Afghanische Flüchtlinge blicken aus dem Fenster einer Zelle in einem Flüchtlingslager der iranischen Stadt Zahedan.

12.10.2009

Menschenrechtsaktivisten

Das Streben nach Menschenrechten ist ein gefährliches Unterfangen - in einigen Ländern bis heute. Dennoch haben Frauen und Männer mit unerschrockenem persönlichen Einsatz um die grundlegenden Rechte ihrer Mitmenschen gekämpft und dabei nicht selten erhebliche Verbesserungen erzielt.


Mahatma Gandhi

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Mahatma Gandhi war der Kopf der indischen Unabhängigkeitsbewegung. Er überzeugte seine Anhänger, die Brutalität der Polizei und Soldaten nicht mit Vergeltung zu beantworten und gewaltfreien Widerstand zu leisten. Die Unabhängigkeit von den britischen Kolonialherren erreichten die Inder 1947. Doch Gandhi konnte sich nicht lange über seinen Sieg freuen. Er wurde 1948 von einem fanatischen Hindu ermordet, weil er versucht hatte, Hindus und Muslime zu versöhnen und die Unberührbarkeit abzuschaffen.

Martin Luther King

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Martin Luther King zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. King war Baptisten-Pfarrer und führte seinen Kampf gegen die Diskriminierung der Afro-Amerikaner in den Vereinigten Staaten im Geist Jesu. Inspiriert wurde er von den Gedanken und Methoden Gandhis. Sein erster großer Erfolg war die Aufhebung der Rassentrennung in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt Montgomery (1956). 1964 erhielt er den Friedensnobelpreis. Im April 1968 wurde er in Memphis, Tennessee, erschossen.

Daw Aung San Suu Kyi

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Daw Aung San Suu Kyi ist die Anführerin des gewaltlosen Kampfes gegen das Militärregime in Birma. Die Politikerin setzt sich seit den späten 1980er Jahren für Demokratie ein. Dabei wurde sie einmal beinahe von einer Armeeeinheit erschossen, die Gewehre waren schon auf sie gerichtet. Obwohl sie 1991 den Friedensnobelpreis erhielt, hat Suu Kyi 14 der letzten 20 Jahre unter Hausarrest verbracht und ist völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Im August 2009 wurde sie zu weiteren 18 Monaten Hausarrest verurteilt, da sie angeblich gegen die Auflagen ihres Hausarrestes verstoßen habe.

Nelson Mandela

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Nelson Mandela kämpfte gegen das rassistische Apartheidregime in Südafrika. Mit 24 Jahren trat er dem African National Congress bei, einer Organisation, die für die Gleichberechtigung kämpfte. Er wurde schließlich wegen der Vorbereitung des bewaffneten Widerstands verurteilt und 28 Jahre lang eingesperrt. Nach dem Ende der Apartheid wurde Nelson Mandela 1994 der erste schwarze Präsident Südafrikas.

Dalai Lama

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Der Dalai Lama, seit 1940 das weltliche und religiöse Oberhaupt der Tibeter, erlebte, wie die Volksrepublik China mit ihrem Einmarsch 1950 die Unabhängigkeit Tibets beendete. Er selbst musste nach einem gescheiterten Aufstand fliehen und lebt seit 1959 im indischen Exil. Für sein jahrzehntelanges Engagement für die Rechte und Freiheit der Tibeter und eine friedliche Konfliktlösung wurde er 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Schirin Ebadi

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Die Juristin Schirin Ebadi war die erste Frau, die - noch unter Schah Mohammad Reza Pahlavi - im Iran ein Richteramt bekleidete, das sie nach der islamischen Revolution niederlegen musste. Ihr Engagement für Kinder, Frauen und politische Dissidenten brachte ihr Morddrohungen und mehrfache Verhaftungen ein. 2003 erhielt sie als erste Muslimin den Friedensnobelpreis.

Ngawang Sangdrol

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Ngawang Sangdrol ist eine buddhistische Nonne, die sich seit ihrer Kindheit für die Unabhängigkeit Tibets von China einsetzt. Als sie das erste Mal von chinesischen Behörden verhaftet wurde, war sie erst 13 Jahre alt. Mit 15 sperrte man sie in Lhasas berüchtigtes Drapchi-Gefängnis. Eigentlich sollte sie nach drei Jahren freikommen. Da sie aber in Haft ein Unabhängigkeitslied sang und weiterhin Freiheit für Tibet forderte, wurde die Strafe um acht Jahre verlängert. Die Chinesen erlaubten ihr 2003, aus gesundheitlichen Gründen das Land zu verlassen. Heute arbeitet Ngawang Sangdrol in den USA.

Sophie Scholl

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Sophie Scholl war erst 21 Jahre alt, als sie starb. Sie wurde genau wie ihr Bruder Hans Scholl und die meisten anderen Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose von den Nationalsozialisten hingerichtet. Auf heimlich verbreiteten Flugblättern riefen die Scholls und weitere Mitglieder der Gruppe zum Widerstand gegen die Unterdrückung und den Terror der Nationalsozialisten auf. Leider wurden sie nicht erhört: Im Februar 1943 lieferte Jakob Schmid, der Hausmeister der Münchener Universität, sie an die Gestapo aus.

Hu Jia

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Hu Jia ist ein chinesischer Menschenrechtsaktivist, der vor allem durch seinen Einsatz für Aids-Kranke, für den Umweltschutz und der Forderung nach einer offiziellen Untersuchung des Massakers auf dem Tiananmen-Platz im Jahr 1989 bekannt wurde. Über seine Blogs und Internetbeiträge prangerte Hu zudem die Verfolgung von Minderheiten und die Verletzung von Menschenrechten in China an. Seit seiner Verhaftung im Jahre 2007 ist Hu Jia weltweit zur Symbolfigur für die Verfolgung chinesischer Menschenrechtsaktivisten geworden. Am 23. Oktober 2008 zeichnete ihn das Europäische Parlament mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit aus.