Ein syrischer Soldat mit einer AK-47 an einem Checkpoint In Damaskus, 21.08.2013.

Innerstaatliche Konflikte

Seit Mitte der 1990er Jahre eskalieren weltweit mehr und mehr innerstaatliche Konflikte – mit fatalen Folgen für die Bevölkerung der betroffenen Regionen. Hunger, Vertreibung und Völkermord sind ständige Begleiter dieser neuen Kriege. Zwar ist es in den vergangenen Jahren auch gelungen, eine Reihe dieser Auseinandersetzungen zu beenden. Ein wirklicher, tragfähiger Frieden wurde aber nur in wenigen Fällen erreicht, weil häufig wichtige Konfliktursachen bestehen bleiben. Innerstaatliche Konflikte verursachen Probleme, die die Staatengemeinschaft auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark in Anspruch nehmen werden: Zerfallende Staaten, Privatisierung von Gewalt, Kriegsökonomien, die Verbreitung von Waffen, transnationaler Terrorismus und organisierte Kriminalität.

     
Graffiti der Communist Party of India in Kolkata, Indien.

Thorsten Wojczewski

Indien

In Indien schwelen seit Jahrzehnten mehrere ethno-politische und religiöse Konflikte. Die wichtigsten sind der maoistische "Volksbefreiungskrieg" der Naxaliten, die Autonomie- und Sezessionsbestrebungen im abgelegenen Nordosten des Landes sowie die Rivalität zwischen den religiösen Gemeinschaften, besonders zwischen Hindus und Muslimen. Weiter...

März 2014: Russische Soldaten ohne Abzeichen besetzen eine ukrainische Kaserne in Perevalnoye auf der Krim.

Andreas Umland

Ukraine

Nach dem Sieg des Volksaufstands "Euromaidan" (2013/14) hat Russland die Schwäche des ukrainischen Staates genutzt, um die Krim zu annektieren und eine Separationsbewegung im Donezbecken zu initiieren und munitionieren. Der Kreml will die Demokratisierung und Westintegration der Ukraine aus innenpolitischen Gründen verhindern. Weiter...

Trotz massiver Bemühungen Moskaus kann die Sicherheitslage im Nordkaukasus nicht als stabil bezeichnet werden: Anschlag auf das zentrale Pressehaus in Grosny im Dezember 2014.

Regina Heller

Nordkaukasus

Der Konflikt im Nordkaukasus hat sich von einem ethno-nationalistischen Unabhängigkeitskampf in Tschetschenien zu einem nationalistisch ausgerichteten Dschihad gewandelt, der die gesamte Region erfasst. Trotz aktuell abnehmender Gewaltintensität ist die Region von einer Stabilisierung oder gar Befriedung noch weit entfernt. Weiter...

Ein eher gering ausgeprägtes Nationalgefühl - dafür große nationale Symbolik: Der 165 Meter hohe Fahnenmast in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe.

Konfliktporträts

Tadschikistan

Opposition wird in Tadschikistan nicht geduldet. Gegner und ehemalige Verbündete aus Bürgerkriegszeiten werden durch das Regime von Präsident Rahmon verhaftet, bedroht, militärisch bekämpft oder getötet. Ende September 2015 wurde die letzte Oppositionspartei "Islamische Wiedergeburt" (PIW) verboten und als terroristische Vereinigung eingestuft. Weiter...

18.11.2015: Studenten der Al-Baath Universität in Homs demonstrieren, um ihre Unterstützung für das russische Eingreifen in Syrien zu zeigen.

Carsten Wieland

Syrien

Der Syrien-Krieg hat mehr als 250.000 Menschenleben gefordert und die Hälfte der Bevölkerung (ca. 24 Mio.) zu Flüchtlingen gemacht. Die gemäßigte Opposition wurde zwischen syrischem Regime und IS fast aufgerieben. Die russische Intervention stärkt das Regime, bringt aber auch Bewegung in die Verhandlungen. Weiter...

Schiitische Milizen posieren im Nordirak in der Nähe von Baidschi am 25.10.2015 mit Mörsergranaten des IS.

Achim Rohde

Irak

Der Irak ist in mehrfacher Hinsicht ein gescheiterter Staat. Das Staatsgebiet ist in drei Quasi-Staaten gespalten. Die Verwaltung funktioniert nur noch in den großen Städten. Die Wirtschaft ist im Niedergang begriffen. Soziale Probleme wie Vertreibung, Arbeitslosigkeit und Armut nehmen Überhand. Weiter...

"Polizisten" des Islamischen Staats (IS) in Nineveh, Irak (19.09.2014).

Moritz A. Mihatsch

Die sicherheitspolitischen Folgen und Implikationen der Krisen und Umbrüche im arabischen Raum

Während der westliche Einfluss im arabischen Raum zurückgeht, stoßen Regionalmächte in das machtpolitische Vakuum. Der Zerfall mehrerer Staaten, die Etablierung des "Islamischen Staates" und die Stärkung anderer Terrornetze stellen die bisherige Staatenordnung der arabischen Welt grundsätzlich in Frage. Weiter...

Die enge Verbindung zu Militär und Sicherheitsapparaten sichert die Macht der autoritären Herrscher: Ägyptischer Soldat mit Plakat von General al Sisi am 13. Oktober 2013 in Kairo.

Kressen Thyen

Ursachen und Hintergründe der Krisen und Umbrüche in der arabischen Welt

Die Ursachen für die Krisen in der arabischen Welt sind sowohl in blockierten Reformprozessen als auch in der brutalen Durchsetzung des Herrschaftsanspruchs der Eliten begründet. Da diese Kräfte von den politischen und religiösen Konflikten profitieren, ist nicht mit einer schnellen Befriedung zu rechnen. Weiter...

Libysche Soldaten in Tripolis am 09.02.2015.

Muriel Asseburg

Die Krisen und Umbrüche in der arabischen Welt

In den Übergangsprozessen in der arabischen Welt gibt es insbesondere zwei Knackpunkte für eine erfolgreiche Konfliktbearbeitung: ein legitimes staatliches Gewaltmonopol und effektive Institutionen einerseits sowie eine breite Inklusion aller relevanten politischen Kräfte andererseits. Das sind auch Ansatzpunkte für die Unterstützung durch externe Akteure. Weiter...

Blick auf den israelischen Grenzwall in Abu Dis, Ost-Jerusalem.

Margret Johannsen

Nahost

Nach dem Scheitern der Verhandlungsrunde von 2013 und dem Gaza-Krieg 2014 sind die Beziehungen zwischen den Konfliktparteien erneut auf einen Tiefpunkt angelangt. Angesichts des Drucks und Aktionismus extremistischer Kräfte auf beiden Seiten ist keine Besserung der Situation in Sicht. Weiter...

Mitglieder der Hisbollah mit Fahnen des Libanon und der Hisbollah auf einer Parteiveranstaltung zum "Märtyrer-Tag" im November 2009.

Heiko Wimmen

Libanon

Die Politik des Libanon ist geprägt von aufeinander folgenden Phasen weitgehend friedlicher Machtteilung und erbitterten Auseinandersetzungen zwischen den politischen Lagern. Es besteht immer die Gefahr, dass regionale Konflikte zur Verschärfung der inneren Gegensätze und zu Gewalt führen. Weiter...

Rebellen warten darauf, dass sie ihre Waffen in einer Militärbasis in Tumaco, Kolumbien, abgeben können.

Kolumbien

Der kolumbianische Präsident Santos hat den Abschluss der Friedensverhandlungen mit der Guerilla-Organisation FARC für Ende März 2016 angekündigt. Die Umsetzung der Friedensvereinbarung wird eine enorme Herausforderung für die kolumbianische Gesellschaft. Weiter...

Security guards are seen on the street during the intervention in Alexandria, Egypt, on January 3,2014. Following the friday prayer Egyptians hold anti-coup demonstrations which turned into clashes between protesters and the security forces.

Ägypten

Fünf Jahre nach dem "Arabischen Frühling" sind in Ägypten die alten Verhältnisse wiederhergestellt: Das Militärregime unterdrückt jegliche Opposition. Extremisten verüben Attentate. Die Spirale der Gewalt dreht sich unaufhaltsam und bindet Kräfte, die eigentlich zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme gebraucht werden. Weiter...

Blumenschmuck erinnert an die Opfer des Anschlags in der Nähe der Stadt Sousse, Tunesien. Am 26. Juni 2015 erschoss ein Terrorist beim bislang schlimmsten Terroranschlag in der Geschichte Tunesiens hier 38 Menschen am Strand. Die meisten von ihnen waren britische Touristen. Der Islamische Staat (IS) bekannte sich zu dem Anschlag.

Tunesien

Seit dem Umbruch 2011 ringt Tunesien um einen Weg zur Demokratie. Attentate gegen Politiker, Sicherheitskräfte und Touristen sind Ausdruck andauernder Instabilität. Die neue Verfassung und die relativ transparenten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen sind allerdings ermutigende Zeichen. Weiter...

Polizist der Afghanistan National Order Civil Police (ANCOP) in der Helmand Province, März 2012.

Thomas Ruttig

Afghanistan

Der bewaffnete Konflikt hält bei hoher Intensität an. Militärische Erfolge der Aufständischen zwingen die internationale Gemeinschaft, ihren Truppenabzug zu überdenken. Ein Neuansatz zu einer politischen Lösung Mitte 2015 schlug fehl. Die neue Regierung hat bisher keinen Ausweg aus der Wirtschaftskrise erreicht. Weiter...

Zu sehen, wie andere Menschen misshandelt, vergewaltigt und getötet werden, liegt jenseits "normaler" menschlicher Erfahrungen. Solche traumatischen Ereignisse lösen existentielle Bedrohung und Todesangst aus.

Karin Griese

Traumaarbeit

Die unbearbeiteten Folgen traumatischer Gewalterfahrungen können bis in die nächsten Generationen hinein wirken. Unterstützungsangebote in Kriegs- oder Nachkriegsregionen müssen auf verschiedenen Ebenen ansetzen, um erfolgreich zu sein. Weiter...

Prof. Dr. iur. Reinhard Merkel

Reinhard Merkel

Meinung: Die NATO-Intervention gegen das Gaddafi-Regime war illegitim

Für Reinhard Merkel war der Libyen-Einsatz illegitim. Mehr noch: Der Sicherheitsrat habe seine Pflicht als Treuhänder des Gewaltmonopols der Welt grob verletzt. Er habe ein Mitglied der UN zum internationalen outlaw erklärt – und damit der Gewalteinwirkung durch jeden anderen "willigen" Staat preisgegeben. Weiter...

Prof. Dr. iur. Hans-Joachim Heintze

Hans-Joachim Heintze

Meinung: Militärische Intervention in Libyen ist grundsätzlich zu begrüßen

War die Libyen Intervention richtig? Hans-Joachim Heintze ist davon überzeugt, dass es ein Fortschritt ist, wenn die Staatengemeinschaft ihre Augen nicht verschließt vor massiven Menschenrechtsverletzungen. Und zum Schutz der Bevölkerung auch Gewalt anwendet. Weiter...

Gambian war crimes lawyer, Fatou Bensouda, takes the oath during a swearing-in ceremony as its new prosecutor at The International Criminal Court (ICC) in The Hague, Netherlands, 15 June 2012. Bensounda replaces Luis Moreno-Ocampo. She will be tasked with trying to bring to justice alleged war criminals including Uganda's Joseph Kony, Libya's Seif al-Islam Gadhafi and Sudanese president Omar al-Bashir.

Ronen Steinke

Der Internationale Strafgerichtshof

Vor elf Jahren hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag seine Tore geöffnet. Warlords, Milizionäre und ein ehemaliger Staatschef sitzen dort inzwischen in Haft, angeklagt wegen schwerster Verbrechen gegen Zivilisten. Mit Beginn des Falles Kenia stehen in Den Haag erstmals auch ein amtierender Staatschef und sein Stellvertreter vor Gericht. Weiter...

Themengrafik: Der Internationale Gerichtshof - Aufbau und Arbeitsweise

Themengrafik

Der Internationale Strafgerichtshof - Aufbau und Arbeitsweise

Warlords, Milizionäre, Staatschefs - vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag müssen sich Personen verantworten, die Kriegsverbrechen oder Völkermord begangen haben oder für sie verantwortlich sind. Doch wie läuft ein Verfahren vor dem IStGH ab? Die Themengrafik erklärt den Aufbau und die Arbeitsweise des Gerichtshofs. Weiter...

Eine Autobombe zerstört am 23. April 2013 die französische Botschaft in Tripolis.

Libyen

Seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes 2011 ringen in Libyen zahlreiche Gruppierungen um die Macht. 2014 eskalierte der Konflikt mit der Bildung zweier rivalisierender Allianzen und dem Krieg um die beiden größten Städte. Unterstützt von den Allianzen kämpfen zwei Regierungen um die Kontrolle des Staatsapparates und internationale Anerkennung. Weiter...

Mitglieder eines Drogen-Kartells bei ihrer Festnahme im Dezember 2011 in Mexiko City.

Mexiko

In Mexiko ist kein Ende des "Drogenkrieges" in Sicht. Der Hauptkonflikttreiber sind die enormen Gewinne, die im Handel mit illegalen Drogen erzielt werden. Doch allein mit einer Liberalisierung der Drogenpolitik lässt sich die Gewalt nicht stoppen. Weiter...

Eine uigurische Frau mit Kind passiert ein zerstörtes Auto in der Regionshauptstadt Ürümqi (15.07.2009).

China - Xinjiang

Vor dem Hintergrund des Aufschwungs des "Islamischen Staates" (IS) hat sich auch der Konflikt um die von der islamischen Minderheit der Uiguren besiedelte autonome Provinz im Nordosten Chinas verschärft. Seit März 2014 kam es zu mehreren Anschlägen. Beijing reagierte mit verstärkter Repression. Weiter...

Sgt. Kelly Gaskey, 51, aus Cleveland, Tennessee trägt seinen Rucksack während sich seine Firma vorbereitet einen Kampf Außenposten in Bagdad, Irak, zu verlassen.

Daniel Lambach

Fragile Staatlichkeit als Konfliktursache und Möglichkeiten der Bearbeitung

Innerstaatliche Konflikte entstehen vor allem dort, wo der Staat zu schwach ist. "Fragil", "zerfallen" oder "kollabiert" nennt man solche Staaten, die ihre zentralen Aufgaben nicht mehr wahrnehmen können. Doch der Wiederaufbau von Staaten ist eine schwierige Aufgabe. Weiter...

Mitglieder der Real Irish Republican Army (RIRA) in Londonderry, Nordirland, am 25. April 2011.

Lutz Schrader

Ethnopolitische Konflikte

Die meisten innerstaatlichen Konflikte sind ethnopolitische Auseinandersetzungen oder haben eine ethnische Dimension. In ihnen werden Aspekte der ethnischen Identität wie Sprache, Kultur und Abstammung überzeichnet und zu Instrumenten der Mobilisierung gegen "die Anderen". Weiter...

 

Interaktives Portal

Informationsportal Krieg und Frieden

Die weltweiten Militärausgaben sind 2013 leicht zurückgegangen - auf 1,7 Billionen US-Dollar. Welches Land gibt wie viel für sein Militär aus? Und wer bezieht die meisten Waffen aus Deutschland? Das interaktive Portal liefert Antworten auf sicherheitspolitische Fragen. Weiter... 

Trauernde Eltern in Syrieneuro|topics-Debatte

Eskalation im syrischen Bürgerkrieg

Nach Berichten über einen Giftgasangriff in der Nähe von Damaskus erwägen die USA einen Militäreinsatz gegen das Regime von Baschar al-Assad. Was kann eine Intervention der internationalen Gemeinschaft im syrischen Bürgerkrieg bewirken? Weiter... 

Ägyptische Sicherheitskräfte in der Nähe der al-Fateh Moschee am Ramses Platz in Kairoeuro|topics-Debatte

Ägypten in der Hand der Militärs

Ägyptens Generäle verteidigen nach dem Putsch gegen den gewählten Präsidenten Mursi ihre Macht mit aller Härte. Die Sicherheitskräfte gehen unnachgiebig gegen Muslimbrüder vor. Bereitet das Militär den Weg für Neuwahlen oder ist der Arabische Frühling in Kairo am Ende? Weiter... 

Koalition gegen den IS: v. l. n. r. der ägyptische Außenminister Sameh Shukri, der kuwaitische Außenminister Sabah Al-Khalid al-Sabah, der saudische Außenminister Prince Saud al-Faisal, der amerikanische Außenminister John Kerry, der Außenminister Omans, Yussef bin Alawi bin Abdullah, der Außenminister Bahrains, Sheikh Khaled bin Ahmed al-Khalifa und der libanesische Außenminister Gebran Bassil am 11.09.2014 in Jiddah, Saudi Arabien.euro|topics-Debatte

Breites Bündnis gegen IS

Rund 40 Staaten haben sich unter US-Führung zusammengeschlossen, um die Terrormiliz IS zu bekämpfen. Sie soll unter anderem mit Luftschlägen und der Unterstützung gemäßigter syrischer Rebellen gestoppt werden. Steht ein neuer Anti-Terror-Krieg bevor? Weiter... 

Der syrische Präsident Assad während eines Interviews mit der BBC, 08.02.2015.euro|topics-Debatte

Kein Frieden ohne Assad?

Angesichts der Flüchtlingskrise rückt der Krieg in Syrien wieder stärker in den Fokus. Einige Länder erwägen Luftschläge gegen IS-Stellungen, andere eine Zusammenarbeit mit dem Assad-Regime. Wie können die Ursachen der Flucht von Millionen Syrern bekämpft werden? Weiter... 

Dossier

Sicherheitspolitische Presseschau

Die Anschläge vom 11. September haben die Welt verunsichert. Seit 2001 stellt die bpb eine ausführliche und kommentierte Linkliste zusammen zu den Folgen des Terrorismus und den verschiedenen Aspekten der internationalen Sicherheitspolitik. Weiter...