Opposition activists carry the Ukrainian national flag during an action of protest against the current regime in Kiev, Ukraine, Saturday, May 18, 2013. (AP Photo/Efrem Lukatsky)

26.6.2014

Chronik: 9. – 22. Juni 2014

Aktuelle Ereignisse aus der Ukraine: Die Chronik vom 9. bis 22. Juni 2014.



09.06.2014 Die Angriffe separatistischer Kämpfer auf Grenzposten und Armeestützpunkte in den Gebieten Donezk und Luhansk dauern an. In Artemowsk wird ein Stützpunkt aus einem Granatwerfer beschossen.
09.06.2014 Der neue Kiewer Bürgermeister Witalij Klitschko ernennt den Juristen Ihor Nikonow zu seinem Chefberater. Nikonow ist ein Vertrauter und Geschäftsberater des einflussreichen Unternehmers Dmytro Firtasch.
09.06.2014 In Mariupol stirbt ein Wachmann eines Cafés bei einer bewaffneten Auseinandersetzung mit zwei separatistischen Kämpfern.
09.06.2014 Bei einem Treffen gelangen Vertreter Russlands, der Ukraine und der OSZE laut dem ukrainischen Außenministerium zu einem geteilten Verständnis der Lage in den Konfliktregionen und einigen sich auf Schritte zur Deeskalation der Lage.
09.06.2014 Bei einem Feuergefecht in Slawjansk kommt ein achtjähriges Kind ums Leben.
10.06.2014 Nach Informationen von Beobachtern werden bei einem Angriff der Armee am Flughafen von Kramatorsk im Gebiet Donezk etwa 40 Separatisten getötet.
10.06.2014 Präsident Petro Poroschenko ordnet die Einrichtung eines sicheren Korridors für Flüchtlinge aus den Gebieten der Anti-Terror-Operation an.
10.06.2014 Die ukrainisch-russische Grenze ist an einigen Stellen nicht mehr unter der Kontrolle der Zentralregierung. Am Kontrollpunkt»Dowschanskij« im Gebiet Luhansk führen Separatisten die Abfertigung zusammen mit der örtlichen Polizei durch.
10.06.2014 Bei einer Explosion in Slawjansk sterben zwei Kinder im Alter von sechs und zwölf Jahren.
10.06.2014 Präsident Petro Poroschenko ernennt seinen früheren Geschäftspartner, den aus Charkiw stammenden Großunternehmer Boris Loschkin, zum Chef der Präsidialverwaltung. Swjatoslaw Zeholko, Journalist von Poroschenkos »5. Kanal« wird Pressesprecher des Präsidenten. Boris Loschkin wird in der Ukraineals »Selfmademan« und guter Manager wahrgenommen.
10.06.2014 Bei einem Treffen der Außenminister Deutschlands, Polens und Russlands erklärt Sergej Lawrow, dass Russland im Falle der Unterzeichnung des Assoziationsabkommens zwischen der Ukraine und der EU keine Sanktionen verhängen werde. Er kündigt jedoch an, dass das Freihandelsabkommen mit der Ukraine außer Kraft gesetzt werde.
10.06.2014 Bei einer bewaffneten Auseinandersetzung in Artemowsk kommen mehrere Menschen ums Leben.
11.06.2014 Russland verlängert ein weiteres Mal die Frist, in der die Ukraine ihre Gasschulden begleichen kann, bevor auf Vorauszahlung umgestellt wird. Das Ultimatum läuft bis zum 16. Juni 2014.
11.06.2014 Die Weltbank prognostiziert für 2014 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes der Ukraine um fünf Prozent.
11.06.2014 Der Anführer der Separatisten im Gebiet Donezk, Denis Puschilin, reist auf unbekannten Wegen nach Russland aus. Er ist in der Ukraine wegen der Gründung einer terroristischen Organisation angeklagt.
11.06.2014 Präsident Petro Poroschenko schließt einen runden Tisch unter Beteiligung separatistischer Kräfte zur Umsetzung seines Friedensplans nicht aus.
12.06.2014 In einem Schacht bei Donezk kommt es zu einer Explosion freigesetzten Gases. Neun Bergarbeiter kommen ums Leben.
12.06.2014 Separatisten transportieren 16 Waisenkinder aus dem umkämpften Sneschnoe in einem Bus nach Russland, wo sie in einem Flüchtlingslager in Nowoschachtinsk untergebracht werden.
12.06.2014 In Makijiwka bei Donezk werden drei russische Panzer gesichtet. Innenminister Arsen Awakow erklärt, dass Waffen und Ausrüstung über Russland in die Ukraine gelangen würden.
12.06.2014 Bei einem Telefongespräch zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko erkennt Wladimir Putin Poroschenko zum ersten Mal als Präsident der Ukraine an.
12.06.2014 Im Zentrum von Donezk explodiert ein Kleinbus des Separatistenführers Denis Puschilin. Drei Menschen kommen ums Leben.
13.06.2014 Soldaten der ukrainischen Armee geraten nahe der russischen Grenze in einen Hinterhalt. Mindestens zwei sterben bei der Attacke der Separatisten.
13.06.2014 In Mariupol kommen fünf separatistische Kämpfer bei einem Angriff der Armee ums Leben.
13.06.2014 Vier Soldaten sterben bei Gefechten in den Gebieten Donezk und Luhansk.
13.06.2014 Bei einem versehentlichen Angriff separatistischer Kämpfer auf einen Markt in Dobropolje kommt ein junger Mann ums Leben.
13.06.2014 Die 16 Waisenkinder, die am 12. Juni 2014 nach Russland verbracht worden sind, kehren per Flugzeug in die Ukraine zurück. Sie landen in Dnipropetrowsk. Zuvor hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verfügt, dass die Kinder unverzüglich in die Ukraine zurückzubringen seien.
14.06.2014 Bei einem Angriff auf ein mit Grenzschützern besetztes Auto bei Mariupol kommen fünf Menschen ums Leben.
14.06.2014 Russische Grenzschützer nehmen auf der ukrainischen Seite der Grenze eine Journalistin des Freiwilligensenders Hromadske TV fest.
14.06.2014 Die USA bestätigen die Information, nach der am 12. Juni 2014 drei russische Panzer ins Staatsgebiet der Ukraine eingedrungen sein sollen. Zwei der Panzer sind nach Angriffen im Rahmen der Anti-Terror-Operation bereits zerstört worden.
14.06.2014 In Luhansk schießen Separatisten ein Flugzeug der ukrainischen Armee ab. Alle 49 Insassen, darunter neun Besatzungsmitglieder und 40 Soldaten, kommen ums Leben. Die Staatsanwaltschaft leitet ein Verfahren wegen Terrorismus ein. Präsident Petro Poroschenko droht mit einer »Antwort«.
14.06.2014 In Kiew protestieren 300 bis 400 Menschen vor der russischen Botschaft. Einige Protestierende werfen Steine und Rauchgranaten und entfernen die russische Flagge vom Gebäude. Die Demonstration dauert bis in die Nacht. Der kommissarische Außenminister Andrij Deschtschiza stimmt bei dem Versuch, die Menge zu beruhigen, in ein beleidigendes Lied auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin ein.
15.06.2014 Bei Slawjansk greifen Separatisten einen Posten der Armee an. Drei von ihnen werden getötet.
16.06.2014 Die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine im Gasstreit enden ohne Einigung. Der russische Energiekonzern Gazprom führt Vorauszahlung für seine Lieferungen in die Ukraine ein. Die Frist für die Rückzahlung der Gasschulden sei abgelaufen, erklären Vertreter des Konzerns. Gazprom reicht überdies beim Stockholmer Schiedsgericht Klage gegen den ukrainischen Energiekonzern Naftohaz wegen der Zahlungsrückstände von etwa 4,5 Mrd. US-Dollar ein. Auch Naftohaz klagt vor der Handelskammer gegen Gazprom und fordert einen fairen Gaspreis.
16.06.2014 Der Energieminister Jurij Prodan erklärt, die russische Seite habe mitgeteilt, dass die Gaslieferungen eingestellt worden seien.
16.06.2014 Präsident Petro Poroschenko schlägt einen zeitlich begrenzten Waffenstillstand vor, der es Separatisten ermöglichen soll, ihre Waffen niederzulegen. Bedingung für einen solchen Waffenstillstand sei jedoch, dass die ukrainischen Grenzschützer wieder die volle Kontrolle über die ukrainisch-russische Grenze erlangen.
16.06.2014 Bewaffnete Unbekannte besetzen das Gebäude der Staatsanwaltschaft in Donezk.
17.06.2014 Laut einem Bericht der Vereinten Nationen sind aus den beidenöstlichen Provinzen der Ukraine, in denen die Anti-Terror-Operation durchgeführt wird, bereits etwa 34.000 Menschen geflohen. In den vergangenen Monaten kamen dort über 300 Menschen ums Leben.
17.06.2014 Bei einem Zusammenstoß der ukrainischen Armee und einer Gruppe Separatisten im Osten des Gebietes Luhansk werden mehrere Kämpfer getötet.
17.06.2014 Ein Journalist des russischen Fernsehsenders»Rossija« erliegt in einem Luhansker Krankenhaus seinen Verletzungen.
17.06.2014 In der Region Poltawa kommt es zu einer Explosion an einer Pipeline, die russisches Gas in die Slowakei transportiert. Die ukrainischen Behörden gehen von einem Terroranschlag aus.
17.06.2014 Vier ukrainische Soldaten kommen bei Kämpfen in der Nähe des Dorfes Metallist im Gebiet Luhansk ums Leben.
17.06.2014 In der Zone der Anti-Terror-Operation in den Gebieten Donezk und Luhansk tritt der angekündigte Waffenstillstand ein. Tote und Verletzte beider Seiten werden geborgen.
17.06.2014 Das Parlament verabschiedet ein Gesetz, nach dem die Bewohner der Krim auf dem Festland der Ukraine ihre Ausbildung oder ihr Studium auf Staatskosten fortsetzen können.
18.06.2014 Russland verlangt von Kiew die Rückzahlung der ersten Tranche des im Dezember 2013 ausgezahlten Kredits in Höhe von drei Milliarden US-Dollar.
18.06.2014 Im Rahmen seines Friedensplans kündigt Präsident Petro Poroschenko an, eine einseitige Waffenruhe anzuordnen, um den Separatisten Gelegenheit zu geben, ihre Waffen niederzulegen und gegebenenfalls nach Russland zurückzukehren. Ein weiteres zentrales Element des Friedensplans ist laut Poroschenko eine Verfassungsänderung zur Dezentralisierung.
18.06.2014 Der ukrainische Konzern Ukrtransgaz erklärt, dass ab dem 1. September 2014 Gas aus der Slowakei in die Ukraine geliefert werden könne.
19.06.2014 Das Parlament ernennt Witalij Jarema zum Generalstaatsanwalt. Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Pawlo Klimkin, wird zum Außenminister ernannt.
19.06.2014 NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen berichtet, dass erneut russische Truppen an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen würden.
19.06.2014 Bei Slawjansk werden in Kämpfen mit Separatisten 20 Soldaten der ukrainischen Armee getötet.
19.06.2014 Militärbeobachter der ukrainischen Seite verbreiten die Nachricht, dass bei Jampil und Sakitne im Gebiet Donezk bis zu 300 separatistische Kämpfer getötet worden seien. Sieben Soldaten der ukrainischen Armee seien ums Leben gekommen.
19.06.2014 Das Parlament erlässt eine Änderung des Strafrechts, nach der die Finanzierung von Separatismus mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft wird.
20.06.2014 Präsident Petro Poroschenko besucht die Krisenregion Donbass und präsentiert den Verwaltungschefs der beiden Regionen seinen Plan zur Beruhigung der Lage.
20.06.2014 Parlamentssprecher Oleksandr Turtschinow erklärt, dass die Grenze zu Russland nun fast vollständig geschlossen sei. In den vergangenen Tagen hatten die Separatisten immer wieder Verstärkung in Form von Waffen und Kämpfern erhalten, ohne dass sie Stützpunkte erobert hätten. Durch die Schließung der Grenze zu Russland soll die Versorgungunterbunden werden.
20.06.2014 In Krasnodon im Gebiet Luhansk eröffnen bewaffnete Unbekannte das Feuer auf einen mit Bergleuten besetzten Kleinbus. Ein Mensch kommt ums Leben, sechs werden verletzt.
20.06.2014 Die Anti-Terror-Operation wird für eine Woche unterbrochen. Innerhalb dieser Frist sollen die Separatisten ihre Waffen abgeben.
20.06.2014 Präsident Petro Poroschenko stellt die finale Version seines Friedensplans vor, der unter anderem die Entwaffnung aller illegal bewaffneten Gruppen, einen Fluchtkorridor, die Dezentralisierung des Landes, Sicherheitsgarantien für alle Gruppen, die sich am konstruktiven Dialog beteiligen wollen, undeine Pufferzone von zehn Kilometern Breite an der russisch-ukrainischen Grenze vorsieht.
21.06.2014 Trotz des ausgerufenen einseitigen Waffenstillstands kommt es im Donbass zu Kämpfen, insbesondere an der ukrainisch-russischen Grenze. Laut Befehl des Präsidenten Petro Poroschenko dürfen die ukrainischen Streitkräfte in der laufenden Woche sich nur selbst verteidigen, aber keine Angriffe gegen Stellungen der Separatisten führen.
22.06.2014 Präsident Petro Poroschenko trifft sich mit Aktivisten des Maidan, die ihm ihre Unterstützung aussprechen und auf dringende Probleme hinweisen. In einer Erklärung fordern sie Neuwahlen zum Parlament, die Schließung der Grenzen nach Osten und nach Transnistrien und die Stärkung der Armee.
22.06.2014 Die drei ersten Präsidenten der Ukraine, Leonid Krawtschuk, Leonid Kutschma und Wiktor Juschtschenko, wenden sich in einem offenen Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin und fordern eine wirkliche Deeskalationspolitik im Konflikt im Osten des Landes.
22.06.2014 Am Kiewer Höhlenkloster versammeln sich Anhänger der Organisation »Russische Welt« und halten eine Prozession ab. Eine Gegendemonstration bildet sich, vereinzelt kommt es zu Ausschreitungen.
Zusammengestellt von Jan Matti Dollbaum Sie können die gesamte Chronik seit Februar 2006 auch auf http://www.laender-analysen.de/ukraine/ unter dem Link »Chronik« lesen.


Ukraine