Das Bistro Zum Kaiser in der namibischen Stadt Swapokmund: Zeugnis der deutschen Kolonialvergangenheit in "Deutsch-Südwest-Afrika", die im Juli 1915 mit der Kapitulation vor den Truppen der südafrikanischen Union endete.

Netzfundstücke: Videos

Wie soll man mit Museumsexponaten umgehen, die während der Kolonialzeit erbeutet wurden? Ist Mahatma Gandhis tragende Rolle in der Unabhängigkeitsbewegung Indiens ein Mythos? Und was ist eigentlich "der Westen"? Auf diese Fragen finden sich im Netz auch audiovisuelle Antworten. Eine redaktionelle Auswahl von Videos, die sich mit dem Kolonialismus und seinen Folgen beschäftigen

Folge aus der Serie "Mit offenen Karten" (ARTE): Die Entstehung des Rassismus. Obwohl es wissenschaftlich bewiesen ist, dass alle Menschen denselben Ursprung haben, ist weiterhin die Meinung weit verbreitet, dass es verschiedene Rassen von unterschiedlichem Wert gibt. Wie haben sich solche rassistischen Einstellungen entwickelt? (© 2012 Bundeszentrale für politische Bildung & ARTE)






Folge aus der Serie "Mit offenen Karten" (ARTE): Der afrikanische Kontinent. Afrika ist eng mit anderen Teilen der Welt verbunden, im Hinblick auf seine Geschichte, auf frühere Migrationen und auf die heutige Wirtschaft. (© 2011 Bundeszentrale für politische Bildung)






Was bedeuten "Imperialismus" und "Kolonialismus" eigentlich genau? Auf welche Zeit bezieht sich dieser Begriff? Und: Welche Länder waren hier besonders aktiv? Auf diese Fragen antwortet MrWissen2go alias Mirko Drotschmann.






Wie ist es zu bewerten, dass die Stiftung Preußischer Kulturbesitz Exponate ausstellt, die während der Kolonialzeit erbeutet wurden? Auf dem Symposium "Preußischer Kulturbesitz? Postkoloniale und entwicklungspolitische Perspektiven auf das Humboldt-Forum" wurde die Zukunft des Humboldt-Forums in Berlin als Ausstellungsort afrikanischer Kulturgüter kritisch diskutiert:




Der kamerunische Politikwissenschaftler Achille Mbembe gehört zu den einflussreichsten Theoretikern des Postkolonialismus. In diesem englischen Vortrag mit dem Titel "Raceless Futures in Critical Black Thought" geht er ein auf die Macht des Träumens von einer Welt ohne rassistische Kategorien. Er zeichnet nach, welchen Stellenwert die Utopie von "Racelessness" für Menschen mit afrikanischen Ursprüngen hat. Das Träumen vom Bedeutungsverlust äußerlicher Unterschiede (Hautfarbe) wird zur politischen Praxis, zur "first road to liberation":






Was ist eigentlich der Westen? Sebastian Conrad, Professor für Globalgeschichte an der Freien Universität Berlin, fragt nach den historischen Urspüngen dieser zentralen Kategorie. Dafür blickt er ins 19. Jahrhundert zurück und zeigt, dass "der Westen" zunächst eine Fremdzuschreibung war.






Carol Anderson ist Professorin for African American Studies am Emory College in Atlanta (USA). In ihrem Buch "Bourgeois Radicals: The NAACP and the Struggle for Colonial Liberation, 1941-1960" widerspricht sie dem Narrativ, dass sich nur der radikale, militante Teil der US-amerikanischen Schwarzen Bürgerrechtsbewegung effektiv für die antikoloniale Befreiungsbewegung in Afrika eingesetzt hätte. Über ihre These sprach sie im Juni 2015 auf einer Tagung des US-amerikanischen Forschungszentrums "Wilson Center":

Carol Anderson: African Americans and Anti-colonialism in Africa from BrightSightGroup on Vimeo.






Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy ("Der Gott der kleinen Dinge") sprach sich 2014 in der Laura Flanders Show dafür aus, Mahatma Gandhi und dessen Rolle in der Unabhängigkeitsbewegung Indiens zu entmystifizieren. In diesem englischsprachigen Interview kritisiert sie Gandhis Festhalten am Kastensystem:






Die indische Literaturwissenschaftlerin Gayatri Spivak ist Mitbegründerin der postkolonialen Theorie. Mit ihrem Werk "Can the Subaltern Speak? Postkolonialität und subalterne Artikulation" problematisiert sie, dass an den gesellschaftlichen Rand gedrängte Gruppen meist ungehört bleiben, wenn sie ihre Interessen äußern. Damit kritisiert sie auch, dass westliche Intellektuelle oft die Kommunikationshoheit ausüben, wenn sie die Folgen des Kolonialismus analysieren. Macat ist ein britisches Startup mit Sitz in London, das mit der Universität Cambridge zusammenarbeitet und online Bildungsmaterial zum "kritischen Denken" anbietet. In diesem Video des Online-Lernportals wird Gayatri Spivaks Theorie "Can the Subaltern Speak?" auf Englisch analysiert und erklärt:






Die University of California Television zeichnete einen englischen Vortrag von Gayatri Spivak auf, in dem sie rekapituliert, wie "Can the Subaltern Speak?" in der wissenschaftlichen Community aufgenommen wurde:






Frantz Fanons Veröffentlichungen gelten als Pflichtlektüre zum Thema Kolonialismus. Er beschäftigte sich mit den psychischen Folgen der kolonialen Hierarchie für nicht-weiße Menschen. In "Schwarze Haut, weiße Masken" beschreibt er, wie kolonisierte Menschen ihre Identität(en) maskierten, nachdem Moral, Kultur und Verhalten der Kolonialherren zur Norm erhoben wurden. Auch dieses Werk hat das der britische E-Learning-Anbieter Macat analysiert und in einem Video in englischer Sprache vorgestellt:

 

Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 44–45/2012)

Kolonialismus

Die Epoche des neuzeitlichen Kolonialismus beginnt im Zeitalter der “Entdeckungen” im 15. Jahrhundert und erreichte im 19. und 20. Jahrhundert ihren Höhepunkt als weite Teile der Welt unter direkter oder indirekter europäischer Herrschaft standen. Gerechtfertigt wurde das europäische Ausgreifen häufig damit, den Rest der Welt durch und für europäische Werte zu “zivilisieren”. Weiter... 

Dossier Das Deutsche Kaiserreich

Außenpolitik und Imperialismus

Bismarcks Außenpolitik konzentrierte sich auf die Erhaltung des europäischen Friedens. Ein massiver Kurswechsel erfolgte erst nach seiner erzwungenen Abdankung am 18.3.1890: Bündnisse wurden auf ihre Kriegstauglichkeit hin geprüft. Und Deutschland forderte einen "Platz an der Sonne". Weiter... 

Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 4/2005)

Deutschland in Afrika. Der Kolonialismus und seine Nachwirkungen

Dass Deutschland einmal Kolonien in Afrika besessen hat, ist aus dem nationalen Gedächtnis weitgehend verdrängt worden. Dabei war die imperialistische Expansion für Generationen von Deutschen eine nationale Schicksalsfrage. Weiter... 

Hintergrund aktuell (10.01.2014)

Januar 1904: Herero-Aufstand in Deutsch-Südwestafrika

Vor 110 Jahren lehnte sich die Bevölkerungsgruppe der Herero in Namibia gegen die deutschen Kolonialherren auf. Diese antworteten auf die Angriffe mit einer bis dahin ungekannten Brutalität. Zehntausende Menschen fielen dem Vernichtungsfeldzug zum Opfer. Weiter... 

Dossier

Afrikanische Diaspora in Deutschland

In Texten und Bildern spiegelt dieses Dossier eine eigenständige Schwarze Geschichte wider, die einen integralen Bestandteil der deutschen Vergangenheit und Gegenwart darstellt. Weiter... 

Aus Politik und Zeitgreschichte (APuZ 1-2/2008)

Europäische Nationalgeschichten

Kolonialismus, zwei Weltkriege, Völkermord an den Juden, kommunistische Gewaltherrschaft und Teilung Europas: Kann vor dem Hintergrund eines solchen Erbes überhaupt eine gemeinsame europäische Identität heranreifen? Weiter...