Ein syrischer Soldat mit einer AK-47 an einem Checkpoint In Damaskus, 21.08.2013.

Innerstaatliche Konflikte

Seit Mitte der 1990er Jahre eskalieren weltweit mehr und mehr innerstaatliche Konflikte – mit fatalen Folgen für die Bevölkerung der betroffenen Regionen. Hunger, Vertreibung und Völkermord sind ständige Begleiter dieser neuen Kriege. Zwar ist es in den vergangenen Jahren auch gelungen, eine Reihe dieser Auseinandersetzungen zu beenden. Ein wirklicher, tragfähiger Frieden wurde aber nur in wenigen Fällen erreicht, weil häufig wichtige Konfliktursachen bestehen bleiben. Innerstaatliche Konflikte verursachen Probleme, die die Staatengemeinschaft auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark in Anspruch nehmen werden: Zerfallende Staaten, Privatisierung von Gewalt, Kriegsökonomien, die Verbreitung von Waffen, transnationaler Terrorismus und organisierte Kriminalität.

7. Januar 2014: In Aden brennt das Auto eines jemenitischen Ermittlers. Für den Anschlag wird ein Ableger von al Qiada verantwortlich gemacht. Dutzende Morde an Soldaten und Polizisten sollen durch al Qaida im Jahr 2013 begangen worden sein.

Sebastian Sons

Jemen

In den letzten Jahren hat sich die Sicherheitslage im Jemen dramatisch verschlechtert. Das Land durchläuft einen konfliktreichen Transformationsprozess. Ganz unterschiedliche Gruppen streiten um Einfluss: alte Eliten, junge Reformkräfte, benachteiligte religiöse Gruppen und Stämme sowie das lokale Netzwerk von al-Qaida. Weiter...

Nicht nur die islamistische Terrororganisation Boko Haram ist in Nigeria aktiv: Im Mai 2013 töten Eggon-Milizen des "Ombatse Cult" 
mehr als 60 Polizisten und Mitarbeiter des Staatsschutzes in Nasarawa.

Heinrich Bergstresser

Nigeria

Nigeria befindet sich in einer Phase tiefgreifender gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Umbrüche. Die dadurch ausgelösten sozialen Spannungen und Verteilungskämpfe werden hauptsächlich in Form politisch-ethnischer und religiöser Konflikte ausgetragen. Die Folge sind ein massiver Anstieg von Pogromen, Terror, Gewaltkriminalität und Korruption. Weiter...

Ein UN-Soldat bewacht am am 28. Juli 2013 in Kidal, Mali, den Eingang zu einem Wahllokal.

Mali

In der Vergangenheit bedrohten Tuareg-Rebellen immer wieder den schwachen malischen Staat. 2012 verbündeten sie sich mit al-Qaida-Gruppen und konnten nur mit einer französisch-tschadischen Militärintervention zurückgedrängt werden. Die UN-Mission MINUSMA versucht seit Juli 2013, den Norden Malis zu sichern. Weiter...

Ein afrikanischer Mann geht an einem Gebäude vorbei, an dem ein riesiger Banner befestigt ist mit der Aufschrift: "End Poverty", 1. Juli 2005 in Pretoria. Hintergrund: bevorstehender G8-Gipfel in Schottland und sowie das "Africa Standing Tall Against Poverty" Konzert.

Südafrika

Südafrika ist ein Beispiel für einen insgesamt erfolgreichen Friedensprozess. Doch noch immer leidet das Land an massiven sozial-ökonomischen Problemen, die sich besonders in der hohen Arbeitslosen- und Kriminalitätsrate äußern. Immer häufiger kommt es deshalb zu gewaltsamen Protesten. Weiter...

Beim Anschlag auf den Bahnhof in Wolgograd sterben am 29. Dezember 2013 mindestens 16 Menschen. Nur einen Tag später ermordet ein Attentäter in einem Linienbus mindestens weitere 13 Menschen.

Nordkaukasus

Die Gewalt im Nordkaukasus betrifft schon lange nicht mehr nur Tschetschenien. In den letzten Jahren hat eine Ausweitung des Konflikts auf die benachbarten russischen Teilrepubliken stattgefunden. Bei den Gewaltakteuren ist ein Ideologiewandel vom Ethno-Nationalismus zum islamischen Fundamentalismus zu beobachten. Weiter...

Petra Becker

Petra Becker

Meinung: In Syrien Taten statt Worte

Petra Becker ist, wie sie selbst betont, ein Kind der Friedensbewegung. Trotzdem favorisiert sie ein begrenztes militärisches Eingreifen in Syrien. Denn die Zögerlichkeit der internationalen Gemeinschaft habe Syrien erst in den blutigen Bürgerkrieg geführt, der die gesamte Region noch über Jahre destabilisieren könnte. Weiter...

André Bank (l.) und Stephan Rosiny (r.).

André Bank, Stephan Rosiny

Meinung: Syrien - Alternativen zur Militarisierung

André Bank und Stephan Rosiny sehen keine Alternative zu einer politischen Lösung. Ein militärisches Eingreifen könnte zu einer weiteren Eskalation führen – und die Stabilität der ganzen Region bedrohen. Der Westen sollte sein politisches Gewicht lieber dazu nutzen, seine Hauptverbündeten in der Region für eine Verhandlungslösung zu gewinnen. Weiter...

Polizist der Afghanistan National Order Civil Police (ANCOP) in der Helmand Province, März 2012.

Thomas Ruttig

Afghanistan

Bis Ende 2014 will die internationale Gemeinschaft alle ausländischen Kampftruppen aus Afghanistan abziehen. Der Konflikt im Land hält aber an, mit hoher Intensität. Politische Lösungsversuche stagnieren seit 2012. Soziale Probleme haben sich weiter verschärft. Weiter...

Zu sehen, wie andere Menschen misshandelt, vergewaltigt und getötet werden, liegt jenseits "normaler" menschlicher Erfahrungen. Solche traumatischen Ereignisse lösen existentielle Bedrohung und Todesangst aus.

Karin Griese

Traumaarbeit

Die unbearbeiteten Folgen traumatischer Gewalterfahrungen können bis in die nächsten Generationen hinein wirken. Unterstützungsangebote in Kriegs- oder Nachkriegsregionen müssen auf verschiedenen Ebenen ansetzen, um erfolgreich zu sein. Weiter...

Gambian war crimes lawyer, Fatou Bensouda, takes the oath during a swearing-in ceremony as its new prosecutor at The International Criminal Court (ICC) in The Hague, Netherlands, 15 June 2012. Bensounda replaces Luis Moreno-Ocampo. She will be tasked with trying to bring to justice alleged war criminals including Uganda's Joseph Kony, Libya's Seif al-Islam Gadhafi and Sudanese president Omar al-Bashir.

Ronen Steinke

Der Internationale Strafgerichtshof

Vor elf Jahren hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag seine Tore geöffnet. Warlords, Milizionäre und ein ehemaliger Staatschef sitzen dort inzwischen in Haft, angeklagt wegen schwerster Verbrechen gegen Zivilisten. Mit Beginn des Falles Kenia stehen in Den Haag erstmals auch ein amtierender Staatschef und sein Stellvertreter vor Gericht. Weiter...

Themengrafik: Der Internationale Gerichtshof - Aufbau und Arbeitsweise

Themengrafik

Der Internationale Strafgerichtshof - Aufbau und Arbeitsweise

Warlords, Milizionäre, Staatschefs - vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag müssen sich Personen verantworten, die Kriegsverbrechen oder Völkermord begangen haben oder für sie verantwortlich sind. Doch wie läuft ein Verfahren vor dem IStGH ab? Die Themengrafik erklärt den Aufbau und die Arbeitsweise des Gerichtshofs. Weiter...

Prof. Dr. iur. Reinhard Merkel

Reinhard Merkel

Meinung: Die NATO-Intervention gegen das Gaddafi-Regime war illegitim

Für Reinhard Merkel war der Libyen-Einsatz illegitim. Mehr noch: Der Sicherheitsrat habe seine Pflicht als Treuhänder des Gewaltmonopols der Welt grob verletzt. Er habe ein Mitglied der UN zum internationalen outlaw erklärt – und damit der Gewalteinwirkung durch jeden anderen "willigen" Staat preisgegeben. Weiter...

Prof. Dr. iur. Hans-Joachim Heintze

Hans-Joachim Heintze

Meinung: Militärische Intervention in Libyen ist grundsätzlich zu begrüßen

War die Libyen Intervention richtig? Hans-Joachim Heintze ist davon überzeugt, dass es ein Fortschritt ist, wenn die Staatengemeinschaft ihre Augen nicht verschließt vor massiven Menschenrechtsverletzungen. Und zum Schutz der Bevölkerung auch Gewalt anwendet. Weiter...

Eine Autobombe zerstört am 23. April die französsiche Botschaft in Tripolis.

Libyen

Seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes versinkt Libyen immer tiefer im Chaos. Während der Wiederaufbau des staatlichen Sicherheitsapparats schleppend verläuft, gewinnen Milizen an Macht. Vielerorts entwickeln sich lokale Konflikte. Weiter...

Mitglieder eines Drogen-Kartells bei ihrer Festnahme im Dezember 2011 in Mexiko City.

Mexiko

Die Neuwahl des Präsidenten und der Regierungswechsel 2012 haben die Situation im "Krieg gegen die Drogen" kaum verändert. Immer noch sterben jährlich über zehntausend Menschen. Besonders an der Grenze zu den USA hat der mexikanische Staat sein Gewaltmonopol verloren. Weiter...

Eine uigurische Frau mit Kind passiert ein zerstörtes Auto in der Regionshauptstadt Ürümqi (15.07.2009).

China - Xinjiang

Mit einer Autoexplosion unweit des Tiananmen-Platzes erreichte im Oktober 2013 der Konflikt in und um die autonome Region Xinjiang erstmals die chinesische Hauptstadt. Die Regierung in Beijing setzt weiterhin auf Kontrolle und Repression. Weiter...

Sgt. Kelly Gaskey, 51, aus Cleveland, Tennessee trägt seinen Rucksack während sich seine Firma vorbereitet einen Kampf Außenposten in Bagdad, Irak, zu verlassen.

Daniel Lambach

Fragile Staatlichkeit als Konfliktursache und Möglichkeiten der Bearbeitung

Innerstaatliche Konflikte entstehen vor allem dort, wo der Staat zu schwach ist. "Fragil", "zerfallen" oder "kollabiert" nennt man solche Staaten, die ihre zentralen Aufgaben nicht mehr wahrnehmen können. Doch der Wiederaufbau von Staaten ist eine schwierige Aufgabe. Weiter...

Mitglieder der Real Irish Republican Army (RIRA) in Londonderry, Nordirland, am 25. April 2011.

Lutz Schrader

Ethnopolitische Konflikte

Die meisten innerstaatlichen Konflikte sind ethnopolitische Auseinandersetzungen oder haben eine ethnische Dimension. In ihnen werden Aspekte der ethnischen Identität wie Sprache, Kultur und Abstammung überzeichnet und zu Instrumenten der Mobilisierung gegen "die Anderen". Weiter...

Afghanische Straßenkinder in einer Schule in Kabul im Juli 2011.

Demokratisierung

In der Theorie verspricht die Demokratisierung von Nachkriegsstaaten, Konflikte künftig friedlich auszutragen. Grundlage ist ein institutionelles Regelwerk, das auf Wahlen und Mitwirkung beruht. In der Praxis geht die Förderung von Demokratisierung jedoch mit einigen Dilemmata einher. Weiter...

Chum Mey (r.) und Bou Meng (l.), Überlebende des S-21-Foltergefängnisses der Roten Khmer, im Tuol-Sleng-Genozid-Museum 2009.

Kambodscha

Die Aufarbeitung des Völkermords (1975-79) trifft auf große Widerstände. Das zeigt sich vor allem in der Arbeit des Rote-Khmer-Tribunals: Einflussnahme, Finanznot, Rücktritte von Richtern. Immerhin entsteht so Öffentlichkeit für den Völkermord und seine Folgen. Auch die dringend nötige Justizreform könnte so an Fahrt aufnehmen. Weiter...

Ein eher gering ausgeprägtes Nationalgefühl - dafür große nationale Symbolik: Der 165 Meter hohe Fahnenmast in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe.

Tadschikistan

Am 6. November 2013 wurde Präsident Emomali Rahmon per Wahl für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt. Seine autoritäre und klientelistische Politik ist die wesentliche Ursache für die Machtrivalitäten zwischen verschiedenen, regional verankerten Eliten und Bevölkerungsgruppen. Seit 2009 wurden diese wiederholt militärisch ausgetragen. Weiter...

 

Interaktives Portal

Informationsportal Krieg und Frieden

Informationsportal Krieg und Frieden

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind 2010 um 1,3 Prozent gestiegen - auf 1,6 Billionen US-Dollar. Welches Land gibt wie viel für sein Militär aus? Und wer bezieht die meisten Waffen aus Deutschland? Das interaktive Portal liefert Antworten auf sicherheitspolitische Fragen. Weiter... 

Trauernde Eltern in Syrieneuro|topics-Debatte

Eskalation im syrischen Bürgerkrieg

Nach Berichten über einen Giftgasangriff in der Nähe von Damaskus erwägen die USA einen Militäreinsatz gegen das Regime von Baschar al-Assad. Was kann eine Intervention der internationalen Gemeinschaft im syrischen Bürgerkrieg bewirken? Weiter... 

Ägyptische Sicherheitskräfte in der Nähe der al-Fateh Moschee am Ramses Platz in Kairoeuro|topics-Debatte

Ägypten in der Hand der Militärs

Ägyptens Generäle verteidigen nach dem Putsch gegen den gewählten Präsidenten Mursi ihre Macht mit aller Härte. Die Sicherheitskräfte gehen unnachgiebig gegen Muslimbrüder vor. Bereitet das Militär den Weg für Neuwahlen oder ist der Arabische Frühling in Kairo am Ende? Weiter... 

Dossier

Troops in Afghanistan. Soldiers approach a Chinook aircraft in the Nahr-e Saraj district, Helmand Province, Afghanistan.

Sicherheitspolitische Presseschau

Die Anschläge vom 11. September haben die Welt verunsichert. Seit 2001 stellt die bpb eine ausführliche und kommentierte Linkliste zusammen zu den Folgen des Terrorismus und den verschiedenen Aspekten der internationalen Sicherheitspolitik. Weiter...