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19.11.2010

Patriotismus in Polen - polnische Identität zwischen Moderne und nationalen Traditionen

Beim Flugzeugabsturz 2010 in Smolensk kam ein Teil der polnischen Elite ums Leben. Die Katastrophe führte zu einer Debatte um die Identität der Polen, in welcher auch die Rolle des Patriotismus als Bindeglied der Gesellschaft diskutiert wird.

Messe in Krakau im April 2010 zum Staatsbegräbnis für den verstorbenen Präsidenten Lech Kaczynski und seine Ehefrau. Foto: APMesse in Krakau im April 2010 zum Staatsbegräbnis für den verstorbenen Präsidenten Lech Kaczynski und seine Ehefrau. Foto: AP
Nach der Flugzeugkatastrophe von Smolensk, in der ein Teil der politischen Elite Polens im April 2010 ums Leben kam, ist in Polen erneut die Frage nach der nationalen Identität und ihren Bestandteilen diskutiert worden und eine Diskussion über einen zeitgemäßen polnischen Patriotismus ausgebrochen. Dabei treffen sich traditionelle Vorstellungen, die das Polentum eng mit dem Katholizismus und mit Stolz auf die Vergangenheit verbinden, mit Überlegungen eines offenen oder alltäglichen Patriotismus, der geeigneter erscheint, neue Elemente in Konzepte der Nation, der nationalen Identität und des Patriotismus zu integrieren. So fremd dem deutschen Zeitungsleser polnische Debatten über die Nation bisweilen auch zu sein scheinen, so fügt sich dieser Diskurs doch in eine philosophische Tradition des Westens ein, die im Rahmen eines philosophisch verstandenen Republikanismus seit einigen Jahren Patriotismus als Bindeglied der Gesellschaft ansieht. Liefert aber der polnische Diskurs über Patriotismus den Kitt der Gesellschaft im 21. Jahrhundert?


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