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Das Bistro Zum Kaiser in der namibischen Stadt Swapokmund: Zeugnis der deutschen Kolonialvergangenheit in "Deutsch-Südwest-Afrika", die im Juli 1915 mit der Kapitulation vor den Truppen der südafrikanischen Union endete.

Wissenschaft und Kolonialismus


20.5.2016
Welche Rolle spielten die Kolonien für die Herstellung von Wissen(schaft)? Mit dem Blick auf die Expertise indischer Munshis, karibischer Sklavinnen und ayurvedischer Heilpraktiker wird deutlich: Die Menschen in den Kolonien waren trotz ungleicher Machtverhältnisse nicht bloß passive Opfer, sondern aktiv an der Wissenschaftsgeschichte beteiligt.

Das Kolonialreich in und um Indien zur Hochzeit der britischen Herrschaft. Diese Karte des britischen Raj entstand im Jahr 1904.Britische Kolonialkartografie des indischen Subkontinents stützte sich auf die Kenntnisse indischer Gelehrter: den Munshis. (© picture-alliance)

Was haben afrikanische Sklavinnen in der Karibik, indische Munshis (= Sprachlehrer oder Gelehrte) und ayurvedische Heilpraktiker mit der Geschichte der Wissenschaften zu tun? Bis vor wenigen Jahren hätten die meisten Historiker gesagt: nicht sonderlich viel. Diese Sichtweise spiegelte jedoch nicht nur den damaligen Stand der historischen Erkenntnis. Sie verweist auch auf eine Binsenwahrheit, die für das Verständnis der Wissenschafts- und Kolonialgeschichte zentral ist: Historisches Wissen reflektiert immer auch gesellschaftliche Machtverhältnisse. Wissen über die Vergangenheit hängt in anderen Worten immer auch davon ab, wer mit welchen Fragen in der Gegenwart an der Herstellung dieses Wissens mitwirken kann – und wer davon ausgeschlossen bleibt.

Was nun die Geschichte der Wissenschaften und die Geschichte des Kolonialismus betrifft, so gilt für beide, dass sie lange Zeit isoliert voneinander und nur von einer relativ kleinen Gruppe von mehrheitlich männlichen, weißen Historikern studiert wurden. Historiker, die sich auf die Geschichte der Wissenschaften spezialisierten, verstanden unter „Wissenschaft“ zumeist das Ringen einer kleinen Gruppe von gebildeten Europäern nach einem rationalen, auf Evidenz basierenden Weltbild. Diese Bestrebungen hätten im 17. Jahrhundert in Europa eingesetzt. Das so gewonnene rationale „Weltwissen“ habe dann allmählich das kirchliche Weltbild abgelöst. Historiker, die sich mit Kolonialismus befassten, verstanden darunter ebenfalls das Werk einer relativ kleinen Gruppe von Europäern: mutige Entdecker wie Christopher Kolumbus oder Kapitän Cook; gewiefte Kolonialbeamte, die in London, Paris oder Den Haag riesige Kolonialreiche verwalteten; oder aber profithungrige Handelsleute und Bankiers in den europäischen Metropolen, die ihre Regierungen zur Eroberung stets neuer Territorien in Übersee antrieben. Beide Formen der Geschichtsschreibung betrachteten die Vergangenheit also primär aus der Perspektive der europäischen Eliten. Beide beurteilten diese Geschichten mehrheitlich positiv. Nicht nur die Menschen in Europa, sondern insbesondere auch die Menschen in Afrika, Asien, Australien und auf dem amerikanischen Doppelkontinent hätten dank Wissenschaft und Kolonialismus von den "Errungenschaften" der europäischen Moderne profitiert.

Natürlich gab es an dieser Sichtweise schon relativ früh Kritik – insbesondere von Menschen aus den Kolonien selbst. Es dauerte jedoch bis ungefähr in die 1980er Jahre, bis ihre Kritik Eingang in die Geschichtsschreibung fand. Der Grund hierfür waren zwei tiefgreifende Machtverschiebungen. Auf globaler Ebene waren aus den ehemaligen Kolonien Afrika und Asiens unabhängige Nationen mit einer eigenen akademischen Infrastruktur (Universitäten, Forschungseinrichtungen, Gelehrtengesellschaften etc.) geworden. In den westlichen Metropolen hatte die Frauenbewegung, die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung sowie die Studentenbewegungen unter anderem die Universitäten für Frauen, für Studierende aus diskriminierten Minderheiten und für solche aus weniger privilegierten sozialen Schichten geöffnet. Dies hatte zur Folge, dass sich das Personal der Geistes- und Sozialwissenschaften innerhalb weniger Jahre weit heterogener und pluralistischer zusammensetzte als noch eine Generation zuvor. Damit veränderte sich auch der Blick auf die Wissenschafts- und Kolonialgeschichte grundlegend. Immer mehr Geschichtsforschende legten den Finger auf die Wunde der kolonialen Gewaltausübung und analysierten deren Folgen für kolonisierte oder versklavte Männer und Frauen. Andere zeigten, wie sich Frauen und Männer in den Kolonien gegen die europäische Vorherrschaft wehrten. Wiederum andere erklärten, wie Menschen in den Kolonien trotz ungleicher Machtverhältnisse nicht bloß passive Opfer, sondern vielmehr aktiv Beteiligte an der Geschichte wurden – so namentlich auch an der Wissenschaftsgeschichte.

Immer mehr Historikerinnen und Historiker sind sich heute daher einig, dass sich Wissenschaften und Kolonialismus nicht mehr getrennt voneinander untersuchen lassen. Unter Kolonialismus verstehen sie eine Beziehung zwischen überseeischen und europäischen Gesellschaften, in der europäische Gewalt und Macht zwar eine überaus wichtige Rolle spielten, jedoch keinesfalls verhinderten, dass kolonisierte Menschen ihre eigenen Strategien verfolgten. Sie verstehen unter „Wissenschaft“ zudem nicht eine elitäre und exklusive Form von Wissen, die nur in Forschungslaboren oder Universitäten produziert wird. Sie gehen vielmehr davon aus, dass alle Menschen zu allen Zeiten über gewisse „rationale und evidenzbasierte“ Formen des Wissens verfügten, die es ihnen erlaubten, unter den spezifischen natürlichen und sozialen Bedingungen ihrer Umwelt zu überleben. Eine der zentralen Frage für die aktuelle Wissenschafts- und Kolonialgeschichte lautet daher: Welche Rolle spielten die Kolonien für die Herstellung von wissenschaftlichem Wissen und welche Rolle spielten dabei insbesondere die Expertise von kolonisierten Menschen wie etwa indischen Munshis, karibischen Sklavinnen oder ayurvedischen Heilpraktikern im British Empire? Dazu drei Beispiele aus der jüngeren Forschung.

Kartografie



Wer ein Territorium erobern und beherrschen will, muss es kennen. Dies galt auch für die britische Ostindienkompanie, die sich ab den 1750er Jahren die Schwäche des islamischen Mogul-Reichs zunutze machte, um ihre Herrschaft in Südasien auszudehnen. Woher nahmen die Briten ihr Wissen über den indischen Subkontinent? Wie der in Paris lehrende indische Historiker Kapil Raj gezeigt hat, baute die britische Geografie Indiens in vielerlei Hinsicht auf den geografischen Kenntnissen vor Ort auf. So verfügte die Verwaltung der Mogul-Kaiser, die bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts immerhin über fast 150 Millionen Menschen herrschten, über verschiedene ausgeklügelte Techniken, um Distanzen zu messen, anhand von Himmelsbeobachtungen geografische Positionsbestimmungen vorzunehmen und diese Informationen auf Tabellen und Karten darzustellen. Es überrascht daher wenig, dass die ersten britischen Karten über Indien regen Gebrauch von diesem Wissen machten. So studierten etwa britische Kartenmacher die Karten und Tabellen aus den Archiven der eroberten Mogul-Städte. Die Briten stellten ferner indische Gelehrte, Übersetzer oder Landinspektoren an, für welche sie den persischen Titel "Munshis" verwendeten. Diese sammelten für die Briten systematisch Informationen über die Topographie und natürlichen Ressourcen im indischen Hinterland. Aus diesen Daten stellten die Briten, nicht selten mit Hilfe indischer Zeichner, ihre imperialen Karten her. Diese Karten waren sowohl ästhetisch als auch, was ihre Genauigkeit anging, den Karten, die zu jener Zeit über die britischen Inseln existierten, weit überlegen. Diese Überlegenheit habe daher die britischen Kolonialherren bewogen, die systematische kartographische Erfassung ihres eigenen „Mutterlandes“ in Angriff zu nehmen. Dieses Beispiel zeigt also, dass wesentliche Teile der Wissenschaftsgeschichte – die Disziplinen Geografie und Kartografie – keinen isolierten europäischen Ursprung hatten. Die Modernisierung und Professionalisierung der Kartografie lässt sich vielmehr auch aus den neu entstehenden Notwendigkeiten der kolonialen Herrschaft in Südasien herleiten. Indische Expertise prägte zudem die Geschichte der Kartografie entscheidend mit.

Botanik



Die starke Verwurzelung modernen europäischen Wissens in den Wissenssystemen kolonisierter Gesellschaften ist in vielen Einzelstudien nachgewiesen worden. Diese Studien helfen, den Prozess der Aneignung und Übersetzung von Wissen aus einem System in das andere besser zu begreifen. Sie zeigen insbesondere, dass dieser Prozess hochgradig selektiv verlief. Die Auswahl angeeigneter Wissensbestände erfolgte dabei nicht nur nach dem Kriterium, was aus europäisch-kolonialer Sicht „nützlich“ oder „verständlich“ war und was nicht. Mindestens ebenso maßgebend wurde die Selektion von dem Umstand bestimmt, dass die europäischen-kolonisierenden Gesellschaften zutiefst männerdominierte Gesellschaften waren. Wissen, das in erster Linie für Frauen relevant war, wurde von Europäern in den Kolonien weitgehend ignoriert, wie die US-amerikanische Historikerin Londa Schiebinger an einem eindrücklichen Beispiel aufgezeigt hat. Es geht um die Botanik. Schiebinger zeigt zunächst, wie die Errichtung von Sklavenplantagen in der Karibik und auf dem amerikanischen Doppelkontinent im 18. Jahrhundert ein vertieftes botanisches Wissen über sogenannte „cash crops“ (für den Verkauf bestimmte Anbaufrucht) voraussetze – also über Zucker, Baumwolle, Tabak, Kaffee und andere Grundgüter für den europäischen Verbrauch. Ähnlich wie beim Beispiel der Kartografie zogen die Kolonialmächte das vielfältige Wissen von Menschen in Asien, Afrika und den Amerikas über die sie umgebende Flora heran, um ertragreiche und medizinisch nützliche Pflanzen in ihren botanischen Gärten heranzuzüchten und im Erfolgsfall auf Plantagen anbauen zu lassen.

Für eine ganz bestimmte Form von Wissen interessierten sich die Europäer jedoch nicht: das Wissen von afrikanischstämmigen oder „indianischen“ Sklavinnen auf den Plantagen der Karibik über den Pfauenstrauch (Poinciana). Diese Frauen des 18. Jahrhunderts nutzten den Pfauenstrauch als Abtreibungsmittel, um zu verhindern, dass ihre Kinder als Sklaven zur Welt kämen. Dass heutige Historikerinnen und Historiker das botanische Wissen von Sklavinnen aus dem 18. Jahrhundert überhaupt zu rekonstruieren vermögen, ist – wie Historikerin Schiebinger darlegt – einer historischen Ausnahmefigur zu verdanken. Diese Information wurde nämlich von einer der ganz wenigen europäischen Frauen notiert, die im 18. Jahrhundert über den Atlantik segelten, um wissenschaftliche Forschung zu betreiben. Es handelte sich um Maria Sibylla Merian (1647-1717), die in Deutschland aufwuchs und im Jahr 1699 in die holländische Sklavenkolonie Surinam reiste. Nach ihrer Rückkehr veröffentlichte sie ein reichbebildertes Buch über die Insekten von Surinam, in dem sie sich auch zu den Pflanzen äußerte, auf denen die Insekten lebten. Merian zeigte sich weit interessierter am Schicksal der Sklavenfrauen als ihre männlichen Zeitgenossen. In ihrer Diskussion des Pfauenstrauchs erwähnte sie die spezifische Verwendungsweise dieser Pflanze durch Sklavinnen. Wie Historikerin Schiebinger darlegt, fand diese Information, die auch für europäische Frauen mit ungewollten oder gesundheitsgefährdenden Schwangerschaften höchst nützlich gewesen wäre, keinen Eingang in die damaligen europäischen pharmakologischen, medizinischen und botanischen Lehrbücher. Schiebinger erklärt dies mit dem Umstand, dass die europäischen Mächte damals eine Wirtschafts- und Bevölkerungspolitik betrieben, die primär auf Wachstum abzielte. Frauen in Europa als auch in den Kolonien sollten also Kinder und damit auch künftige Arbeitskräfte gebären. Entsprechend waren die Ausbildungssysteme für Hebammen, Ärzte und Pharmazeuten auf die Unterstützung und Ermöglichung, keinesfalls jedoch auf den Abbruch von Schwangerschaften ausgerichtet.

Für die Diskussion über den Zusammenhang zwischen Wissenschaft und Kolonialismus ist dieses Beispiel aus mehreren Gründen relevant. Es zeigt, wie selbst einige der am stärksten ausgebeuteten Menschen zur Zeit der Sklaverei über spezifisches botanisches Wissen verfügten. Dieses Wissen stammte keinesfalls von europäischen Gelehrten. Woher es kam, weiß die historische Forschung nicht mit Sicherheit anzugeben. Schiebinger und andere vermuten, dass es entweder von Sklavinnen aus Afrika über den Atlantik transportiert wurde oder aber aus den südamerikanischen, indigenen Kulturen kam. Das Beispiel lässt aber auch erkennen, dass die europäische selektive Aneignung oder eben Ignorierung von Wissen nicht nur vor dem Hintergrund zunehmender kolonialer Macht verstanden werden kann. Es muss auch im Kontext einer sich formierenden modernen, europäischen Geschlechterordnung verstanden werden.

Ayurveda



Doch nicht nur die europäische Seite inkorporierte ausgewählte Bestände des „indigenen“ Wissens, mit dem sie konfrontiert wurde. Die nicht-europäischen Gesellschaften wählten im Rahmen der begrenzteren Möglichkeiten, die ihnen die europäische Fremdherrschaft ließ, ebenfalls aus, welche Elemente „westlichen“ Wissens sie sich aneignen wollten. Das konnte, wie Historiker Harald Fischer-Tiné am Beispiel des indischen Ayurvedas gezeigt hat, verblüffende Folgen haben. Ayurveda ist – ähnlich wie die „traditionelle chinesische Medizin“ – in Europa und den USA nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil es angeblich „natürlicher“, weniger unpersönlich und technisch sei als die westliche Schulmedizin. Wie Fischer-Tiné zeigt, ist das heutige Ayurveda jedoch alles andere als „traditionell“ in dem Sinne, dass es auf eine alte, vorkoloniale indische Heilslehre zurückginge. Ayurveda in der heutigen Form entstand vielmehr zwischen 1880 und 1930. Den Kontext bildete die zunehmende Bekämpfung von "Kurpfuscherei" und "Scharlatanerie", wie alle nicht-universitären Heilpraktiken in Europa und in den Kolonien genannt wurden. In Indien galt dies auch für die Heilmethoden, die zwar summarisch als „Ayurveda“ bezeichnet wurden, in Wahrheit jedoch alles andere als einheitlich waren.

Zwar bezogen sich indische Heilpraktiker bereits in vorkolonialer Zeit lose auf gewisse altindische Texte. Je nach gesellschaftlichem und botanischem Kontext verwendeten sie jedoch eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Methoden und Medikamente. Die Medikamente stellten sie relativ unabhängig voneinander selbst her nach Rezepten, die oftmals mündlich von einer Generation auf die nächste übermittelt wurden. In vielen Regionen spielte zudem nicht nur hinduistisches, sondern auch islamisches Wissen eine wichtige Rolle. Bis ins späte 19. Jahrhundert gab es folglich nicht ein Ayurveda, sondern viele verschiedene Ayurvedas. Unter zunehmendem britischem Druck, der etwa 1912/14 in ein faktisches Verbot von Ayurveda mündete, begannen nun der indischen Nationalbewegung nahe stehende Heilpraktiker damit, Ayurveda zu modernisieren. Das heißt, sie begannen die vermeintlich „traditionelle indische Medizin“ nach denselben Gesichtspunkten zu organisieren, die auch für die westliche „moderne“ Medizin galten: Sie definierten einen einheitlichen Korpus mit theoretischen Grundlagentexten; wer Ayurveda praktizieren wollte, musste neue, standardisierte Ausbildungsgänge an speziellen Schulen absolvieren; Medikamente wurden nach vereinheitlichten Rezepten industriell hergestellt.

Damit hatte sich Ayurveda in wenigen Jahrzehnten fundamental verändert: von lokal verankerten, vielfältigen und individuellen Heilmethoden von Amateuren hin zu einer standardisierten Lehre von zunehmend professionellen Heilpraktikern. Dieses neue Ayurveda bot Generationen von indischen Patientinnen und Patienten nach etwa 1920 nicht nur vergleichsweise kostengünstige und effiziente Therapien an. Als ab den 1970er Jahren in den westlichen Gesellschaften eine neue Skepsis gegenüber der als entindividualisiert und unnatürlich empfundenen Schulmedizin entstand, wuchs die Nachfrage nach sogenannter „alternativer“ Medizin. Ayurveda, das sich trotz modernster Methoden der Therapie und der Medikamentenherstellung als „traditionelle“ Alternative vermarktete, wurde zum indischen Exportschlager. Heute ist es ein weltweites Millionenbusiness.

Diese Beispiele illustrieren drei Wesensmerkmale des aktuellen Verständnisses über die historischen Beziehungen zwischen den Wissenschaften und dem Kolonialismus: Erstens hatte modernes Wissen nicht nur einen europäischen Ursprung, sondern viele nicht-europäische Entstehungskontexte: darunter die Verwaltung der Mogul-Kaiser, karibische Plantagen, indische Heilschulen. Zweitens tritt die Rolle nicht-europäischer Trägerinnen und Träger von Wissen hervor – wie etwa indischer Gelehrter, karibischer Sklavinnen, oder Ayurvedapraktiker. Drittens wird deutlich, dass die Geschichte der Wissenschaften keine Siegesgeschichte eines universal gültigen „westlichen“ Wissens darstellt. Vielmehr gab es immer ein eng verwobenes Nebeneinander unterschiedlicher, konkurrierender Wissenssysteme – wie zum Beispiel der sogenannten westlichen Schulmedizin und Ayurvedas.

Literatur
  • Raj, Kapil: Relocating modern science : circulation and the constitution of knowledge in South Asia and Europe, 1650-1900, Basingstoke 2007.
  • Londa L. Schiebinger: Colonial botany : science, commerce, and politics in the early modern world, Philadelphia, Pa 2007.
  • Fischer-Tiné, Harald: Pidgin-Knowledge : Wissen und Kolonialismus, Zürich 2013 (Perspektiven der Wissensgeschichte).
  • Rebekka Habermas; Przyrembel, Alexandra (Hg.): Von Käfern, Märkten und Menschen : Kolonialismus und Wissen in der Moderne, Göttingen 2013.


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Autor: Bernhard Schär für bpb.de
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