgenden bildungspolitischen Neuerungen setzten konsequent an der 1999 begonnenen strukturellen Bildungsreform an. Seitdem hat sich die Dynamik dieser Prozesse jedoch weiter beschleunigt und viele der Reformansätze im Bildungssektor folgen inzwischen nicht nur den Linien europäischer Bildungspolitik, sondern sind auch - ähnlich den deutschen Entwicklungen - als Lösungsversuche für den verschärften Wettbewerb und die Internationalisierung aller Lebensbereiche zu werten. Dieser Prozess kann mit dem Begriff der »rollenden Bildungsreform« beschrieben werden. Er lässt sich zugleich grob in drei Perioden unterteilen.


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