Skyline von Schanghai
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24.8.2006 | Von:
Sonja Ernst

Dhaka

Das Zentrum Bangladeschs

Die Bevölkerung Dhakas ist in den letzten Jahrzehnten rasant angestiegen. Über 30 Prozent der Menschen leben in Slums. Doch Dhaka bleibt ein Magnet für die Menschen vom Land.
Dhaka ist das Zentrum BangladeschsDhaka ist das Zentrum Bangladeschs (© NASA/JPL-Caltech)

Überblick

Rund 13 Millionen Menschen zählt Dhaka, die Hauptstadt Bangladeschs. Sie ist die 11-größte urbane Agglomeration weltweit. 2015 wird Dhaka knapp 17 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählen. Nur die Bevölkerung von Lagos wächst vergleichbar schnell wie die von Dhaka. Seit den 1960er Jahren hat die Stadt ein ungebremstes Wachstum erlebt und bis heute strömen Menschen vom Land trotz der dort herrschenden Armut nach Dhaka. 30 bis 40 Prozent der Einwohner leben in Elendsvierteln. Dennoch bietet die Hauptstadt mehr Chancen auf ein wenig Geld, auf ein wenig Zukunft. Mit rund 400 Euro liegt das jährliche Durchschnittseinkommen pro Kopf über dem im Rest des Landes. Dhaka ist mit Abstand die größte Stadt Bangladeschs. 35 Prozent der städtischen Bevölkerung des Landes lebt hier. Die Hauptstadt ist nicht nur Dreh- und Angelpunkt für Wirtschaft, Handel und Finanzen, sondern auch das politisch-administrative Zentrum. Die Straßen Dhakas werden immer wieder zur Bühne der politischen Auseinandersetzungen und Machtkämpfe – teilweise blutige Proteste, Generalstreiks und Demonstrationen gehören dazu. Zuletzt erlebte Dhaka vom Herbst 2006 bis Januar 2007 blutige Straßenkämpfe.

Mit dem schnellen Wachstum der Stadt hat die Infrastruktur bislang nicht mithalten können. Städtische Gesamtpläne wurden nur halbherzig umgesetzt. Und wie auf Staatsebene herrschen auch in der städtischen Verwaltung Korruption und Nepotismus. Transparency International hat Bangladesch auf seiner Rangliste 2006 einmal mehr ganz ans Ende gesetzt – als eines der korruptesten Länder weltweit. In Dhaka kommt es immer wieder zu Ausfällen der Strom- und Wasserversrogung, die Innenstadt erstickt im Verkehr. Die Monsunregen im Sommer überschwemmen meist große Teile der Stadt und bringen das städtische Leben zum Erliegen.

Hintergrund

Noch Anfang des Jahres prägten blutige Proteste das Leben auf Dhakas Straßen. Wie so oft in der Metropole wurden auch "hartals" ausgerufen, Generalstreiks. Hartals gehören zur politischen Kultur des Landes. Doch die Situation eskalierte zusehends: Parteianhänger lieferten sich regelrechte Straßenschlachten, Steine und Brandsätze flogen. Auslöser war die Aufhebung der geplanten Parlamentswahl. Am 11. Januar wurde dann der Notstand ausgerufen. Seitdem lenkt eine Übergangsregierung die Politik des Landes: Sie will die Korruption bekämpfen und bis Ende 2008 Wahlen abhalten.

Mit dem Ausnahmezustand sind in Dhaka zurzeit Demonstrationen und Proteste verboten. Bislang ist die Stimmung ruhig: Die Leute atmen auf, Hoffnung auf einen politischen Wandel macht sich breit. Als Hauptstadt und politisches Zentrum Bangladeschs ist Dhaka immer auch Bühne politischer Machtkämpfe und Auseinandersetzungen. Auf den Straßen der Stadt entlädt sich die Politik des Landes. Und trotz einer Analphabetenrate von 40 Prozent, herrscht ein starkes politisches Bewusstsein vor – quer durch alle Schichten.

Rikschas sind ein wichtiges Transportmittel.Rikschas sind ein wichtiges Transportmittel. (© Sonja Ernst)
Zentrum der Unabhängigkeitsbewegung
Die Geschichte Dhakas reicht zurück bis ins Jahr 1000. Ab 1765 war Dhaka unter britischer Herrschaft und Teil Britisch-Indiens. Im Zuge der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht 1947 und der Teilung des indischen Subkontinents kam es auch in Dhaka zu Ausschreitungen. Die Fluchtbewegungen wurden auch hier spürbar: Viele Hindus verließen die Stadt Richtung Indien, aus Indien kamen Muslime nach Dhaka. Nach der Teilung des indischen Subkontinents gehörte Bangladesch jedoch zunächst als östlicher Landesteil zu Pakistan. Zwischen West- und Ostpakistan lagen rund 1.500 Kilometer. Der Westteil beherrschte den Ostteil und als die pakistanische Amtssprache Urdu eingeführt wurde, erhob sich im heutigen Bangladesch eine Unabhängigkeitsbewegung – Zentrum der politischen Aktivitäten war Dhaka. Schließlich entzündete sich einer der blutigsten Unabhängigkeitskriege des 20. Jahrhunderts. 1971 starben innerhalb weniger Monate über drei Millionen Menschen. Mit der Intervention Indiens konnte Bangladesch den Krieg für sich entscheiden und wurde Ende 1971 ein unabhängiger Staat mit Dhaka als Hauptstadt.

Dhaka ist Zentrum der Politik und Wirtschaft
Doch Dhaka ist nicht nur der politisch-administrative Knotenpunkt des Landes, sondern auch das Industrie-, Wirtschafts- und Handelszentrum. Die Banken und multinationalen Unternehmen haben hier ihren Hauptsitz. Im Geschäftsviertel Motijheel, im Zentrum der Stadt, haben die meisten Banken und die Börse ihren Platz. Im ebenfalls zentralen Pantapath wurde 2005 das erste große Shopping Center Dhakas eröffnet. "Bashundhara City" ist mit über 2.000 Läden die größte Shopping Mall Südasiens, die zwölftgrößte der Welt. In dem 20-stöckigen Turm sind zahlreiche Büros untergebracht. "Bashundhara City" nutzen die Reichen, aber auch die wachsende Mittelklasse Dhakas: Man kann einkaufen, Themenparks besuchen oder ins Fitness-Center gehen.

Verkehrschaos in DhakaVerkehrschaos in Dhaka (© Sonja Ernst)
Ab den 1960er Jahren erfuhr Dhaka einen rasanten Anstieg seiner Bevölkerung. 1970 wohnten noch rund 1,47 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. 1980 zählte die Stadt mit über 3 Millionen Menschen schon die doppelte Bevölkerungszahl. Es entstanden zahlreiche informelle Siedlungen, Slums wie auch komplette Wohngebiete für die Mittel- und Oberschicht. Heute ist Gulshan im Norden das luxuriöseste Viertel Dhakas mit rund 200.000 Menschen, es entstand 1961. Die meisten Botschaften residieren dort. Ebenso Dhamondi und Banani sind Stadtteile für die Mittel- und Oberschicht. Doch wie im Großteil von Dhaka finden sich auch hier Slums. Auf Brachflächen, zwischen zwei Stadtteilen, am Flussufer. Menschen siedeln auf verbleibenden Freiräumen, sie bauen sich eine Hütte, einen Verschlag. Auch entlang der Eisenbahngleise, die vom Süden nach Norden führen, ziehen sich die Elendsviertel.

Die Metropole Dhaka besteht mittlerweile aus verschiedenen administrativen Einheiten. Die zentralen Stadtteile unterstehen der Dhaka City Corporation (DCC). Gemeinsam mit angrenzenden Gemeinden, dörflichen Siedlungen und Agrarland bildet die DCC die urbane Agglomeration Dhaka mit insgesamt 1.530 km². Die DCC umfasst mit 360 km² lediglich 24 Prozent der Metropole: Doch hier leben rund 6 Millionen Menschen – eine Siedlungsdichte von über 16.000 Menschen pro km² im Durchschnitt. Und je nach Stadtteil ist die Besiedlungsdichte sogar noch höher. Im Vergleich: In Köln leben im Durchschnitt rund 2.500 Menschen auf einem Quadratkilometer.

Mit den Monsunregen kommen auch die Überschwemmungen
Die städtische Bevölkerung Dhakas ist relativ homogen. Mit über 95 Prozent bilden die Bengalen die große Mehrheit. Zum überwiegenden Teil gehören sie dem Islam an, zum Großteil den Sunniten. Die Nationalmoschee "Baitul Mukarram" hat im Herzen Dhakas ihren Platz. Die dominante Sprache Dhakas ist Bangla (Bengalisch). Anders als in indischen Metropolen ist Englisch nicht so stark verbreitet und eher auf die gut ausgebildeten Schichten beschränkt. In Dhaka gibt es auch Hinduisten, mit rund 10 Prozent stellen sie die größte religiöse Minderheit. In der Altstadt von Dhaka befindet sich der hinduistische Dhakeshwari Nationaltempel. Der Legende nach, wurde nach ihm die Stadt benannt.

Ein Großteil des Wasserswird verteilt.Für viele heißt es Anstehen: In Dhaka wird ein Großteil des Wassers verteilt. (© AP)
Dhaka liegt am Fluss Buriganga. Die Stadt liegt nur etwa sechs Meter über dem Meeresspiegel. Es herrscht ein tropisches Klima und während des Monsun zwischen Mai und September kommt es zu heftigen Schauern und Stürmen. Oft kommt es zu Überschwemmung, da die Kanalisation unter den Regenfällen zusammenbricht. Zuletzt standen im Sommer 2004 nach gewaltigen Monsunregen 40 Prozent Dhakas unter Wasser, es gab zahlreiche Tote.

Tagelöhner, Rikschafahrer, Müllsammler
Die Infrastruktur der Metropolregion ist dem rasanten Wachstum der Stadt nicht gewachsen. Immer wieder fällt die Wasser- und auch Stromversorgung aus. Die Stadt erstickt im Verkehrschaos. Die Luftverschmutzung, auch durch die Industrie, ist enorm. Es gibt kaum Parks oder andere Erholungsflächen. 1959 wurde der erste städtische Gesamtplan für Dhaka aufgestellt, 1997 folgte ein weiterer. Doch die städtbaulichen Pläne wurden nie konsequent verfolgt.

44 Prozent der Haushalte in Dhaka sind arm, 30 bis 40 Prozent der Menschen leben in Slums. Elend und Perspektivlosigkeit tragen langfristig zur Radikalisierung der städtischen Gesellschaft bei. Wie in anderen Teilen Bangladeschs gewinnen auch in Dhaka islamistische Parteien und Gruppen an Anhängern. Radikale Kräfte können sich im Hinblick auf die ausufernde Korruption und steigende Armut als "moralische Alternative" präsentieren. Zuletzt ging am 1. Mai eine Bombe am Hauptbahnhof von Dhaka hoch, zwei weitere in anderen Städten Bangladeschs. Mit den Bomben wurde den Ahmadis gedroht, einer muslimischen Glaubensgemeinschaft, die bei Extremen als "unislamisch" gilt. Die Ahmadiyya, die gerade einmal knapp 150.000 Anhänger in ganz Bangladesch umfasst, leben zum Großteil in Dhaka.

Die meisten Einwohnerinnen und Einwohner Dhakas arbeiten im informellen Sektor, schätzungsweise über 60 Prozent. Sie arbeiten als Tagelöhner, Rikschafahrer, Steineklopfer und Müllsammler und auch viele Kinder arbeiten. In den zahlreichen Textilfabriken der Stadt schuften vor allem junge Frauen: Oft bis zu zwölf Stunden täglich, bis zu sieben Tage die Woche, für nicht mehr als 20 Euro. Manchmal werden die Gehälter nicht ausbezahlt, die Arbeiterinnen werden eingeschüchtert und praktisch gibt es kein Arbeitsrecht. Und trotz alledem werden noch mehr Menschen nach Dhaka kommen, denn die Armut auf dem Land ist teils noch weniger zu ertragen.

Bevölkerung

Nur Lagos wächst schneller als Dhaka: Beides Städte in von Armut geprägten Ländern. Dhaka ist mit rund 13 Millionen Menschen heute die elftgrößte urbane Agglomeration weltweit. 2015 wird die Stadt an neunte Stelle vorgerückt sein mit dann voraussichtlich 16 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Dhaka ist mit Abstand die bevölkerungsreichste Stadt Bangladeschs: Die Hafenstadt Chittagong im Südosten zählt knapp 5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, Khulna im Südwesten 1,7 Millionen. Chittagong wächst zwar mit aktuell 3,44 Prozent schneller als Dhaka mit 3,25 Prozent, doch die Hauptstadt wird auf absehbare Zeit Bevölkerungsmagnet des Landes bleiben. Zurzeit lebt fast jeder elfte Bangladeschi in Dhaka. Von der städtischen Bevölkerung des Landes insgesamt leben rund 35 Prozent in Dhaka.

In der Altstadt von DhakaIn der Altstadt von Dhaka (© Sonja Ernst)
Vor allem ab den 1960er Jahren wuchs Dhaka sehr rasch. Zwischen 1970 und 1975 um 7,76 Prozent jährlich. Ab den 1990er Jahren ging das Wachstum zurück. Zurzeit wächst Dhaka aber immer noch rascher als die indischen Nachbarmetropolen Mumbai und Kalkutta. Diese werden zwischen 2010 und 2015 voraussichtlich um rund 1,7 Prozent jährlich wachsen, Dhaka wird für diesen Zeitraum noch eine Wachstumsrate von 2,82 Prozent prognostiziert.

Doch neben Dhaka als Megastadt ist die ländliche Bevölkerung bislang noch dominant. Der Urbanisierungsgrad Bangladeschs von rund 26 Prozent liegt unter dem asiatischen Durchschnitt von etwa 40 Prozent. 2010 wird Bangladesch zu 27 Prozent urbanisiert sein. Die Nachbarländer Indien und Myanmar dann zu 30 beziehungsweise 34 Prozent. Doch das Bevölkerungswachstum Bangladeschs wird sich in den kommenden Jahren vor allem in den Städten abspielen. Die Zahl der Menschen in Städten wächst sehr viel schneller als die Landbevölkerung. 2010 wird die städtische Bevölkerung um schätzungsweise 3,44 Prozent wachsen, in Indien um 2,46 und in Myanmar um 2,75 Prozent.

Dhaka

Einwohnerinnen und Einwohner in Millionen
1950: 0,41 Millionen
1960: 0,69
1970: 1,47
1980: 3,25
1990: 6,52
2000: 10,15
2005: 12,43
2010: 14,62*
2015: 16,82


Bevölkerungswachstum in Prozent
1950: +5,13 %
1960: +7,34
1970: +7,76
1980: +7,03
1990: +4,61
1995: +4,24
2000: +4,03
2005: +3,25
2010: +2,82


Fläche und Bevölkerungsdichte
Die Metropole Dhaka umfasst insgesamt 1.530 km². Bestehend aus verschiedenen administrativen Einheiten. Die zentralen Stadtteile unterstehen der Dhaka City Corporation (DCC). Die DCC umfasst mit 360 km² lediglich 24 Prozent der Metropole, doch hier leben rund 6 Millionen Menschen. Das bedeutet eine Siedlungsdichte von über 16.000 Menschen pro km² im Durchschnitt.

Bangladesch

Einwohnerinnen und Einwohner in Millionen
1950: 41 Millionen
1960: 51
1970: 64
1980: 82
1990: 104
2000: 128
2005: 141
2010: 154
2015: 168
2020: 181


Wachstum der Gesamtbevölkerung in Prozent
2000: +1,91 %
2010: +1,63
2020: +1,34


Grad der Urbanisierung
2000: 23,2 %
2010: 27,3
2020: 32,9


Städtische Bevölkerung in Millionen und Wachstum in Prozent
2000: 29 Millionen (+3,47 %)
2010: 42 (+3,44)
2020: 59 (+3,31)


Ländliche Bevölkerung in Millionen und Wachstum in Prozent
2000: 99 Millionen (+1,41 %)
2010: 112 (+0,91)
2020: 121 (+0,30)


*Angaben in kursiver Schrift sind Prognosedaten.


Quellen:
World Urbanization Prospects: The 2005 Revision, hrsg. von: United Nations Department of Economics and Social Affairs/Population Divison, 2006.
Financing Urban Shelter, Global Report On Human Settlements 2005, hrsg. von: United Nations Human Settlements Programme, 2005.
The Challenge of Slums, Global Report On Human Settlements 2003, hrsg. von: United Nations Human Settlements Programme, 2003.

Leben

Soziale Situation
44 Prozent der Haushalte Dhakas leben unter der Armutsgrenze. Die Lebenserwartung liegt für Frauen bei knapp 61 und für Männer bei knapp 62 Jahren. Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren liegt bei 9,6 Prozent. Diese Zahl gilt in etwa auch für die anderen Städte Bangladeschs. Im Vergleich: In Berlin liegt diese Rate bei 0,1 Prozent. 60 Prozent der Frauen und Männer in Dhaka können lesen und schreiben.

Barbier am StrassenrandBarbier am Strassenrand (© Sonja Ernst)
Wohnen
Schon ab den 1960er Jahren entstanden erste informelle Siedlungen in und um Dhaka. Ab den 1970er Jahren nahm der Bevölkerungsdruck auf Dhaka enorm zu. Auf innenstädtischen Brachflächen und am Stadtrand entstanden weitere Siedlungen in eigener Regie, spontan und selbstorganisiert. Auch Wohnviertel für die Mittel- und Oberschicht entstanden ohne städtisches Gesamtkonzept. Heute leben rund 30 bis 40 Prozent der Menschen Dhakas in Slums und ihre Zahl wächst. Die Elendsviertel ziehen sich durch die gesamte Stadt. Und die Menschen in den Slums sind immer wieder bedroht durch Zwangsräumungen. Ebenso führen kleine Feuer in den dicht besiedelten Slums schnell zu katastrophalen Folgen.

Infrastruktur
Laut UN hatten im Jahr 2003 rund 99 Prozent der Menschen in Dhaka Zugang zu Wasser im Umkreis von maximal 200 Metern. 60 Prozent der Häuser und anderer Wohneinheiten waren an die Wasserversorgung und 22 Prozent an die Kanalisation angeschlossen. 90 Prozent hatten Zugang zu Elektrizität und 7 Prozent einen Telefonanschluss. In großen Teilen Dhakas kommt es immer wieder zu Wasser- und Stromausfällen.

Der private Wasserkonsum lag 2003 im Durchschnitt bei 160 Litern pro Person am Tag. Im Vergleich: In Berlin liegt der private Wasserkonsum bei täglich rund 180 Litern. Doch in Dhaka gibt es große Unterschiede betreffend der einzelnen Stadtteile. In den Elendsvierteln ist der Wasserverbrauch meist sehr viel geringer. Noch dazu müssen die Bewohnerinnen und Bewohner in den Slums teils Wasser von privaten Käufern zu horrenden Preisen erwerben, da sie keinen direkten Zugang zu Wasser haben.

Religion und Sprache
Die Bevölkerung Dhakas ist relativ homogen. Der Großteil der Einwohnerinnen und Einwohner sind Bengalen und gehören dem Islam an, die meisten von ihnen sind Sunniten. Es gibt eine hinduistische Minderheit von knapp 10 Prozent. Ebenso eine geringe Anzahl von Buddhisten und Christen. Es herrscht die Amtssprache Bangla, Bengalisch, vor. Anders als beispielsweise in indischen Großstädten ist Englisch nicht so sehr verbreitet und bleibt vor allem auf die gut ausgebildeten Schichten begrenzt. Dies ist teils auch auf die Unabhängigkeitsbewegung des Landes zurückzuführen, deren vereinentes Moment unter anderem das Bangla war.

Mini-Taxis in DhakaMini-Taxis in Dhaka (© Chris Jules)
Verkehr
Im Durchschnitt brauchen die Menschen in Dhaka 45 Minuten, um eine einfache Strecke zu ihrer Arbeitsstelle zurückzulegen. Knapp 5 Prozent benutzen ihr Auto, um zur Arbeit zu gelangen, knapp 10 Prozent fahren mit dem Bus. Doch die Zahl der privaten PKWs nimmt rasant zu. 86 Prozent der Menschen benutzen laut Statistik andere Verkehrsmittel, überwiegend Rikschas sowie Baby-Taxis, also dreirädrige Mini-Taxis. In Dhaka gibt es rund 80.000 offiziell registrierte Rikschas, aber die tatsächliche Zahl wird auf über 400.000 geschätzt. Das Zentrum Dhakas ist durch Stau und chaotische Verkehrszustände geprägt.

Quellen:
Financing Urban Shelter, Global Report On Human Settlements 2005, herausgegeben von: United Nations Human Settlements Programme, 2005.
The Challenge of Slums, Global Report On Human Settlements 2003, herausgegeben von: United Nations Human Settlements Programme, 2003.


Links

Webportal Dhaka City Corporation

Statistisches Bundesamt Bangladesch

The Daily Star (englischsprachige Zeitung)

Netz e.V. Partnerschaft für Entwicklung und Gerechtigkeit in Bangladesch

Informationsportal südasien.info
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