Skyline von Schanghai

17.9.2008

Human Development Index (HDI)

Insgesamt weist die Welt einen mittleren HDI von 0,74 auf. Die hoch entwickelten OECD-Länder haben insgesamt einen HDI von 0,92, die Entwicklungs- und Schwellenländer 0,69 und Afrika südlich der Sahara 0,5.

Index menschlicher Entwicklung nach ausgewählten Ländern, 2005Index menschlicher Entwicklung nach ausgewählten Ländern, 2005 Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de (bpb)

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    Der "Human Development Index (HDI)" ist eine Messzahl für den Entwicklungsstand eines Landes und setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Lebenserwartung, Ausbildung und Kaufkraft. Dabei bleiben jedoch die sozialen Disparitäten und Einkommensunterschiede, die es in den Ländern gibt, weitgehend unberücksichtigt, auch unterscheidet der HDI nicht zwischen Städten und ländlichen Gebieten. Der "Human Development Report" wird von den Vereinten Nationen (UNDP) jährlich veröffentlicht.

    Insgesamt weist die Welt einen mittleren HDI von 0,74 auf. Die hoch entwickelten OECD-Länder haben insgesamt einen HDI von 0,92 und die Entwicklungs- und Schwellenländer 0,69. Von den 177 erfassten Ländern zeigen 70 einen hohen HDI (0,8 bis 1,0), 84 einen mittleren (0,5 bis 0,8) und 22 einen niedrigen HDI (unter 0,5). Wie zu erwarten, ist der Entwicklungsstand in den wirtschaftsstarken OECD-Ländern am höchsten (0,9), es folgen Osteuropa, Lateinamerika und Ostasien (0,8), die arabischen Länder (0,7), Südasien (0,6) und Afrika südlich der Sahara (0,5). Hierbei handelt es sich um regionale Mittelwerte, wobei es natürlich auch unter den Ländern einer Region eine erhebliche Streubreite gibt.

    Es gibt insgesamt 70 Länder mit einem "hohen HDI", an der Spitze stehen Island (Platz 1), Norwegen (2) und Australien (3). Es folgen u.a.: Frankreich (10), USA (12), Hongkong (21), Deutschland (22), Israel (23), Bulgarien (53), Oman (58) und Russland (67). Den Schluss dieser Gruppe bildet Brasilien (70). Einen relativ hohen HDI haben also nicht nur die reichen OECD-Länder, sondern auch viele osteuropäische, arabische und lateinamerikanische Länder, wobei der Abstand zur Spitzengruppe aber deutlich ist. In Fernost zählen Japan, Hongkong, Singapur und Süd-Korea zu den Ländern mit einem hohen HDI.

    Einen "mittleren HDI" haben insgesamt 85 Länder, u.a. Kasachstan (Platz 73), Venezuela (74), China (81), Türkei (84), Algerien (104), Indonesien (107), Ägypten (112), Südafrika (121), Indien (128) und Bangladesh (140). Den Schluss dieser Gruppe bilden Uganda (154) und Gambia (155). Es ist interessant, dass China (HDI 0,8) schon im Mittelfeld dieser Gruppe zu finden ist, während Indien (HDI 0,6) fast 50 Plätze darunter liegt, also wesentlich schlechter positioniert ist. Auch die Türkei liegt nach der HDI-Bewertung einige Plätze hinter China.

    Einen "niedrigen HDI" haben 22 ausschließlich afrikanische Länder wie Senegal (Platz 156), Eritrea (157), Nigeria (158), Ruanda (161), Sambia (165), Äthiopien (169) und Mali (173). Ganz hinten stehen Burkina Faso (176) und Sierra Leone (177).

    Betrachtet man einzelne Regionen, dann ergibt sich folgendes Bild: In Europa liegen Island, Norwegen und Irland vorn (> 0,9), Schlusslichter sind die Ukraine und Moldawien (< 0,8). In Asien und Pazifik führen Australien, Japan und Neuseeland die Liste an (> 0,9), am Ende stehen Papua Neu Guinea, Ost-Timor und der Jemen (< 0,5). In Nord- und Südamerika liegen Kanada und die USA weit vorn (> 0,9), während Bolivien, Guatemala und Haiti ganz hinten stehen (< 0,7). In Afrika haben die Seychellen, Libyen und Mauritius den höchsten (> 0,8) und Burkina Faso sowie Sierra Leone (< 0,4) den niedrigsten HDI.

    Vergleicht man die Daten von 2000/05, so gibt es Länder mit aufsteigender und absteigender Tendenz. Nicht nur die reichen, auch die meisten armen Länder haben ihren HDI in den letzten Jahren verbessert. In Deutschland ist der HDI von 0,93 auf 0,94 und in China von 0,73 auf 0,78 gestiegen. Mit der globalen menschlichen Entwicklung scheint es also aufwärts zu gehen, gleichzeitig gibt es aber auch einige Absteiger wie z.B. Südafrika, Ghana und Tschad.

    Definition

    Der "Human Development Index" (HDI) kombiniert mehrere Indikatoren, wobei 1,0 den höchsten erreichbaren Wert darstellt. Diese Indikatoren sind: Lebenserwartung, Ausbildung und BIP (Bruttoinlandprodukt). Im Einzelnen werden erfasst: Lebenserwartung bei der Geburt, Alphabetisierung der erwachsenen Bevölkerung, Einschulungsrate in Grund-, Sekundär- und Hochschulen, Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Darüber hinaus enthält der jährlich von UNDP herausgegebene Human Development Report eine Vielzahl zusätzlicher Daten aus dem ökonomischen, sozialen und politischen Bereich.

    Statistik

    Human Development Index (HDI)
    Index "menschlicher Entwicklung" nach Regionen, 2005

    OECD-Länder 0,92
    Entwicklungsländer 0,69
    Lateinamerika u. Karibik 0,80
    Ostasien u. Pazifik 0,77
    Arabische Länder 0,70
    Südasien 0,61
    Afrika (südl. d. Sahara) 0,49


    Human Development Index (HDI)
    Index "menschlicher Entwicklung" nach Ländern, 2005 (jeweils die ersten 10 und die letzten 3 Plätze jeder Gruppe)

    hoher HDI (0,8 bis 1,0)
    1. Island, 2. Norwegen, 3. Australien, 4. Kanada, 5. Irland, 6. Schweden, 7. Schweiz, 8. Japan, 9. Niederlande, 10. Frankreich, ... 68. Albanien, 69. Mazedonien, 70. Brasilien.

    mittlerer HDI (0,5 bis 0,8)
    71. Dominika, 72. St. Lucia, 73. Kasachstan, 74. Venezuela, 75. Kolumbien, 76. Ukraine, 77. Samoa, 78. Thailand, 79. Dominikanische Republik, 80. Belize, ... 153. Jemen, 154. Uganda, 155. Gambia.

    niedriger HDI (kleiner als 0,5)
    156. Senegal; 157. Eritrea; 158. Nigeria, 159. Tansania, 160. Guinea, 161. Ruanda, 162. Angola, 163. Benin, 164. Malawi, 165. Sambia, ... 175. Guinea Bissau, 176. Burkina Faso, 177. Sierra Leone

    Quelle
    UNDP: Human Development Report 2007/08 / Human Development Index Rankings
    hdr.undp.org/
    hdr.undp.org/en/statistics/
    hdrstats.undp.org/

    Links

    World Development Indicators 2007

    Human Development Trends 2004

    Gapminder - Human Development Trends 2005

    Wikipedia - Human Development Index


    Autor: Prof. Dr. Eckhart Ribbeck


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